Alle Jahre wieder

Weihnachtsgeschenke für Technikverliebte

+

Der Oktober hat seine besten Tage bereits hinter sich. Zeit also, sich langsam mit dem Fest der Feste zu befassen. Bloß: Was soll es denn für Technikverliebte in diesem Jahr sein?

Ist Deutschland unkreativ? Nun, zumindest wenn man einen Blick auf die beliebtesten Weihnachtsgeschenke des vergangenen Jahres wirft, könnte man durchaus diesen Eindruck bekommen: Gutscheine bzw. Geld, Bücher, Lebensmittel, Süß- und Spielwaren sind die Top 5 der bundesrepublikanischen Weihnachtsbaum-Unterleger. Das ist aber oft der Notwendigkeit geschuldet, dass es zunehmend schwieriger wird, etwas zu schenken, wo die meisten sich das, was sie brauchen/wollen einfach selbst kaufen. Besonders knifflig ist das bei Menschen, die Spaß an technischen Spielereien haben. Soll man denen Gadgets schenken, die womöglich nicht zu dem passen, was sie bereits haben? Da wirkt der Gutschein schon verlockend – oder aber etwas, das wir für diesen Artikel herausgesucht haben. Denn Technikfans kann man auch jenseits von smarten Spielereien beglücken.

1. Ein Radio-Bausatz

Elektronisch sind die meisten Menschen heute – immerhin hat allein das Smartphone mittlerweile eine Bevölkerungsdurchdringung von gut und gerne 70 Prozent erreicht. Doch wie die technischen Wunderwerke funktionieren, wissen nur die Wenigsten. Kein Wunder, sind sie doch unglaublich komplex.

 

Was dagegen trotz aller Versuche, Digitalradio zu etablieren, nach wie vor wie ein wunderbar einfaches Relikt der Vergangenheit wirkt, ist das UKW-Radio. Ein paar Transistoren, Mechaniken zur Frequenzverstellung und schon lassen sich allein in unserer Region mehrere Dutzend Sender empfangen – ganz ohne Digitaltechnik.

Klingt verlockend? Dann sollte man Google nach „Radio-Bausatz“ durchforsten. Mehrere Anbieter gibt es, keiner davon liegt über der 50-Euro-Schwelle. Und der Beschenkte hat nicht nur Bastel-, sondern dauerhaften Spaß.

2. Eine Automatikuhr

Seit den 2000ern erlebte die Armbanduhr ein kleines Tief – denn mit dem Aufstieg des Handys auch als dauerverfügbarer Zeitmesser verzichteten viele auf die Uhr am Handgelenk. Erst mit dem Aufkommen der Smartwatch änderte sich das wieder.

Allerdings: Wie schon damals, als in den 1970ern die große „Quarz-Krise“ die Welt der Zeitmesser erschütterte, sind die heutigen smarten Uhren zwar unheimlich funktionell und hochpräzise. Aber es mangelt ihnen nach Ansicht vieler an der „Seele“ einer Uhr, wie sie nur durch das faszinierende Zusammenspiel von Federn und Zahnrädchen entsteht.

Das bringt uns zu Automatikuhren. Sie sind ein tragbares mechanisches Wunderwerk, denn darin befinden sich weder Batterien noch Quarzkristalle oder irgendwelche Leiterplatinen. Gleichsam sind sie jedoch so konstruiert, dass sie durch die Bewegungen des Arms bzw. Handgelenks nur durch das Tragen aufgezogen werden. Es ist also nicht notwendig, regelmäßig über die Krone zu spannen.

Damit lassen sich Automatikuhren ebenso sorglos tragen wie jede Digitaluhr. 

Tipp: Für Technikverliebte sollte man auf ein Modell mit Glasboden bzw. durchbrochenem Zifferblatt setzen. Dann können sie der Mechanik bei der Arbeit zuschauen. 

3. Ein Dörrautomat

Wohl viele Leser dürften im Supermarkt schon über die kleinen Beutelchen mit „Beef Jerky“, also luftgetrockneten Dörrfleisch, gestolpert sein. Lecker ist der Inhalt, aber aufs Kilogramm bezogen auch dreist überteuert. 

Wenn der zu beschenkende Technikfreund zu denjenigen gehört, die ebenfalls Beef Jerky lieben, könnte ein Dörrautomat genau sein Geschenk sein. Der macht nichts anderes, als darin gestapelte Lebensmittel mit warmer Luft zu umströmen und ihnen dadurch jegliche Feuchtigkeit zu entziehen. 

Für das perfekte Geschenk sucht man noch ein passendes Rezept und schenkt gleich ein ganzes Starter-Paket bestehend aus Rindfleisch (Rouladen eignen sich perfekt) sowie den notwendigen Marinade-Zutaten und dem Dörrautomat. Dann kann der Spaß gleich nach den Feiertagen beginnen.

4. Ein Motor-Bausatz

Abgasskandale hin, Klimawandel her, auch wenn es am Verbrennungsmotor einiges zu kritisieren gibt, lässt sich doch nicht leugnen, dass es sich dabei auf technischer Ebene um ein regelrechtes Kunstwerk handelt, bei dem Uhrmacher-ähnliche Präzision auf das Zusammenspiel hunderter Teile und hohe Temperaturen trifft. Kein Wunder, dass es Menschen gibt, die nur zum Spaß alte Flugzeug- und Rennmotoren restaurieren und laufenlassen. 

Bloß: Dafür haben die wenigsten die notwendige Zeit, Platz und Werkzeugdichte. Auch das Portemonnaie leidet unter einem solchen Steckenpferd natürlich beträchtlich. Doch genau dafür gibt es Motorbausätze. Nachbildungen von echten Verbrennungsmotoren im kleinen Maßstab. Aber, und das ist das Entscheidende, alles darin arbeitet wie bei einem echten Motor, mit der einzigen Ausnahme, dass der Betrieb „verkehrtherum“ erfolgt, also nicht über Kraftstoff, sondern einen kleinen Elektromotor, der das Ganze in Bewegung setzt. Bastel- und Spielspaß und macht sich auch im Bücherregal noch hervorragend.

5. Ein Rasierhobel

Zugegeben, dieses Geschenk ist etwas Männer-zentriert, wenngleich es auch Frauen gibt, die es nutzen. Aber es hat neben dem Technikfaktor auch das Zeug, auf die Dauer jede Menge Geld zu sparen.

Denn womit wir uns heute die Stoppeln aus dem Gesicht und anderen Körperregionen schaben, also dem Systemrasierer, ist eine junge Erfindung aus den 1970ern, die erst in den 80ern groß wurde. Zuvor benutzte man seit Beginn des 20. Jahrhunderts den Rasierhobel, bestückt mit „richtigen“ Rasierklingen.

Was das zum perfekten Geschenk macht? Vor allem, dass diese Hobel noch aus dem Vollen hergestellt werden. Metallisch satt und schwer liegen sie in der Hand, sind kleine technische Juwelen. Und die Rasur ist eine andere. Viele bezeichnen sie als sauberer, glatter – und selbst absolute Luxusklingen rufen im Zehnerpäckchen nur einen Bruchteil des Preises einer Handvoll Systemklingen auf.

Wichtig: Wenn der Beschenkte sich täglich rasiert, sollte es ein (sanfteres) Modell mit geschlossenem Kamm sein (die Kante vor der Klinge). Vergehen zwischen den Rasuren jedoch mehrere Tage, ist ein offener Kamm die bessere Wahl.

6. Eine analoge Wetterstation

Digitale Wetterstationen dürften heute zu den populäreren Weihnachtsgeschenken zählen. Aber: Digitaltechnik ist eben kaum greifbar, weil alles, das Technikliebhaber interessiert, unsichtbar hinter den Kulissen stattfindet.

Etwas anders sieht es bei analogen Wetterstationen aus. Bei ihnen greift ein ähnliches Prinzip, das auch die Automatikuhren so attraktiv macht: Man kann die Technik noch wirklich erleben.

  • Luftdruckmesser
  • Luftfeuchtigkeitsmesser
  • Thermometer

Das alles in Form von Rundinstrumenten mit Zeigern, teils auch aufsehenerregend unter Glaszylindern mit übereinander angeordneten Anzeigetrommeln. Natürlich, längst nicht so funktionsgewaltig wie eine digitale Wetterstation. Aber darum geht es nicht. Präzise sind auch diese Geräte, bloß haben sie mehr „Soul“ und sind meist an der Wand oder auf dem Tisch auch wesentlich attraktiver als das X-te LCD-Display.

7. Ein Nachtsichtgerät

Gesehen haben wohl es schon die meisten in den Nachrichten über irgendwelche Scharmützel oder im Action-TV: Die gespenstisch grünen Bilder von Nachtsichtgeräten. Und die Technik, die dahintersteckt, ist ziemlich faszinierend.

Kern der Geräte ist eine Bildwandler-Röhre – ein entfernter Verwandter jenes Bauteils, das vor Erfindung des Flachbild-TVs das Fernsehbild erzeugte. Diese Röhre kann noch geringste Lichtmengen, die auf sie treffen, um ein Vielfaches verstärken und so beim Blick durchs Gerät die Nacht zum Tag werden lassen. Ferner kann es auch für das menschliche Auge unsichtbare Lichtwellen im Infrarotbereich sichtbar machen. Übrigens ist diese Technik nicht mit Wärmebildgeräten zu verwechseln, die zwar auch in der Nacht funktionieren, aber durch die von allen Gegenständen abgestrahlte Wärme.

Zugegeben, was heutige Militärs und Fernsehstudios nutzen, ist preislich weit jenseits von Normalverbraucher-Regionen angesiedelt. Aber einfachere, jedoch brauchbare Nachtsichtgeräte gibt es bereits für niedrige dreistellige Summen und zwischen Nachtwanderung und Tierbeobachtung offerieren sie unzählige kreative Verwendungsmöglichkeiten.

8. Ein Multitool

Die Zeiten, in denen kein Kind, vor allem Junge, vor die Tür ging, ohne dass sich in den Tiefen seiner Hosentaschen ein Schweizer Taschenmesser befand, sind samt und sonders vorbei. Und so kommt es, dass viele Menschen heute den kleinen Alltagssorgen zwischen Paket, Brötchen und loser Schraube gänzlich „unbewaffnet“ gegenübertreten.

In diesem Sinne ist ein Multitool das vielleicht technischste Geschenk dieser Liste. Der Nachfolger im Geiste des Taschenmessers. Meist größer und schwerer, dafür aber auch mit einem Funktionsumfang ausgestattet, der die Augen des wohl bekanntesten Taschenmessernutzers, Serienheld MacGyver, zum Leuchten bringen würde – schon wegen der zum Grunddesign immer dazugehörigen Kombizange.

Allerdings: Ein gutes Multitool kostet schnell hohe zwei- bis dreistellige Beträge. Und die sollte man auch ausgeben, denn mindere Qualität, die dann versagt, wenn man sie wirklich benötigt, ist doppelt ärgerlich.

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare