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Unkraut im Rasen vernichten: So funktioniert es mit und ohne Chemie

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Mit den richtigen Tipps geht das Unkrautvernichten ganz leicht - sowohl mit chemischen als auch biologischen Mitteln.

Um Unkraut im Rasen zu vernichten, bieten sich viele Mittel und Wege. Wir haben mechanische, chemische und biologische Methoden für Sie zusammengefasst.

Das wohl lästigste, mit dem Hobbygärtner zu Hause zu kämpfen haben: Unkraut im Rasen. Damit Ihre Gräser nicht länger davon verschandelt werden, haben wir hier einige Infos und Tipps, die Ihnen bestimmt weiterhelfen.

Darum tritt so oft Unkraut im Rasen auf

Der Grund für Unkraut hat meist mit einem Nährstoffmangel zu tun. Denn die Gräser haben im Vergleich zu den meisten Unkräutern einen höheren Bedarf an Nährstoffen - zur Folge dünnen die Halme immer mehr aus, es bilden sich löchrige Flecken im Rasen und schon hat das Unkraut mehr Platz sich auszubreiten. Diese sind nämlich robuster und können sich besser an die geringen Nährstoffe im Boden anpassen - bei einem geschwächten Rasen schlagen sie dann sofort zu.

Oft ist auch schon ein billiges Saatgut an der Misere Schuld. Suchen Sie sich deshalb immer ein hochwertige Rasensamen, da diese nicht so schnell verunkrauten. Wichtig sollte bei der Auswahl nicht etwa sein, wie schnell der Rasen gedeiht, sondern wie dicht die Grasnarbe wächst.

Diese Unkräuter beherrschen den Rasen

Zu unterscheiden sind verschiedene Arten von Unkraut - es gibt die einjährigen, die mehrjährigen und das Rasenmoos wie das Online-Portal Gartenjournal es zusammenfasst. Hier sind die gängigsten:

Einjähriges Unkraut

  • Vogelmiere
  • Mittlerer Wegerich
  • Hirse/Hühnerhirse
  • Weißklee
  • Ehrenpreis
  • Gänseblümchen
  • Weißer Gänsefuß

Mehrjähriges Unkraut

  • Löwenzahn
  • Sauerklee
  • Hornklee
  • Kleiner Ampfer
  • kleine Braunelle
  • Kreuzkraut

Rasenmoos

  • Hornmoose
  • Lebermoose
  • Torfmoose
  • Laubmoose

Hier lesen Sie Tipps, wie Sie speziell gegen Klee im Rasen vorgehen können.

Vertikutieren und Rasenmähen: So vernichten Sie Unkraut mechanisch

Egal, ob Wegerich, Weißklee oder Moose: Alle Unkräuter bekommen Sie auf mechanische Weise klein: Zum einen durch das Vertikutieren, zum anderen durch das Mähen.

Der Vertikutierer ist speziell dazu da, zu Beginn der Rasensaison das Gras von unliebsamen Unkräutern und Rasenfilz zu befreien. Dazu mähen Sie zunächst den Rasen auf rund zwei Zentimeter Höhe und vertikutieren ihn anschließend in einem Schachbrettmuster längs und quer. Die entfernten Unkräuter entfernen Sie anschließend per Hand oder Rechen und entsorgen es. Nach ein bis zwei Wochen wird der Rasen gedüngt und regelmäßig gegossen. Hier lesen Sie mehr zum Thema Vertikutieren.

Da das Vertikutieren meist schon im März oder April fällig wird, Unkräuter aber jederzeit auftauchen können, bietet sich auch das einfache Rasenmähen an, um die ungebeten Gäste in Zaum zu halten. Dazu sollten Sie mindestens einmal wöchentlich mit dem Gerät zugange sein und dabei das Gras niemals auf unter vier Zentimeter kürzen. Ist das Unkraut nämlich noch kaum sichtbar, wird es so von den Grashalmen beschattet - und gerade Sonnenlicht hilft ihnen dabei, zu gedeihen. Bekommen die Gewächse auf Dauer kein Sonnenlicht mehr zu spüren, ist schnell Schluss mit grässlichen Unkräutern.

So bekämpfen Sie Unkraut mit chemischen Mitteln

Es gibt eine große Auswahl an Unkrautvernichtern, die Sie im Baumarkt erwerben können. Diese enthalten sogenannte Wuchsstoffe, die bei allen zweikeimblättrigen Pflanzen - dazu gehören Unkräuter - ein unkontrolliertes Wachstum auslösen und letztendlich dafür sorgen, dass sie absterben. Rasengräser sind hingegen einkeimblättrige Pflanzen, weshalb diese von den Unkrautvernichtern unangetastet bleiben.

Zudem gibt es Kombi-Produkte, die sowohl Unkraut vernichten als auch den Rasen düngen. So schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Unkräuter vergehen und zugleich werden die Gräser gestärkt und fangen an zu sprießen.

Rasen mulchen ja oder nein? Das sind die Vor - und Nachteile.

Sobald Sie das passende Mittel für sich ausgewählt haben, kann es auch schon losgehen: Suchen Sie sich einen frostfreien Tag aus und bringen Sie den Unkrautvernichter gleichmäßig auf dem Rasen aus. Ein Streuwagen kann hierbei hilfreich sein. Zuvor sollte der Rasen etwas bewässert worden sein. Außerdem sollten Sie schon mindestens zwei Wochen vorher damit angefangen haben, den Rasen ausgiebig zu düngen, damit er anschließend schnell wachsen kann.

Achtung: Prüfen Sie vor der Anwendung eines Unkrautvernichters, ob das Mittel schädlich für Kleinkinder oder Tiere wie Hunde und Katzen sein könnte. Manche Mittel sind unbedenklich, bei anderen wiederum sollte der Rasen erst nach einer Weile wieder gefahrlos betreten werden. Informieren Sie sich darüber zuerst!

Unkraut im Rasen vernichten: Diese Hausmittel helfen weiter

Auf der sicheren Seite sind Sie hingegen bei natürlichen und biologischen Methoden der Unkrautvernichtung. So lässt sich Löwenzahn zum Beispiel hervorragend bekämpfen, indem Sie Holzkohleasche darauf streuen. Disteln hingegen vertragen kein Wasser - deshalb sollten Sie den Stängel abschneiden, sobald Regen angesagt wird. Danach verfaulen die Pflanzen langsam.

Ein Tipp der bei allen Unkräutern Wirkung zeigt ist kochendes Wasser: Dieses geben Sie einfach auf die unliebsamen Pflanzen - treffen dabei aber im besten Fall nicht den Rasen. Anschließend ziehen Sie die abgestorbenen Reste aus dem Boden und gießen ihn.

Achtung! Diese Fehler schaden Ihrem Rasen.

Dieser Trick vernichtet Unkraut im Rasen

Davon haben Sie vermutlich auch schon gehört: Da Unkräuter sehr auf eine gute Lichtzufuhr angewiesen sind, können Sie ihnen diese einfach entziehen, indem Sie eine schwarze Folie darauf legen. Wählen Sie die Stellen im Rasen, wo die Plage am größten ist und platzieren Sie darauf die Plane. Diese befestigen Sie anschließend mit Steinen oder anderen schweren Gegenständen.

Nach zwei bis drei Monaten dürfte das Unkraut abgestorben sein - ohne Sonne findet schließlich keine Photosynthese und dementsprechend kein Wachstum statt. Das Gras an sich erholt sich hingegen relativ schnell, wenn Sie es hinterher angemessen düngen und pflegen. Es bietet sich aber auch an, an dieser Stelle etwas Rasen nachzusäen. Hier lesen Sie alles über das Rasensäen.

Düngen hilft gegen Unkraut

Wie oben erwähnt, ist meist ein Nährstoffmangel an der Ausbreitung von Unkräutern schuld. Die beste Methode ist also, diesen Mangel ganz einfach mit Düngern zu beheben. So hat Ihr Rasen auch mehr Kraft, gegen das robuste Unkraut anzukommen.

Am besten verbinden Sie das Düngen gleich mit dem Vertikutieren im Frühjahr und im Herbst eines Jahres. Folgende Reihenfolge ist empfehlenswert: Zuerst den Rasen mähen, dann vertikutieren und anschließend düngen. Durch die vorherige Bearbeitung kann der Dünger nämlich besser in den Boden eindringen und die Rasenwurzeln unterstützen. Genauere Tipps zum Düngen und dem richtigen Zeitpunkt finden Sie hier.

Unkraut vernichten: Mit einer Kalkung bekämpfen Sie Moos

Das Auftauchen von Moos im Rasen hängt meist mit einem sauren Boden zusammen. Dies ist der Fall, wenn der pH-Wert unter einem Wert von 7 liegt. Um diesen Verdacht zu bestätigen, können Sie eine Bodenprobe entnehmen und an ein Labor senden. Stellt sich die Vermutung als wahr heraus, braucht der Rasen eine Kalkung. Wie viel Kalk Sie pro Quadratmeter brauchen richten sich nach der Bodenbeschaffenheit:

  • Leichte oder sandige Böden brauchen 150 bis 200 Gramm Kalk pro 100m²
  • Mittelschwere, sandige bis lehmige Böden brauchen 300 bis 400 Gramm Kalk pro Quadratmeter
  • Schwere, lehm- oder tonhaltige Böden brauchen 400 Gramm Kalk pro Quadratmeter

Hier erfahren Sie viele weitere Infos zum Bekämpfen von Moos im Rasen und wie Sie beim Kalken richtig vorgehen.

Wann ist die beste Zeit, um Unkraut zu vernichten?

Wann der beste Zeitpunkt für das Unkrautvernichten ist, hängt meist von der Methode ab. Vertikutieren bietet sich nämlich - wie erwähnt - am ehesten im März und April sowie im Herbst an, ebenso wie Düngen, während Sie mit dem Rasenmäher auch im Sommer noch Unkraut bekämpfen können.

Bei Unkrautvernichtern müssen Sie hingegen auf optimale Bedingungen wie einen warmen, feuchten Boden und frostfreie Tage achten. Beim Bekämpfen mit Hausmitteln sind Sie am wenigsten von der Jahreszeit abhängig.

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