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Wetter in Deutschland 2019: Jahresbilanz zeichnet düsteres Bild: „Klimawandel auf der Überholspur“

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Von: Martina Lippl

War das Wetter in Deutschland 2019 extrem? Schlägt das vergangene Jahr erneut Wetter-Rekorde. Nun liegt eine vorläufige Wetterbilanz vor.

München -  Der Sommer 2019 war besonders heiß und trocken, gleich mehrere Hitzerekorde wurden geknackt. Doch wie sieht die Jahresbilanz 2019 für das Wetter in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 aus? 

2019 war in Deutschland das wohl drittwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,2 Grad liegt 2019 knapp hinter 2018 und 2014. Zum Vergleich: Die jährliche  Durchschnittstemperatur Deutschlands liegt bei 8,2 Grad, berichtet tagesschau.de. Dieser Wert wurde demnach in den Jahren 1961 bis 1990 ermittelt. 

Schon 2018 war als ein extremes Jahr in die Wettergeschichte eingegangen. Mit im Schnitt 10,4 Grad hatte Deutschland das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im 19. Jahrhundert erlebt. Zugleich war 2018 auch das sonnigste Jahr und eines der trockensten.

Das Jahr 2019 folgt diesem Trend. Abgesehen vom Mai fielen laut wetteronline.de alle Monate überdurchschnittlich warm aus. 

Wetter 2019 - Hitzewelle im Sommer mit Rekordwerten

Vor wenigen Tagen hatte ein DWD-Sprecher mit Blick auf 2019 gesagt: „Der Klimawandel bleibt auf der Überholspur.“ In der nun zu Ende gehenden Dekade seien deutschlandweit neun der zehn wärmsten Jahre verzeichnet worden. Der DWD ging davon aus, dass 2019 nach der Auswertung aller Messergebnisse das drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen sein dürfte.

Deutschland-Wetter: Jahresbilanz 2019 - Extreme Hitze nicht das einzige Problem

Wie bereits die meisten der vorangegangenen Jahre sei auch das zu Ende gehende Jahr in Deutschland wieder zu trocken, zu warm

und mit mehr Sonnenschein als üblich verlaufen, berichtete DWD-Sprecher Andreas Friedrich am Montag nach der vorläufigen Auswertung der Ergebnisse der rund 2000 DWD-Messstationen.

„Der Klimawandel ist auf der Überholspur“, sagte er. Dies gelte nicht nur für Deutschland - nach internationalen Messergebnissen ist 2019

weltweit wohl das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Temperaturdurchschnitt in Deutschland lag 2019 laut DWD mit 10,2 Grad um 2,0 Grad über dem Wert der Referenzperiode von 1961 bis 1990.

Die Tatsache, dass neun der zehn heißesten Jahre in Deutschland in der Dekade zwischen 2010 und 2019 verzeichnet worden seien, zeige eindeutig: „Das ist kein Zufall.“ Der DWD-Sprecher sprach von einer „dramatischen Häufung“.

Hitze war aber nach DWD-Angaben nicht das einzige Wetterextrem des Jahres 2019. Wie bereits im Jahr zuvor war gerade der Sommer deutlich zu trocken - auch wenn mit einem bundesweiten Durchschnitt von bislang rund 730 Litern Niederschlag pro Quadratmeter immerhin 93 Prozent des jährliche Regen-Solls erreicht wurden. Allerdings fiel in manchen Regionen viel zu wenig Regen.

Zudem war das Jahr 2019 nach den vorläufigen Ergebnissen besonders sonnig: Mit etwa 1800 Stunden Sonnenscheindauer wurde das durchschnittliche Jahres-Soll von 1544 Stunden deutlich übertroffen. Am längsten zeigte sich die Sonne am Hochrhein mit rund 2120 Stunden, am wenigsten im Norden und im Sauerland mit örtlich weniger als 1500 Stunden.

Deutschland-Wetter 2019: Jahresbilanz nach Monaten

Die Ausführungen des Deutschen Wetterdienstes zum Wetter in Deutschland 2019 nach Regionen im Wortlaut:

„2019 begann mit einem niederschlagsreichen Januar. Wolken stauten sich an den Nordrändern der Berge und führten dort zu lange nicht erlebten Schneemassen. Der Februar zeigte sich dagegen als sonnenscheinreichster Monat seit Messbeginn und mit sehr hohen Temperaturen bereits richtig frühlingshaft. Im März fegte eine ganze Reihe von schweren Stürmen über das Land, bevor der April mit trockenem und häufig sehr warmem Wetter schon einen Vorgeschmack auf den Sommer brachte. Völlig anders der Mai: Nach 13 zu warmen Monaten hintereinander verlief er sehr kühl und nass. Doch folgte der wärmste und sonnigste Juni seit Messbeginn. Dies war der Auftakt eines weiteren erheblich zu trockenen und extrem heißen Sommers, der alle vorangegangenen noch an Hitze übertraf. Flüsse trockneten aus und auch die Wälder litten unter der großen Trockenheit. Im September begann eine Periode mit mehr Niederschlag, die mit kurzen Unterbrechungen bis Weihnachten anhielt und die Dürre allmählich beendete.“

Warum liegen Wetter-Prognosen bei Schnee-Vorhersagen eigentlich so oft daneben? Ein Experte hat es bei merkur.de* erklärt.

ml/dpa

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