Wohnwagen vom Wasser mitgerissen

Ferienlager in Frankreich überschwemmt: Leiche identifiziert - Deutscher Betreuer tot

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Unwetter in Frankreich

Ein deutsches Zeltlager wurde nach heftigen Regenfällen in Südfrankreich am Mittwoch überschwemmt. Ein Betreuer der 119 Kinder wird seitdem vermisst. Nun erhebt die Polizei schwere Vorwürfe gegen die Veranstalter.

Update 15. August 2018, 20.41 Uhr: Nach der Überschwemmung eines deutschen Ferienlagers in Südfrankreich haben die Behörden den Tod des vermissten Betreuers bestätigt. Bei dem im Fluss Ardèche entdeckten Todesopfer handele es sich um die Leiche des 66-jährigen Deutschen, teilte die Staatsanwaltschaft in Nîmes am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP mit. Eine Autopsie der Leiche solle am Donnerstag folgen.

Die Polizei hatte das Todesopfer am Montag unweit des Campingplatzes in Saint-Julien-de-Peyrolas gefunden, der zuvor überschwemmt worden war. Der Betreuer des Ferienlagers der Leverkusener Jugendförderung St. Antonius war vermisst worden, nachdem sein Wohnwagen bei der Überschwemmung von den Wassermassen mitgerissen worden war.

Update vom 14. August 2018, 08.08 Uhr: Nach der Überschwemmung eines deutschen Ferienlagers in Südfrankreich ist im Fluss Ardèche eine Leiche gefunden worden. Es handele sich "mit hoher Wahrscheinlichkeit" um die Leiche eines 66-jährigen vermissten Deutschen , sagte ein Polizeisprecher am Montagabend der Nachrichtenagentur AFP. Die Leiche wurde demnach am Montag in der Nähe des Ferienlager-Geländes im Ort Saint-Julien-de-Peyrolas gefunden und geborgen, aber noch nicht identifiziert.

Der Betreuer des Ferienlagers der Leverkusener Jugendförderung St. Antonius wird vermisst, seit der Campingplatz am Donnerstag nach heftigen Regenfällen überschwemmt wurde. Sein Wohnwagen wurde vom Wasser mitgerissen und später zerstört aufgefunden. Nach dem 66-Jährigen war am Wochenende noch gesucht worden.

Die Leiche wurde nun zur Identifizierung in die Gerichtsmedizin gebracht, wie der Polizeisprecher sagte. Das Ergebnis der Untersuchung wird nach Polizeiangaben aber erst in einigen Tagen vorliegen.

Insgesamt 184 gerettete Menschen, ein Toter

Nach der Überschwemmung waren nach Angaben der französischen Behörden insgesamt 184 Menschen gerettet worden, die sich in dem deutschen Zeltlager und auf zwei angrenzenden Campingplätzen aufhielten. Neun deutsche Kinder und Jugendliche wurden demnach leicht verletzt, rund hundert wurden psychologisch betreut. Die Kinder und Jugendlichen aus dem Zeltlager sind seit Samstagabend wieder zurück in Leverkusen.

Die französische Justiz ermittelt nun gegen den Vorsitzenden und den stellvertretenden Vorsitzenden der Jugendförderung St. Antonius. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ergaben die Ermittlungen, dass das Gelände des Ferienlagers an einem Seitenarm der Ardèche in einem überschwemmungsgefährdeten Gebiet lag und die Betreiber dies wussten.

Update vom 10. August 2018, 12.29 Uhr: Nach der Überschwemmung eines deutschen Ferienlagers in Südfrankreich hat die Polizei zwei deutsche Verantwortliche festgenommen.

Nîmes - Gegen den Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der Jugendförderung St. Antonius in Leverkusen bei Köln werde unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung und Betreibens eines Campingplatzes ohne behördliche Genehmigung ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Nîmes der Nachrichtenagentur AFP mit.

Zudem wird den beiden Männern nach Angaben von Staatsanwalt Eric Maurel zur Last gelegt, "das Leben anderer in Gefahr gebracht zu haben". Ein Betreuer des Ferienlagers wird vermisst, seit der Campingplatz in Saint-Julien-de-Peyrolas am Donnerstag nach heftigen Regenfällen überschwemmt wurde.

Camp zu nah am Ufer gebaut

Die Gemeinde wirft den deutschen Betreibern vor, ihren Zeltplatz zu nah an den Fluss Ardèche gebaut zu haben, der sich nach den Regenfällen in einen reißenden Strom verwandelte.

Die Behörden erklärten, sie hätten die Deutschen 48 Stunden vor dem Drama vor einer möglichen Überschwemmung ihres Campingplatzes gewarnt. Der Bürgermeister schaltete nach Angaben der Staatsanwaltschaft sogar das zuständige Verwaltungsgericht ein. Dennoch befanden sich noch zahlreiche Kinder und Jugendliche auf dem Zeltplatz, als der Fluss über die Ufer trat.

Staatsanwalt Morel sagte, die Ermittler seien in "sehr großer Sorge" um den Vermissten. "Sollte er tot aufgefunden werden, würde die Ermittlung auf fahrlässige Tötung ausgeweitet", betonte er.

Suche nach vermisstem Deutschen in Südfrankreich geht weiter

Der Wohnwagen des Mannes war am Donnerstag in Saint-Julien-de-Peyrolas am Fluss Ardèche bei einer Überschwemmung mitgerissen und zerstört worden. Es soll sich um einen Betreuer eines Ferienlagers mit Kindern aus Deutschland handeln. 

Die 119 Kinder der Gruppe aus Leverkusen wurden nach früheren Angaben der Präfektur in Sicherheit gebracht. Vier Teilnehmer kamen wegen Unterkühlung ins Krankenhaus.

Die Behörden in Südfrankreich wollen an diesem Freitag die Suche nach einem vermissten Deutschen fortsetzen. Dazu werde auch ein Hubschrauber eingesetzt, berichtete der Fernsehnachrichtensender BFMTV unter Berufung auf die Präfektur in Nîmes.

 

„Die ersten Eltern sind vor Ort und holen ihre Kinder ab“, teilte der Veranstalter, das Leverkusener Zeltlager St. Antonius, am Freitagmorgen auf seiner Facebook-Seite mit. „Die Nacht war unruhig, dennoch konnten alle ein bisschen schlafen.“ Die Kinder sollten nun so schnell wie möglich mit Bussen nach Leverkusen gebracht werden.

Das Zeltlager war nach Angaben der Präfektur von Nîmes wegen des Unwetters geräumt worden - eine Vertreterin des Veranstalters erklärte in Leverkusen, dass der Campingplatz komplett überspült worden sei. Die Rückfahrt der Teilnehmer werde organisiert.

Die Region war am Mittwoch von heftigen Regenfällen getroffen worden. Mehrere Campingplätze wurden geräumt. Mehrere Hundert Feuerwehrleute und Polizisten waren im Einsatz.

dpa/afp

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