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Vorsicht: So gefährlich ist gelber Schimmel

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Von: Janine Napirca

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Gelber Schimmel Aspergillus flavus
Unterschiedliche gelbe Schimmelpilze verursachen verschiedene gesundheitliche Schäden. Aspergillus flavus ist der giftigste und führt im schlimmsten Fall zu Aspergillose. © Wolfness72/Imago

Ist gelber Schimmel gefährlich? – Ja! Welche gesundheitlichen Folgen er verursacht und wie Sie gelben Schimmel bekämpfen können, lesen Sie hier.

Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, welche Farbe von Schimmel gefährlich ist? Die Antwort lautet: Schimmelpilze sind für den Menschen aufgrund der Aggressivität und Überlebensfähigkeit immer ein ernstzunehmendes Problem. Ob auf Lebensmitteln, in Pflanzen* oder an der Wand – sobald Sie irgendwo Schimmel entdecken, gilt es schnell zu handeln.

Wie erkennt man gelben Schimmel?

Gelber Schimmel ist in den seltensten Fällen homogen gelb. Die Farbvariationen reichen von gelbbraun über gelbrot bis hin zu ockerfarben. Hinzu kommen häufig schwarze, grüne oder weiße Schimmelflecken. Zudem kann ein Schimmelpilz Zeit seines Lebens die Farbe ändern. Ebenfalls variierend ist die Konsistenz von gelbem Schimmel. Während einige Schimmelarten wie Aspergillus flavus und Geomyces pannorum eher pudrig sind, wirken andere gelbe Schimmelpilze eher wie Watte.

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Gesundheitliche Folgen: Ist gelber Schimmel gefährlich?

Meistens handelt es sich bei gelbem Schimmel um Aspergillus flavus. Da dieser Schimmelpilz Gift absondert, ist er besonders gesundheitsschädlich. Deshalb zählt dieser gelbe Schimmel zu den giftigsten Schimmelpilzen überhaupt. Aspergillus flavus kann Lunge und Nieren wie auch die Leber schädigen. Menschen mit Vorerkrankungen können sogar eine gefährliche Infektion der Atemwege, genannt Aspergillose, davontragen. Zudem wirkt der Schimmelpilz langfristig krebserregend.

Aspergillus flavus tritt in Deutschland vor allem bei importierten Lebensmitteln, wie beispielsweise Nüssen und Trockenfrüchten, auf. Auch wenn strenge Kontrollen durchgeführt werden, sollten Sie selbst als Verbraucher lieber genauer hinschauen. Kontrollieren Sie Ihre Lebensmittel regelmäßig auf Schimmel und entsorgen Sie sie gegebenenfalls.

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Wo kommt gelber Schimmel vor?

Auch gelber Schimmel benötigt wie andersfarbige Schimmelarten zum Wachsen und Gedeihen vor allem eines: Feuchtigkeit. Außerdem sind Sauerstoff und die passenden Temperaturverhältnisse entscheidend. Diese variiert jedoch von Schimmelpilz zu Schimmelpilz. Diese gelben Schimmelarten gibt es:

SchimmelpilzTemperaturVorkommenAussehenGesundheitliche Folgen
Aspergillus flavus12 bis 48 Grad CelsiusErdboden, Pflanzen (Weizen, Mais, Nüsse)staubartig, oben gelbgrün, unten rotgoldSchäden an Lunge, Leber, Nieren, Aspergillose
Epicoccum nigrumRaumtemperaturenPflanzen, Lebensmittel, Erdboden, Textiliengelbrot, braun, schwarzMedikamentenherstellung (tötet andere Bakterien und Pilze ab), Allergien
Geomyces pannorum-20 bis 0 Grad CelsiusErdboden, Wand, Tapete, Holzgelb-
Mucorab 50 Grad CelsiusBrot, Obst, Gemüseweißgelb, baumwollartigschwere Entzündungen, Thrombose, Nekrose, Lungenentzündung, gastrointestinale Beschwerden

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Gelben Schimmel entfernen – Was hilft?

Von gelben Schimmelpilzen befallene Lebensmittel können und sollten Sie auch entsorgen. Betroffene Wände inklusive Tapeten können Sie je nach Ausprägung des Schimmelbefalls selber vom gelben Schimmel befreien. Verwenden Sie Schimmelentferner auf Basis von hochprozentigem Alkohol bzw. Wasserstoffperoxid, um den gelben Schimmel an der Wand bzw. auf der Tapete zu entfernen. Wenn der Befall jedoch einen halben Quadratmeter überschreitet, sollten Sie eine professionelle Schimmelentfernung in Anspruch nehmen.

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Kann man gelbem Schimmel vorbeugen?

Auf Lebensmitteln lässt sich gelber Schimmel am besten vermeiden, wenn Sie Ihre Vorräte kühl und trocken lagern. Verbrauchen Sie sie außerdem zeitnah und halten Sie Ihre Vorratskammer und Küche hygienisch sauber. Dann hat gelber Schimmel keine Chance!

Um einen Befall von gelbem Schimmel an der Wand bzw. der Tapete zu verhindern, sollten Sie immer richtig lüften. Das bedeutet, dreimal täglich stoßlüften. So vermeiden Sie Kondenswasser am Fenster. Auch nach dem Duschen und Kochen sollten Sie die Fenster mindestens für fünf Minuten geöffnet lassen, am besten mit Durchzug. So übersteigt die Luftfeuchtigkeit nicht die Grenze von 60 Prozent. Außerdem sollten Sie auch die richtige Temperierung Ihrer Räume achten. 19 bis 22 Grad Celsius in Wohnräumen und 22 bis 24 Grad Celsius im Badezimmer sind empfehlenswert.

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Achtung – Das ist kein gelber Schimmel!

Nicht alles, was aussieht wie gelber Schimmel, ist auch gelber Schimmel. Diese Pilze sehen gelbem Schimmel zum Verwechseln ähnlich:

(jn) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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