Effizient heizen im Eigentum

Heizung modernisieren - was ist dabei zu beachten?

+
Heizung modernisieren - was ist dabei zu beachten?

Welche Arten bieten sich bei einer Modernisierung der Heizung an und was müssen Eigentümer beachten? Ob die Heizung ins eigene Haus passt, hängt dabei von mehreren Faktoren ab.

Wann die Heizung austauschen? 

Eine neue Heizungsanlage soll Energie und Geld sparen. Zuerst kostet die Heizung allerdings Geld – und zwar nicht zu knapp. Mehrere tausend Euro sind schnell ausgegeben. Aus Sicht eines Hausbesitzers stellt sich die Frage, wann die Heizung erneuert werden muss. In Deutschland sind Heizungsanlagen im Schnitt circa 17 Jahre alt. 

Solange die Heizung funktioniert, werden sich Eigenheimbesitzer kaum Gedanken um den Austausch machen. Allerdings gelten inzwischen gesetzliche Regelungen, welche gewisse Modernisierungsintervalle vorschreiben. 

Heißt in der Praxis: Laut § 10 EnEV muss eine Heizung (zur Verbrennung gasförmiger oder flüssiger Brennstoffe) alle 30 Jahre erneuert werden. In Deutschland gelten unter gewissen Rahmenbedingungen – etwa Hinsichtlich des Bezugs einer Wohnung und der Kesselleistung – zwar Ausnahmen. Allerdings sollte sich jeder Eigentümer den genannten Zeitraum merken. 

Das richtige Heizungssystem auswählen 

Soll die bestehende Heizung ausgetauscht werden, steht natürlich als Frage im Raum, welches System die kommenden Jahre für Wärme und Warmwasser sorgen soll. In der Praxis haben sich verschiedene Systeme etabliert. Viele Haushalte kennen: 

  • Gastherme 
  • Ölheizung 
  • Feststoffbrennkessel.
Eine Erneuerung der Heizung ist für viele Eigenheimbesitzer eine lohnende Angelegenheit – trotzdem sollte alles genau geplant werden.

Allerdings sind in der Vergangenheit – vor dem Hintergrund einer starken Nutzung regenerative Energiequellen – einige Heizungstypen hinzugekommen. Dazu zählen unter anderem:

  1. Solarthermie 
  2. Wärmepumpe/Geothermie 
  3. Pelletheizungen. 

Was macht die Besonderheit dieser Heizungen aus?

1. Solarthermie 

Solarthermie ähnelt von der Idee den Fotovoltaikanlagen. Es geht um die Nutzung der Sonnenergie. Allerdings werden hier keine Leiter zur Stromerzeugung angeregt. 

Solarthermie beruht darauf, dass die Sonne in den Kollektoren eine Flüssigkeit erhitzt. Letztere gibt die Wärme in die Heizungsanlage oder zur Aufbereitung von Warmwasser wieder ab. 

Der Vorteil besteht in der Effizienz der Anlagen. Am richtigen Platz installiert, kann eine Solarthermie-Anlage den Heizenergiebedarf an vielen Tagen im Jahr decken. Selbst im Winter ist immer noch eine Ausbeute möglich – so lange die Sonne scheint. 

2. Pelletöfen 

Dieser Heizungstyp gehört in die Gruppe der Festbrennstoffheizungen. Haushalte, welche sich für diese Variante entscheiden, heizen in Zukunft mit Pellets aus Holz. Hierbei handelt es sich meist um verpresste Abfälle aus der Holzverarbeitung. Sägemehl wird wieder gebunden – die Pellets entstehen. 

Zu den Vorteilen gehört der Brennwert und die Tatsache, dass jeder Baum, welcher für Pellets verwendet wird, CO2 aufgenommen hat. Damit ist die Pelletheizung – zumindest in der Bilanz – eine durchaus umweltfreundliche Option. 

3. Geothermie und Wärmepumpe 

In der Natur ist Energie verfügbar, der Mensch muss sie nur nutzen. Neben Windkraft und Wasserkraft, die heute vorrangig im Zusammenhang mit entsprechenden Kraftwerksanlagen genutzt werden, gibt es noch die Geothermie. Das Prinzip macht sich den geothermischen Gradienten zunutze. 

Hintergrund: Je tiefer eine Bohrung in den Erdboden vordringt, umso wärmer wird es. Über eine Tiefensonde kann diese Energiequelle angezapft werden. Eine zweite Methode sind Flächenkollektoren. In diesen zirkuliert ein Wärmeträger, bei dem es sich im Normalfall um ein Gemisch aus Wasser und Glykol handelt. 

Diese nimmt Energie/Wärme aus dem Boden auf und leitet diese zu einer Wärmepumpe. Letztere führt die Wärme der Raumheizung oder Aufbereitung von Warmwasser zu. 

Für die Nutzung von Geothermie muss zunächst ein Loch in die Erde gebohrt werden, um die Erdwärmepumpe zu installieren.

Wie läuft die Modernisierung technisch ab? 

Grundsätzlich sind Detailfragen nur für den konkreten Einzelfall zu beantworten. Die Installation einer Heizungsanlage muss beispielsweise immer die Wohnfläche berücksichtigen. Hieraus ergeben sich die leistungstechnischen Anforderungen. In Bezug auf den eingesetzten Heizungstyp sind Lagefaktoren entscheidend. 

So braucht die Solarthermie – um effizient und kostendeckend zu arbeiten – ein Minimum an Bestrahlungsdauer. Und auch die Geothermie stellt an den Standort spezielle Anforderungen. Allerdings lassen sich einige grundlegende Schritt ausmachen. 

1. Planung 

Hier geht es um verschiedene Aspekte. Im Mittelpunkt steht aber immer die Suche nach der passenden Heizung bzw. deren Auslegung auf die Verhältnisse vor Ort. In die Planung haben verschiedene Aspekte einzufließen. Unter anderem geht es um die Frage, ob das bestehende System komplett getauscht oder nur der Heizkessel erneuert werden muss. In der Planungsphase ist auch zu prüfen, wie alle Maßnahmen am Ende vom Eigentümer finanziert werden. 

2. Demontage der alten Heizung 

Hier beginnt es für viele Eigentümer nervenaufreibend zu werden. Bevor der neue Heizkessel/die neue Heizung installiert werden kann, muss erst die alte Anlage demontiert werden. Je nach Alter und Umfang der Maßnahme wird bereits dieser Schritt sehr aufwendig. 

3. Vorbereitung der Installation 

Mitunter muss für die neue Heizung die Immobilie erst aufwendig vorbereitet werden. Wer etwa von der Kohlefeuerung auf Geothermie oder eine Pelletheizung umschwenkt, muss Rohre neu verlegen lassen und den Abzugskamin sanieren. Diese Arbeiten sollten im Normalfall Profis überlassen werden – und können sich schnell über einige Tage hinziehen. Natürlich ist das auch in Eigenregie möglich, aber die technischen Spezifikationen sind sehr komplex. Dies beginnt bei den richtigen Rohrgrößen, die in unterschiedlichen Maßeinheiten vorliegen und endet mit der richtigen Verbindung aller Elemente. 

4. Installation der neuen Heizung 

Dieser Schritt ist quasi das Finale. Nachdem die Immobilie auf die neue Heizung vorbereitet wurde – sprich alle Rohre und neue Heizkörper installiert sind – kann der Heizkessel installiert und angeschlossen werden. 

Achtung: Neu- und Umbauten an der Heizungsanlage müssen in der Regel durch den Bezirksschornsteinfeger abgenommen und für den Betrieb freigegeben werden. Hier geht es nicht um Schikane, sondern die Prüfung eines störungsfreien Betriebs der Anlage.

Was ist in Bezug auf die Kosten zu beachten? 

Ein neuer Heizkessel kostet einige tausend Euro. Muss die komplette Anlagentechnik auf links gedreht werden, kommt noch die Verlegung von Solarkollektoren oder Erdwärmekollektoren dazu, sind schnell einige zehntausend Euro erreicht. Summen, die sich kaum ein Haushalt ohne Weiteres leisten kann. 

Viele Eigentümer suchen daher nach Modernisierungskrediten bei Banken. Im Hinblick auf die Finanzierung bieten sich aber noch andere Optionen – in Form von Förderungen. Viele Haushalte kennen inzwischen die Modernisierungsförderungen der KfW. Letztere greift unter die Arme, wenn der energetische Status einer Immobilie verbessert werden soll. 

Was viele nicht wissen: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz BAFA) fördert ebenfalls die Umrüstung der alten Heizung auf erneuerbare Energien. Der Vorteil: Hier gibt es Zuschüsse, die einigen Eigentümern sicher eher gelegen kommen als die Kredite der KfW. Bevor allerdings über eine Förderung oder den Kredit nachgedacht werden kann, muss natürlich klar sein, wie teuer die neue Heizung wird. Hier kommen Eigentümer an professioneller Unterstützung sicher nicht vorbei.

Energetisch modernisieren – es geht nicht nur um die Heizung 

Die neue Heizung ist letztlich nur eine Seite der Medaille. Wer seine Immobilie vom Keller bis zum Dach auf Energieeffizienz umstellen will, kommt an der Dämmung und neuen Fenstern nicht vorbei. Je älter die Immobilie, umso aufwendiger wird das Ganze. Im Hinblick auf die Dämmung ist beispielsweise zu überlegen, ob die Fassade oder von innen gedämmt wird. Letzteres ist in der Regel eher für den Denkmalschutz-Sektor relevant. Bei den Fenstern steht zur Debatte, ob hier lediglich der Wärmeverlust nach außen oder auch der Wärmetransport im Sommer gelöst werden soll. Beides lässt sich heute mit verschiedenen Kombilösungen verbessern.

Fazit: Die neue Heizung – eine Herausforderung 

Wer sich als Eigentümer mit dem Gedanken trägt, die Heizung zu modernisieren, muss viele Aspekte im Auge behalten. Auf den Prüfstand gehört einerseits, welche Heizung die effizienteste Lösung fürs Haus ist. Auf der anderen Seite steht zur Debatte, welche Arbeiten für die Installation noch alles zu erledigen sind. Eigentümer sind mitunter überrascht, wenn Fachbetriebe plötzlich darauf hinweisen, dass auch die Rohrleitungen und Heizkörper erneuert werden müssen.

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare