Energetische Sanierung

Klimaschutz wird immer wichtiger – energetische Sanierung bald noch lohnender?

+
Die Förderungen für moderne Heizungen werden ausgedehnt - somit lohnt sich eine energetische Sanierung umso mehr

Klimaschutz gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Somit dürften auch energetische Sanierungen künftig stärker in den Mittelpunkt rücken.

Wenngleich es hierzulande zwar klimatechnische Auswirkungen gibt, erscheint uns das Thema Klimaschutz oft noch weit weg. Die Probleme offenbaren sich woanders, aktuell wohl ganz massiv in Australien. Trotzdem offenbaren sich auch hier Probleme, die eine energetische Sanierung in den Mittelpunkt rücken. War jahrelang das Hauptargument für eine gute Dämmung der Winter und somit die Kälte, so dürften viele Eigenheimbesitzer nach den letzten Sommern das Thema eher in Richtung der heißen Temperaturen favorisieren. Zudem steht die CO2-Steuer an und sie regt natürlich an, den Energieverbrauch allgemein zu senken. Zugleich steigen die Förderungen für die Sanierung – lohnt es sich also bald noch mehr, sein Haus auf den neuesten Stand zu bringen?

Förderungen werden angehoben 

Mit dem von der Bundesregierung beschlossenen Klimapaket ändern sich auch die Regelungen rund um die Förderung einer energetischen Sanierung. Trug bislang überwiegend die KfW die Fördermöglichkeiten, schaltet sich nun das BAFA ein und bietet, oft in Kombination, ebenfalls Fördermittel. Ein Überblick:

- BAFA - das Amt fördert überwiegend Heizungsanlagen, die auf erneuerbare Energien zurückgreifen. Je nach Heizungsart können bis zu 45 Prozent an Zuschüssen beantragt werden. Bei Neubauten werden Solarkollektoren, Biomasse- und Wärmepumpenanlagen und auch Hybridheizungen gefördert. Bei Bestandsbauten ist die Grundlage, dass die bestehende Heizung mindestens zwei Jahre in Betrieb sein muss, damit eine neue Förderung greift. Sollte übrigens die Altheizung aus einer Ölheizung bestehen, so wird der Fördersatz noch einmal angehoben.

- KfW - bei den Förderprodukten rund um das energieeffiziente Bauen und Sanieren treten deutliche Änderungen bei den Tilgungs- und Investitionszuschüssen in Kraft. Zugleich werden Kreditbeträge angehoben. Eigenheimbesitzer, die die Sanierung zu einem Effizienzhaus anstreben oder Personen, die sanierten Wohnraum erwerben, können mit einer Erhöhung des Tilgungszuschusses um 12,5 Prozent rechnen. Bei dem Effizienzhaus 115 würden somit 25 Prozent von einem Kreditbetrag von höchstens 120.000 Euro bezuschusst werden. Ebenso verändert sich der Investitionszuschuss der Nummer 430. Der Zuschuss steigt um 10 Prozent, die Investitionskosten für die Sanierung werden auf 120.000 Euro angehoben.

Zugleich kommen regionale Förderoptionen ins Spiel. Nachdem im vergangenen Jahr viele Städte oder Gemeinden den Klimanotstand ausriefen, wurden natürlich Maßnahmen geplant. Etliche Gebiete oder Bundesländer bezuschussen beispielsweise Energiespeicher für Solaranlagen.

Energetische Sanierung – großes Potenzial 

Wenngleich die energetische Sanierung dem Klimaschutz zugutekommt, so sollte der für den Einzelnen wichtigste Grund nicht außer Acht gelassen werden: das persönliche Wohlgefühl. Viele Bürger erinnern sich sicher noch an die Häuser und Wohnungen der Kindheit, in denen durchaus im Winter die Eisblumen auf der Innenseite des Fensters wuchsen und im sommerlichen Dachgeschoss Kerzen ganz ohne Feuer schmolzen. Das Potenzial einer guten Sanierung löst diese Probleme und verbessert das Wohngefühl im Haus. Aber welche Bereiche der energetischen Sanierung sind wichtig?

- Heizungsaustausch

– ältere Heizungsmodelle verursachen im Vergleich zu neuen Modellen aufgrund ihrer schlechteren Effizienz höhere Kosten. Zugleich müssen sie oft höhergestellt werden, um dieselbe Wirkung zu entfalten, die aktuelle Heizungsmodelle bieten. Mit der Umstellung auf erneuerbare Energien werden Eigenheime zudem unabhängig vom Ölmarkt.

- Dämmung – sie gehört zu den wichtigsten Aspekten. Ein nicht ausreichend gedämmtes Haus verliert Wärmeenergie über die Außenwände, Decken und das Dach. Somit wird die Hausumgebung ebenso geheizt, da die Wärme nicht im Inneren verbleibt. Zusätzlich erhitzt sich ein schlecht gedämmtes Haus im Sommer wesentlich stärker.

- Fenster – moderne Fenster haben beste Isoliereigenschaften. Sie halten die Wärme im Haus, schützen aber auch im Sommer vor dem Aufheizen. Der Austausch der Fenster löst jedoch auch die Problematik, die mit der Zeit immer eintritt. Das Haus setzt sich, die Wände arbeiten und es entstehen Ritzen zwischen Rahmen und Fassade und den einzelnen Fensterbauteilen. Im Endeffekt dringt unentwegt Luft durch das geschlossene Fenster und die Wärme geht verloren.

Energetische Sanierungen sollten aber niemals einzeln betrachtet werden, denn sie haben den größten Nutzen, wenn sie ein Gesamtbild ergeben. So ist es beispielsweise schädlich, nur die Fenster auszutauschen, die Außenwände aber ungedämmt zu belassen. Eine neue Heizung heizt zwar besser, als ein veraltetes Modell, doch dringt die Wärme weiterhin aus Wänden und Fenstern ins Freie, kann sie ihren Wert nicht völlig ausschöpfen.

CO2-Steuer verteuert auch Heizen und Stromverbrauch

Künftig kommt die CO2-Steuer, die auch Privathaushalte tragen müssen. Zwar wird der CO2-Ausstoß nicht direkt am Haus beziehungsweise am Kamin des Hauses gemessen, doch zahlen Privathaushalte die Steuer über Umwege: 

- Heizmittel – die vertreibenden Unternehmen werden die Steuer an die Kunden über den Preis weitergeben. Bestellt ein Haushalt beispielsweise 1.000 Liter Heizöl, wird der Preis um die CO2-Steuer ergänzt. 

- Strom – hier gilt dasselbe Prinzip. Besonders Strom aus konventionellen Quellen wird sich verteuern. 

Letztendlich ist es, auf lange Sicht betrachtet, kostensparend, bereits jetzt in die energetische Sanierung zu investieren und somit die Mehrbelastungen ab 2021 zu reduzieren. Eigenheimbesitzer sollten überlegen, ob nicht die Installation einer Solaranlage, vielleicht sogar mit Energiespeicher, sinnvoll wäre. Das Haus ließe sich somit mitunter unabhängig machen, was sich natürlich deutlich bei den Stromkosten zeigt. Auch der Umstieg auf eine Wärmepumpe ist ein künftig sparsames Unterfangen, da diese Heizmodelle keinerlei CO2 ausstoßen, wenn nicht der Strom für die Anlage mit eingerechnet wird.

Wer den Heizenergiebedarf seines Hauses deutlich senkt, kann doppelt sparen.

Fazit – energetische Sanierungen lohnen sich

Und das schon, ohne Kosten, CO2-Steuern oder die Umwelt überhaupt in Betracht zu ziehen. Bleibt die gewünschte Wärme im Haus erhalten, steigert sich das Wohnklima nachhaltig. Heizen sich die Räume im Sommer nicht auf, werden die Nächte erholsamer. Generell müssen Hausbesitzer nur genau planen, welche Arbeiten sie vornehmen. Es lohnt sich, einen Fachmann zurate zu ziehen, denn nur er kann feststellen, welche Sanierungsarbeiten notwendig sind und welche gemeinsam durchgeführt werden müssen. Gerade Dämmung und Fenster gehen Hand in Hand, doch selbst Heizungsanlagen bringen ihre volle Leistung nur, wenn das Umfeld stimmt. In Anbetracht der CO2-Steuer wäre es allgemein sinnvoll, schon jetzt in emissionsfreie Heizungen und Solaranlagen zu investieren. Umso autarker das Haus ist, desto geringer fällt der künftige Kostenanstieg aus.

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare