Holzküchen

Küche aus Holz: Vorteile, Materialkunde und Tipps

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Holz als Baustoff eignet sich längst nicht nur für die Außenbereiche, sondern erfreut sich auch bei der Inneneinrichtung großer Beliebtheit.

So wird beispielsweise immer häufiger bei Einbauküchen auf das Material Naturholz gesetzt, was an dessen zahlreichen Vorteilen liegt. In der Inneneinrichtung gibt es viele Möglichkeiten für die Verwendung von Holz. Das gilt beispielsweise für Fußböden, aber auch das Mobiliar. Vor allem das Naturholz wird dabei gerne genutzt, was einerseits an seiner schönen Optik liegt, andererseits aber auch an den Eigenschaften, welche das Material mit sich bringt. Dazu gehört, dass es sich um einen natürlichen sowie nachwachsenden Rohstoff handelt und er somit eine gute Umweltbilanz aufweist. Wer nachhaltig bauen möchte, sei es in den Innen- oder Außenbereichen, kommt daher nicht am Baustoff Holz vorbei. Das gilt ebenfalls für (Einbau-) Küchen. Auch hier spielt das Holz in puncto Nachhaltigkeit also eine tragende Rolle.

Vorteile einer Holzküche

Viele Menschen entscheiden sich aus Geschmacksacke für die Holzküche, sprich ihnen gefällt die warme und natürliche Optik des Naturholzes. Aber auch Küchen, bei welchen das Holz selbst nicht mehr sichtbar ist, verfügen häufig über einen Kern aus mehr oder weniger hochwertigen Hölzern und werden daher als „Holzküchen“ verkauft. An dieser Stelle etwas tiefer in den Geldbeutel zu greifen, lohnt sich. Denn je hochwertiger und „natürlicher“ das Holz ist, desto langlebiger ist es auch. Eine Küche aus Massiv- oder Echtholz sieht also nicht nur schöner aus als billige Modelle mit Furnier oder aus Kunststoff, sondern sie ist auch robuster und kann bei der richtigen Pflege problemlos mehrere Jahrzehnte überstehen. So mag die Investition auf den ersten Blick zwar deutlich teurer wirken als günstige Alternativen, auf den zweiten Blick refinanziert sie sich aber über die Jahre. Holzküchen weisen daher die beste Wirtschaftlichkeit auf, aber auch viele andere Vorzüge:

  • Ein weiterer Vorteil liegt zum Beispiel in der Schnelligkeit, in welcher das Holz be- und verarbeitet werden kann. Somit werden passgenaue Einbauküchen aus Holz meist deutlich schneller geliefert als Maßanfertigungen aus anderen Materialien.
  • Zudem sind problemlos kleinere oder größere Reparaturen möglich, wenn es nach einigen Jahren zu Verschleiß kommen sollte.
  • Was das Holz für viele Menschen so faszinierend macht, ist seine Einzigartigkeit. Durch die individuelle Farbe und Maserung eines jeden einzelnen Baumes gleicht keine Naturholzküche der anderen eins zu eins.
  • Zuletzt ist auch das Raumklima oftmals ein entscheidender Faktor.

Raumklima bei der Küche aus Holz

Gerade in den Innenbereichen spielen die gewählten Materialien eine tragende Rolle für das Raumklima. Das Holz gilt hierbei als besonders zuträglich. Das liegt nicht nur seiner warmen und gemütlichen Optik. Denn Holz beeinflusst das Raumklima auch direkt, indem es „atmet“. Holz gilt schließlich als lebendiger Baustoff, spricht er reagiert auf die Luftfeuchtigkeit sowie Temperatur im Raum. Er absorbiert Schadstoffe und wird damit zum natürlichen Luftfilter für die Küche. Allerdings hängt diese Eigenschaft zu großen Teilen davon ab, welche Art von Holz gewählt und wie diese verarbeitet wird.

Materialkunde für die Holzküche

Wer sich rein aus optischen Gründen für die Holzküche entscheidet, wählt oft günstigere Modelle mit Furnier. Diese werden häufig als Echtholzküchen bezeichnet, jedoch handelt es sich um minderwertiges Material aus dünnen Holzschichten, die beispielsweise aus Sperrholz bestehen und zusammengeklebt werden. Das Holz leistet dementsprechend keinen positiven Beitrag zum Raumklima. Sinnvoller, hochwertiger und auch langlebiger ist daher meist eine der folgenden Varianten, welche tatsächlich als „Holzküche“ im eigentlichen Sinne bezeichnet werden können:

  • Massivholz: Küchen aus Massivholz sind qualitativ hochwertiger. Sie sind vollständig aus echtem Holz gefertigt, allerdings wurde dieses nicht aus einem Stück geschnitten. Auch hier muss also mit Leim nachgeholfen werden, um mehrere Holzstücke miteinander zu verbinden. Das kann das Raumklima durch Ausdünstungen des Klebers negativ beeinflussen und beeinträchtigt auch die Robustheit des Materials. Optisch ist ebenfalls ersichtlich, dass es sich um keine durchgehende Maserung handelt. Das bedeutet aber nicht, dass Massivholzküchen ihr Geld nicht wert sind. Im Gegenteil: Sie gelten als qualitativ sehr hochwertig und bringen gegenüber der Vollholzküche den Vorteil mit sich, dass einfacher Reparaturen vorgenommen oder Makel beseitigt werden können. Zudem ist das Massivholz feuchtigkeits- sowie hitzebeständig und damit perfekt für die Verwendung bei (Einbau-) Küchen geeignet.
  • Vollholz: Ganz mithalten kann die Massivholzküche aber dennoch nicht mit jener aus Vollholz. Dieses wird in einem Stück gefertigt, sprich direkt aus dem Baumstamm gesägt und weist dadurch eine elegante Optik auf. Die Hochwertigkeit des Materials ist also nicht nur sichtbar, sondern durch die Besonderheit der Fertigung gilt Vollholz auch als besonders robust sowie langlebig. Wichtig ist dafür allerdings, dass mit dem natürlichen Wuchs gearbeitet wird. Auf Wunsch können auch Risse, Astlöcher oder andere Merkmale des Stamms eingearbeitet werden, je nach individuellem Geschmack. Aufgrund seiner Natürlichkeit, leistet Vollholz außerdem den besten Beitrag zum Raumklima.

Schlussendlich ist es also eine Frage des Budgets, aber auch des Geschmacks, welche Art der Holzverarbeitung zum Einsatz kommen soll.

Mögliche Holzarten für die Küche

Zudem kann sowohl das Vollholz als auch das Massivholz aus unterschiedlichen Holzarten gefertigt werden. Besonders beliebt für den Einsatz in der Küche sind zum Beispiel:

  • Ahorn
  • Birke
  • Buche
  • Eiche
  • Erle
  • Fichte 
  • Kirsche 
  • Nussbaum

Sie alle bringen ihre spezifischen Besonderheiten sowie Vorteile mit.

Ökobilanz und Sonderfall „Altholzküche“

Wie bereits erwähnt, spielt die Nachhaltigkeit bei der Entscheidung für eine Holzküche oft eine tragende Rolle. Denn der Baustoff Holz weist bekanntlich eine hervorragende Ökobilanz auf, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass es aus einer nachhaltigen Quelle stammt. Denn einige Hölzer bedingen die Abholzung des Regenwaldes und damit eine der Hauptursachen für den Klimawandel. Der erste wichtige Tipp, wenn es um den Kauf einer Holzküche geht, lautet daher: Es gilt, auf die Herkunft der verwendeten Hölzer zu achten. Bestenfalls verfügen sie über ein entsprechendes Siegel für nachhaltige Holzwirtschaft. 

Wer eine noch umweltfreundlichere Küche wünscht, kann sogar ein Modell aus Altholz wählen. Die sogenannte Altholzküche wird, wie der Name vermuten lässt, aus alten Hölzern gefertigt, zumeist aus antiken Möbeln, für die es sonst keine Verwendung mehr gäbe. Gerade dieser rustikale Look mit den spannenden Zeichen der Zeit macht die Altholzküche bei immer mehr Personen so beliebt.

Weitere Tipps zur Holzküche

Aber nicht nur das Material selbst entscheidet über die Optik. Beim Küchenkauf ist daher auch wichtig, sich über den gewünschten Stil klar zu werden. Es gibt beispielsweise Küchen im modernen Look oder romantischen Landhausstil sowohl als auch Küchen aus Holz in vielen verschiedenen Formen und Farben. Die Auswahl ist riesig. Wer eine Küche aus Holz kaufen möchte, sollte daher wie folgt vorgehen:

  • Erst einmal muss das maximale Budget festgelegt werden.
  • Anschließend gilt es, den Platz sorgfältig auszumessen, an welchem die Küche später stehen soll.
  • Reicht das Budget aus, empfiehlt sich eine Vollholzküche, die individuell geplant ist und somit den vorhandenen Platz optimal ausfüllt, sowie durch ihre Optik überzeugt.
  • Wenn nicht, so stellt sich die Frage: Lieber eine kleinere Küche aus Vollholz oder eine größere aus Massivholz? Dabei handelt es sich um eine Einzelfallentscheidung je nach Geschmack, Platz- beziehungsweise Stauraumbedarf & Co.
  • Bleibt noch die Frage nach der Optik offen: Welche Holzart soll es also werden und wie soll diese verarbeitet sein? Lieber modern? Oder im Vintage-Stil? Oder verspielt im Landhausstil?

Eventuell ist ein Materialmix gewünscht, beispielsweise mit Hängeschränken aus Glas. Auch eine Bar oder andere Sonderwünsche können in die Holzküche problemlos integriert werden. Am einfachsten ist es daher, sobald die groben Vorstellungen abgesteckt sind, einen Berater aufzusuchen, beispielsweise in einem Möbelhaus, einem Küchenstudio oder direkt einen Schreiner. So können die (finanziellen) Möglichkeiten und Wünsche miteinander abgeglichen werden, um ein optimales Ergebnis zu erhalten. Eine Holzküche braucht somit einige Wochen bis Monate Vorlaufzeit von der ersten Planung bis zum abgeschlossenen Einbau. Doch sie ist eine Investition, die sich lohnt und durch ihre zahlreichen, bereits erwähnten, Vorteile überzeugt.

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