Demografischer Wandel

Diese Herausforderungen sind zu meistern

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Die Altersgruppe der Senioren könnte unterschiedlicher nicht sein. Während die fitten Älteren im Alter ihr Leben fernab von den Zwängen der Berufstätigkeit genießen, brauchen andere bereits Unterstützung und Pflege.

Immer häufiger steht in den Medien die Forderung, dass sich Städte und Kommunen auf den demografischen Wandel einstellen müssen. Doch wie sieht dieser in Mannheim eigentlich aus?

So ist es um die Altersstruktur in Mannheim bestellt

Die Bevölkerungszahlen von Mannheim sind weitestgehend stabil. Im Jahr 1990 lag die Zahl der Gesamtbevölkerung bei 310.411. Für das Jahr 2017 veröffentlichte das Statistische Landesamt Baden-Württemberg die Zahl von 307.997 Menschen. Spannend ist vor allem der Detailblick auf die Altersstruktur, in der sich sehr wohl Veränderungen deutlich machen.

  • Die Gruppe der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahren machte im Jahr 1990 noch 48.290 Menschen aus. Im Jahr 2017 belief sich die Mannheimer Bevölkerung in diesem Alter auf 47.315. Fazit: Ein leichter Rückgang wird deutlich, obgleich allein im Rhein-Neckar-Kreis im Jahr 2017 5.000 Babys auf die Welt gekommen sind.
  • Die Gruppe der 18- bis 30-Jährigen machte im Jahr 1990 noch 66.814 Menschen aus. Im Jahr 2017 belief sich die Mannheimer Bevölkerung in diesem Alter auf 57.706. Fazit: Ein deutlicher Rückgang wird sichtbar.
  • Die Gruppe der 30- bis 60-Jährigen machte im Jahr 1990 128.820 Menschen aus. Im Jahr 2017 belief sich die Mannheimer Bevölkerung in diesem Alter auf 129.113. Fazit: In dieser großen Altersgruppe lässt sich kaum eine Veränderung erkennen.
  • Die Gruppe der ab 60-Jährigen machte im Jahr 1990 noch 66.487 Menschen aus. Im Jahr 2017 belief sich die Mannheimer Bevölkerung in diesem Alter auf 73.863. Fazit: Ein Anstieg wird deutlich.

Während die fitten Älteren im Alter ihr Leben fernab von den Zwängen der Berufstätigkeit genießen, brauchen andere bereits Unterstützung und Pflege.Was diese Zahlen inhaltlich aussagen, bleibt Interpretationssache. Die Zahl der 18- bis 30-Jährigen lässt mutmaßen, dass Mannheim nicht dazu gemacht ist, denjenigen eine Option zu bieten, die nach der Ausbildung in den Beruf starten. Eventuell lassen sich diese Zahlen mit einer temporären Abwanderung begründen. Dass die 30- bis 60-Jährigen jedoch ihr Zahlenlevel gehalten haben, lässt vermuten, dass der Standort Mannheim durchaus Lebensqualität offeriert, denn sonst wäre in diesen Jahren – in denen viele Menschen beruflich und privat sesshaft werden und eine Familie gründen – ein stärkerer Einbruch zu verzeichnen gewesen.

Was hingegen eine Herausforderung mit sich bringt, ist die letzte Altersgruppe: die der über 60-Jährigen. Natürlich ist es schwierig, diese keineswegs homogene Bevölkerungsgruppe in eine Schublade zu stecken. Allerdings zeigt sich mit oder ohne Schublade: Die Menschen Mannheims werden älter. Und während die junggebliebenen und fitten Älteren nach Alternativen nach ihrem beruflichen Leben suchen, sind die kranken Älteren diejenigen, die versorgt werden müssen. Und an dieser Stelle lassen sich dieselben Herausforderungen beobachten wie im Bereich der Kinder: Die Betreuungssituation muss verbessert werden.

Möglichkeiten für die ältere Generation

Wer pflegebedürftig ist, kann in ein Pflegeheim umziehen oder eine 24-Stunden-Unterstützung annehmen. Welche Möglichkeit passender ist, entscheidet meist der Blick ins Portemonnaie.

Die Stadt Mannheim selbst offeriert ihren Senioren ein durchaus breites Angebot. Online gibt es Verweise auf Freizeitangebote, Hobbygruppen, Seniorentreffs sowie eine umfangreiche Publikation, wo die ältere Mannheimer Bevölkerung wohnen kann, wenn sie mehr oder weniger auf Pflege angewiesen ist. Bevor das passende Wohnareal ausgewählt werden kann, ist es wichtig, die Betreuungsmöglichkeiten zu kennen, die heute vielfältiger denn je sind. Neben klassischen Pflegeheimen, die Langzeit- und Kurzzeitpflegeplätze offerieren, gibt es heute Seniorenresidenzen als Luxus-Option sowie diverse Angebote, die partiell greifen, wie beispielsweise spezielle Tages- und Nachtpflegeoptionen.

Zuhause leben und gut versorgt sein

Der größte Wunsch vieler älterer Menschen ist, möglichst lange zuhause wohnen zu bleiben. Das ist immer dann möglich, wenn der Wohnraum entsprechend seniorengerecht und im Idealfall barrierefrei gehalten ist. Zudem gilt es die Betreuungssituation so zu regeln, dass der ältere Mensch rund um die Uhr gut betreut ist. Dabei gilt es zwischen der 24-Stunden-Betreuung und der 24-Stunden-Pflege zu unterscheiden. Während die Betreuung durchaus von Privatpersonen, Verwandten, Angehörigen oder anderen Betreuungspersonen bewerkstelligt werden kann, bedeutet 24-Stunden-Pflege, dass eine professionelle Pflegekraft dafür engagiert wird, die Intensivpflege zu gewährleisten.

Betreut wohnen oder gemeinsam in einer WG?

Auch wenn es einen Unterschied zwischen Betreutem Wohnen und einer Senioren-WG gibt, so ist es dennoch eine Form von selbstbestimmtem Wohnen ohne dabei ganz allein zu sein. Betreutes Wohnen ist meist eine Kopplung aus einem überschaubaren Wohnraum in Kombination mit der Möglichkeit, im Bedarfsfall eine Pflegekraft zu rufen. Meist sind betreute Wohnräume an Seniorenheime gekoppelt, weil hier ohnehin das Pflegepersonal vor Ort ist. Bezüglich der Kosten gilt jedoch: Jedes Klingeln nach einer Zusatzleistung wird separat berechnet und kommt zu den Preisen, die betreute Wohnformen ohnehin kosten, on top.

Eine Alternative zur Senioren-WG könnte auch das fast schon aus der Mode gekommene Mehrgenerationenwohnen sein.

Eine Senioren-WG zu bewohnen, kann hingegen ein Schnäppchen werden, denn: Bei diesem Wohnmodell werden die Kosten geteilt. Angemietet wird eine WG-taugliche, möglichst seniorenfreundliche Wohnung, die sowohl Gemeinschaftsräume wie etwa Küche und Wohnbereich bietet als auch Einzelräume, die als private Schlaf- und Wohnräume dienen. Kosten für Miete und Energie werden geteilt. Auch der Einkauf in größeren Mengen ist wirtschaftlicher.

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