Luxuriöses Wohnen in LU

Traumhaft schön: Wohnen am „Rheinufer Süd“

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Viele Interessenten sind keine gebürtigen Ludwigshafener.

Wo einst Schiffe beladen oder Güter produziert wurden, dreht sich heute oft der Baukran: Am Fluss. Gewässer sind zu einem beliebten Ziel für Bauherren geworden.

Allerdings haben es die Preise meist in sich...

Von ihrer Terrasse aus sehen Paul und Christina Benzinger den Rhein und die vorbeiziehenden Schiffe. Das Ehepaar lebt in einem neuen Ludwigshafener Viertel, das direkt am Fluss entsteht. Einer der Gründe dafür: Es sei schön, am Wasser zu sein, sagt der 70-jährige Paul Benzinger. 

Er bereut es nach eigenen Angaben nicht, aus der Nachbarstadt Mannheim hierher in ein Penthouse im vierten Stock gezogen zu sein, etwa 250 Meter vom Rhein entfernt. „Es ist eine tolle Lage, wir würden es immer wieder machen.“ Auch das Mannheimer Schloss kann man von hieraus sehen. 

Rheinufer Süd“ heißt das Gelände am Fluss, das nach Darstellung des Immobilienunternehmens GAG Ludwigshafen bei Investoren gut ankommt. Es steht für eine ganze Reihe von rheinland-pfälzischen Bauprojekten am Wasser. In den vergangenen Jahren sei zu beobachten, dass „immer mehr an den Fluss gezogen wird“, sagt Prof. Sascha Henninger vom Fachbereich Raum- und Umweltplanung an der TU Kaiserslautern. 

Ob Speyer, Mainz oder Koblenz: Vielerorts entstehen auf ehemaligen Verkehrs- oder Industrieflächen am Ufer schmucke Mehr- oder Einfamilienhäuser. Es würden immer mehr davon gebaut, um „so eine Art neue Lebensqualität in den urbanen Raum reinzubekommen“, sagt Henninger. 

Dabei gehe es meist um hochwertige Anlagen zu hohen Preisen. Die Bauweise ist nach seinen Erfahrungen häufig sehr offen und „glaslastig“. Davon verspreche man sich mehr Natureindrücke, „weil man eben nicht auf die versiegelte Fläche starrt, sondern erstmal das Gewässer, den Fluss oder vielleicht den See vor sich hat“. 

Hochwassergefahr 

Das schaffe eine andere Wahrnehmung als sonst beim Wohnen in der Stadt. „Wasser ist immer ein wunderbarer Ruhepol“, sagt Annette Müller von der Architektenkammer Rheinland-Pfalz. Seit vielen Jahren öffnen sich nach ihren Angaben Städte zum Wasser hin, zu dem sie unter anderem wegen der Hochwassergefahr lange auf Distanz waren. 

Am Wasser zu bauen, sei immer noch eine Herausforderung, weil man die 100- und 200-jährigen Hochwasser mitbedenken müsse. Angesichts des Klimawandels gehe man davon aus, dass diese wahrscheinlicher würden. „Wasser hat viele Qualitäten“, sagt Müller, „aber Wasser hat auch Gefahren“. So bestehe immer die Möglichkeit, dass ein Gebäude volllaufen oder aufschwimmen könne. Dagegen müsse man Maßnahmen ergreifen. 

Und: „So schön es ist, aber es gibt auch von der Binnenschifffahrt eine gewisse Lärmbelästigung, zum Beispiel im engen Tal“, sagte Müller. „Da gibt es Witterungslagen, da meinen Sie, das Schiff würde Ihnen über den Küchentisch fahren.“ 

Im Sommer gebe es an Wochenenden außerdem Freizeitverkehr auf dem Wasser, zum Beispiel in Form von Schnellbooten. „Das kann an einem schönen Sommernachmittag auch nervig sein und Ihnen den Balkon verleiden.“ 

Aber klar sei auch: Am Wasser in der ersten Reihe zu wohnen, sei zwar teuer, aber man habe einen klaren und unverbaubaren Blick. „Wo haben Sie das in der Stadt?“ 

Die Lage am Wasser: Das ist das Pfund“, sagt Ernst Merkel, Vorstand der Wohnungsbaugesellschaft GAG Ludwigshafen. Diese hatte ebenso wie die Stadt Gelände am Fluss gekauft und es 2002 in eine Gesellschaft eingebracht, die es vermarktet. 

Sündhaft teure Aussicht

Insgesamt sind es 41 Hektar. „Es wird sehr, sehr gut angenommen“, sagt Merkel. Auf Industriebrachen am Ufer wurden bislang 800 von mehr als 1000 geplanten Wohnungen gebaut, eine Straße wurde vom Rhein weg verlegt. Die Verkaufspreise liegen in besten Lagen stellenweise bei 5500 bis 6000 Euro je Quadratmeter. 

Auch Raum für gut 3000 Arbeitsplätze ist geplant oder schon realisiert, zum Beispiel in Büros. Auf der nahen Parkinsel wurden Einfamilienhäuser gebaut, weitere sollen direkt am Wasser entstehen, den Preis schätzt Merkel je auf über eine Million Euro. Zudem soll es eine Marina mit 34 Anlegestellen geben, wo Anwohner ihre Boote festmachen können. 

Auch an Schutz vor 200-jährigem Hochwasser wurde gedacht. Die Stadt habe 50 Millionen Euro investiert und damit private Investitionen von 435 Millionen Euro angestoßen, worauf man stolz sei, sagt Merkel. Interessenten kämen auch aus Heidelberg und aus Mannheim, „Superreiche“ seien hergezogen, „weil der Blick auf Mannheim, auf das Mannheimer Schloss so wunderschön ist“. 

Die Interessenten

Überwiegend kämen die Käufer von auswärts, sagt Sonja Müller-Zaman, die GAG-Bereichsleiterin Immobilien. „Ich würde jetzt mal sagen: 70 Prozent.“ Viele arbeiteten in Frankfurt oder Stuttgart, bis zum ICE-Bahnhof seien es schließlich nur zehn Minuten.

dpa/hew

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