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Teures Eigenheim: Steigende Preise trotz anhaltendem Zinstief

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Der Immobilienmarkt profitiert seit einigen Jahren von einem Rekordtief der Bauzinsen. Doch die Preise sind zuletzt stark gestiegen. Im gesamten Bundesgebiet muss immer mehr für Wohneigentum gezahlt werden.

Noch nie war es so günstig, den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen. Dank des anhaltenden Zinstiefs sind Immobilienkredite nach wie vor zu besonders guten Konditionen zu bekommen. Gleichzeitig haben allerdings die Preise für Eigentumswohnungen oder Einfamilienhäuser stark angezogen. Betroffen sind zwar vor allem die Metropolregionen und Großstädte, doch auch in ländlicheren Regionen ist der Preisanstieg zu spüren.

Lage auf dem Immobilienmarkt

Bundesweit befinden sich die Preise im Aufwärtstrend. Die Bundesbank hat stets ein Auge auf den Wohnimmobilienmarktes und registriert und vergleicht die Kosten- und Wertentwicklung permanent. Hier wird die Situation inzwischen mit Sorge betrachtet, denn die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. „Die Preisübertreibungen in den Städten betrugen gemäß aktuellen Schätzergebnissen im vergangenen Jahr zwischen 15 Prozent und 30 Prozent“, so der Monatsbericht der deutschen Notenbank im Februar. 

Neben dem eher moderaten Anstieg der Wohnungsmieten (rund 2,55 Prozent/Jahr laut des Mannheimer Mietspiegels) sind vor allem Eigentumswohnungen sehr viel teurer geworden. Der Immobilienmaklerverband IVD verglich die Preise in neun deutschen Großstädten und verzeichnete eine Erhöhung um bis zu 40 Prozent. In Mannheim waren neu errichtete Eigentumswohnungen sogar um 54 Prozent teurer geworden, Bestandsbauten in diesem Bereich immerhin um 52,5 Prozent.

Seit Beginn der günstigen Zinsphase hat die Bautätigkeit und die Fertigstellung von neuen Immobilien im gesamten Bundesgebiet zugenommen. Aufgrund der steigenden Preise ist allerdings zu beobachten, dass seit 2011 vor allem in Großstädten weniger Eigentumswohnungen verkauft werden. Anders sieht dies im ländlicheren Bereich aus, wo nach einem leichten Einbruch die Zahlen inzwischen wieder steigen.

Immobilien als Wertanlage

Wohneigentum ist nach wie vor eine gute Geldanlage und sinnvolle Altersvorsorge. Aufgrund der steigenden Preise unterliegen die meisten Immobilien vor allem in gefragter Wohnlage einer zuverlässigen Wertsteigerung. Auf diese Weise zahlen sich Investitionen und Ausgaben für Zinskredite auf lange Sicht in der Regel immer aus. 

Auch als Vorsorge fürs Alter sind die eigenen vier Wände nach wie vor beliebt. Wenn von der Rente keine Mietkosten mehr getragen werden müssen, kann dies die finanzielle Situation später um einiges entlasten. Wer darüber hinaus ein Renditeobjekt besitzt, kann seine Altersvorsorge um die regelmäßigen Mieteinnahmen aufstocken.

In Mannheim werden derzeit zahlreiche Flächen für den Bau neuer Immobilien erschlossen.
In Mannheim werden derzeit zahlreiche Flächen für den Bau neuer Immobilien erschlossen. © Fotolia/Rolf G. Wackenberg

So können Bauherren sparen

Die niedrigen Zinsen machen eine Entscheidung für ein Eigenheim meist sehr viel leichter. Dennoch stellt es immer noch eine sehr große Belastung dar, die Kosten für die Finanzierung über den langen Zeitraum stemmen zu müssen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Ausgaben so gering wie möglich zu halten. 

Zunächst lässt sich bei der Planung bereits einiges in die richtige Richtung lenken. Wer selbst baut, kann etwa im Rahmen einer Bauherrengemeinschaft die Planungskosten niedrig halten, da sie unter allen Beteiligten aufgeteilt werden. Beispielsweise muss die Grunderwerbssteuer nicht doppelt gezahlt werden. Zusammen mit den künftigen Nachbarn ist es so etwa auch möglich, größere Projekte zu verwirklichen. Dennoch muss dabei keiner Abstriche bei der individuellen Ausgestaltung seiner Wohnimmobilie machen. Allerdings ist auch ein größeres Risiko selbst zu tragen und verschiedene Planungsphasen dauern erfahrungsgemäß etwas länger.

Viele Bauherren versuchen auch, durch das Einbringen von Eigenleistungen den Gesamtpreis zu drücken. Je nach Umfang sind dadurch Einsparungen bis etwa zehn Prozent der Baukosten möglich. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, denn oftmals werden typische Stolperfallen nicht berücksichtigt. Auch Personen mit ausreichend handwerklichem Geschick unterschätzen häufig ihre eigenen Fähigkeiten oder den tatsächlich notwendigen Zeitaufwand eines solchen Großprojektes. Hier gilt es, besser großzügig zu planen und ausreichend Luft, sowohl beim Zeitplan als auch in finanzieller Hinsicht, etwa für Baumaterialien einzukalkulieren. 

Steuerliche Vorteile nutzen

Bei der Finanzierung des Eigenheims kann zudem durch geschicktes steuerliches Absetzen Geld gespart werden. Wird die Immobilie selbst genutzt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine staatliche Förderung zur Altersvorsorge in Anspruch zu nehmen. Im Rahmen sogenannter Wohn-Riester Verträge (Eigenheimrentengesetz) können jährlich maximal 2.100 Euro zusätzlich abgesetzt werden. Auch Tilgungsleistungen für Wohnbaukredite sind dabei absetzbar. 

Weiterhin ist es hier empfehlenswert, auch laufend anfallende Handwerksleistungen steuerlich geltend zu machen. Hier beträgt die Obergrenze 1.200 Euro pro Jahr. Dabei werden jeweils 20 Prozent der Kosten für die Arbeitsleistung vom Finanzamt anerkannt und von der Einkommenssteuer abgezogen. 

Für Immobilien, die als Kapitalanlage angeschafft werden, gibt es ebenfalls verschiedene steuerliche Vorteile: 

Entwicklung des Immobilienmarktes in der Region

In Mannheim sind in der letzten Zeit einige neue Wohnquartiere entstanden. Der städteplanerische Strukturwandel ist hier in vollem Gange. Die riesigen Flächen der früheren Militärstützpunkte in unmittelbarer Nähe zur Stadt wurden oder werden derzeit erschlossen und in Gewerbe- oder Wohngebiete umgewandelt. 

Im Bereich der Wohnimmobilien sind dabei Objekte in den verschiedensten Preislagen und für unterschiedliche Zielgruppen geplant worden. Vom familienfreundlichen Wohnen im Käfertal über die Doppelhaussiedlung im Neubaugebiet Centro Verde in der NeckarstadtOst, günstigen Eigentums- und Mietwohnungen im Stadtteil Feudenheim oder zentrumsnahen Neubauten in der Innenstadt – der Immobilienmarkt ist in den letzten Jahren stark vergrößert worden. Mit Spannung wird auch die Umstrukturierung der prestigeträchtigen Flächen des Turley-, Franklin- und Taylorareals beobachtet. Zahlreiche Bauprojekte wurden auch hier bereits abgeschlossen, andere sind noch in der Entstehungsphase.

Auch der Umbau und die Modernisierung der Altbauten des Turley-Areals zählen zu den städtebaulichen Maßnahmen zur Schaffung attraktiven Wohnraums im Zentrum.
Auch der Umbau und die Modernisierung der Altbauten des Turley-Areals zählen zu den städtebaulichen Maßnahmen zur Schaffung attraktiven Wohnraums im Zentrum. © Fotolia/Alexander

Die umfangreiche Bautätigkeit ist eine zwingend erforderliche Reaktion auf die steigenden Bevölkerungszahlen in der Stadt und der näheren Umgebung. Im Zeitraum von 2001 bis 2013 war ein Anstieg um 2,86 Prozent zu verzeichnen (Kommunale Statistikstelle der Stadt Mannheim). 

Mit Hilfe der großangelegten Umstrukturierung im gesamten Stadtgebiet will die Kommune künftig vor allem weiter für ein attraktives Wohnumfeld sorgen. Leerstand und Freiflächen sollen vermieden werden. Neben den Investitionsbemühungen der Stadt und privater Geldgeber gibt es zudem zahlreiche Anreize auch für private Bauherren und Kaufinteressenten an Wohneigentum.

Ausblick in die Zukunft 

Durch die umfangreiche Erschließung neuer Wohnquartiere zeigt sich die lokale Immobiliensituation sehr dynamisch. Die Nachfrage nach den jüngst fertiggestellten Objekten ist sehr positiv zu bewerten. Dabei sind vor allem kleinere Wohneinheiten besonders gefragt und der größte Bedarf besteht hier bei Eigentumswohnungen. Vor dem Hintergrund der zunehmend älter werdenden Gesellschaft stellt sich die Frage nach einem größeren Angebot altersgerechten Wohnraums. Trotz einzelner Vorzeigeobjekte wird hier in den nächsten Jahren ein erhöhter Bedarf bestehen – auch im Bereich des Wohneigentums. 

Durch die stabile Wirtschaft in der Region zeigt sich Mannheim langfristig als attraktives Lebensumfeld. Steigende Immobilienpreise sind für viele, die sich Wohneigentum anschaffen wollen zwar zunächst eine Hürde, doch die Wertsteigerung sollte auch als Investition in die Zukunft gesehen werden.

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