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5 Dinge, die man beim Hausbau beachten sollte

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© Robert Kneschke

Hausbau ist weitaus mehr als ein ausreichendes Budget. Denn für eine so teure Entscheidung müssen auch noch andere Faktoren stimmen.

Die Zinsen spielen derzeit im Keller Verstecken. Und geht es nach der EZB, könnte das auch noch bis 2019 so bleiben. Was für Sparer schwerverdauliche Kost ist, sorgte bei den Häuslebauern (und der gesamten Branche) in den vergangenen Jahren für Goldgräberstimmung. Mittendrin natürlich die Rhein-Neckar-Region, in der viele die Gelegenheit nutzen, sich ihren Traum vom Häuschen im Grünen zu erfüllen. Doch für manche hat dieser Traum auch Schattenseiten: Da wird der Arbeitsweg plötzlich zum ganz eigenen Stressfaktor, die Nachbarschaft zum Krisenherd und vielleicht sogar das Haus selbst zum Problem. Damit Ihnen das nicht passiert, sollten Sie sich vor der Bau-Entscheidung folgende Fragen stellen:

1: Wie weit will ich pendeln?

 Deutschland ist ein Volk der Pendler. Rein statistisch verbringt jeder Arbeitnehmer täglich 74 Minuten auf der Hin- und Rückfahrt zur und von der Arbeit – Tendenz seit Jahren steigend und gerade in der Mannheimer Metropolregion bekanntermaßen eher höher als niedriger. Und je näher man bislang an seinem Arbeitsplatz lebte, desto größer das Risiko, dass man nach dem Umzug ins Eigenheim mit den negativen Folgen des täglichen Pendelns rechnen muss: 

um nur einige zu nennen. Viele künftige Hausbauer vergessen nämlich im Vorfeld, dass die vielgelobte Ländlichkeit, so vorteilhaft sie für die Entspannung auch ist, durch einen buchstäblichen „Kampf auf der Straße“ erkauft werden muss. Und je abgeschiedener, über desto mehr Runden geht dieser Kampf alltäglich

Deshalb sollte man sich, sobald man den Kreis potenzieller Bau-Orte auf eine Handvoll eingegrenzt hat, die Zeit nehmen und den Arbeitsweg mehrfach abfahren – unter der Woche, zu den Stoßzeiten und vor allem mehrmals. Dabei trennt sich die Spreu vom Weizen und man bekommt ein ziemlich gutes Gefühl dafür, wann man im neuen Zuhause aus dem Bett steigen müsste und wie viel nach Feierabend vom Tag übrig bleibt. 

2: Was ist mit den Nebenkosten?

Je ländlicher, desto niedriger sind die Lebenshaltungskosten. Das gilt auch im vergleichsweise stark urbanen Deutschland nach wie vor. Doch viele Bauherren glauben, dass wenn die Abtragung des Hausbaukredits nach der Fünfzehnprozentregel (Abschlag

Leider ist sie das eben nicht. Denn es gibt eine Menge Dinge, die das Haus im Grünen summa summarum erheblich verteuern können: 

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© benik.at

Und gerade beim Auto ist es ja ebenfalls mit dem Sprit alleine noch nicht getan: Jeder Kilometer erzeugt mehr Verschleiß. Die Ölwechselintervalle verkürzen sich, die Reifen nützen schneller ab, alle Bauteile unterliegen einer höheren Belastung. Hier bedarf es im Vorfeld sehr genauer Rechnungen, damit der Umzug wenigstens zum Nullsummenspiel wird, aber nicht zum finanziellen Fiasko.

3: Welche Bauform möchte ich?

Die aktuelle Niedrigzinsphase macht vielen den Schritt zur Erfüllung des Traums vom Eigenheim leichter. Nie war es günstiger, sich Wohneigentum anzuschaffen wie heute. Wer ein Grundstück in Aussicht hat, sollte sich als nächstes Gedanken über den Platzbedarf und eine geeignete Bauform machen. Für jede Anforderung gibt es eine passende Variante. Ob ein- oder zweigeschossig, freistehend oder angebaut – jeder der Häusertypen hat dabei seine eigenen Vor- und Nachteile. Auch bei der Bauweise gibt es grundlegende Unterschiede, die bedacht werden sollten:

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© Hoda Bogdan

Ausgehend von diesen Obergruppen unterteilen sich die Gebäude weiter nach der Form (Bungalow, freistehend, Kubus etc.). Hier sollte bedacht werden, dass je nach Wohnort manche Optionen nicht zur Verfügung stehen, weil die Gemeinde gewisse Vorgaben macht. Wen es etwa nach Waghäusel zieht, der muss wissen, dass diese Gemeinde einen zumindest bei der Dachform einschränkt. Andere Orte schreiben sogar die Außenfarbe bis zu den Fensterrahmen vor. Solche Vorgaben müssen dann zwangsläufig bei der Planung berücksichtigt werden. Doch auch Fertighaus-Anbieter sind mit ihrer Produktpalette meist flexibel genug, um hier die Anforderungen erfüllen zu können. Bedeutet in der Praxis: Vorher an allen potenziellen Wohnorten prüfen, wie streng die Vorgaben sind und davon ausgehend die passende Bauform aussuchen.

4: Mit oder ohne Keller? 

Es ist eine der ganz großen Diskussionen der Bauherren, die in unzähligen Foren geführt wird: der Keller. Kritiker werfen ein, dass die Aushub-, Maurer- und Abdichtungsarbeiten des Untergeschosses ganze zehn Prozent der Baukosten verschlingen – bei einem Gesamtpreis von (realistischen) 200.000 Euro ist das eine Menge Geld. Befürworter argumentieren indes, dass ein voll unterkellertes Einfamilienhaus eben gut und gerne 40 Prozent mehr Fläche zur Verfügung hat – mit allen Vorteilen, die sich dadurch bei Nutzung und Werterhalt ergeben. 

Letztendlich muss sich jeder die Frage selbst stellen, aber insbesondere bei Familien mit mehr als einem Kind kann es sich rentieren, Wäsche, Vorräte und Co. in den Keller auslagern zu können, denn dann reichen Hauswirtschaftsraum und Stellplätze unter Treppen oft bei weitem nicht aus. 

5: Wie viel Garten soll es sein? 

Bauland ist teuer. Besonders bei uns in der Region, weil sich hier so viele Städte und Gemeinden ballen. Kein Wunder also, dass viele Bauherren die Untergrenze der möglichen Fläche anpeilen. Forciert wird das (leider) auch durch die Kommunen, die Neubaugebiete in vergleichsweise sehr kleine Grundstücke einteilen. Das reicht dann gerade für das Haus, einen Stellplatz, eine Terrasse sowie etwas Grün vor und hinter dem Häuschen. Wer mehr will, muss gleich ein zweites Grundstück erwerben. Das ist zwar nicht überall so, aber doch in vielen Gemeinden. 

Die Vorteile von wenig Garten sind natürlich mannigfaltig. Denn neben den reinen Kosten fürs Grundstück macht ein Garten umso mehr Arbeit, je größer er ist – selbst, wenn er nur mit Rasen ohne weitergehende Bepflanzung bedeckt ist. Dennoch können kleine Gärten gut wirken, wenn sie sorgsam geplant und angelegt werden. Schließlich entstehen noch weitere Fragen, bei denen man auch in die Zukunft denken muss: 

Vor allem will auch bedacht sein, dass zumindest in vielen Neubaugebieten die Häuser verpflichtend ein Stück weit von der Straße weg stehen müssen. Dadurch sinkt die Fläche hinter dem Haus, wo der Garten vielleicht bei einem Bau genau auf der vorderen Grundstücksgrenze ausreichend wäre. Und ein letztes Augenmerk sollte den Nachbarn gelten: Denn je kleiner der Garten, desto dichter rücken diese einem auf die Pelle. Und weil wir im Dreiländereck leben, gibt es in Mannheims Umfeld auch unterschiedlichste Gesetze, ob man die Nachbarsblicke per Strauch und Co. abwehren darf oder eben nicht.

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