Bericht vorgestellt

Weniger Tote durch Naturkatastrophen

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Das Foto zeigt einen Taifun.

München - Beim Erdbeben in Nepal sind etwa 9000 Menschen gestorben - aber weltweit haben die Versicherer dieses Jahr bislang weniger katastrophale Naturereignisse registriert.

Der Wintersturm „Niklas“ hat im März in Deutschland acht Menschen das Leben gekostet und eine Milliarde Euro Schaden angerichtet - aber weltweit haben Naturkatastrophen in diesem Jahr bislang deutlich weniger gewütet als in den vergangenen Jahrzehnten. Wie die Münchener Rückversicherung am Dienstag berichtete, sind im ersten Halbjahr annähernd 16 000 Menschen ums Leben gekommen, die meisten davon bei dem Erdbeben in Nepal im April. Im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre seien weltweit fast doppelt so viele Tote durch Naturkatastrophen zu beklagen gewesen.

Auch die Schäden durch Naturkatastrophen lagen in diesem Jahr bisher nur halb so hoch wie im langjährigen Durchschnitt - die Versicherung bezifferte sie auf insgesamt 32 Milliarden Euro. Am teuersten für die Versicherungswirtschaft waren im Februar die Winterstürme in den USA und Kanada - sie kosteten die Branche 1,6 Milliarden Euro. Der Winter im Nordosten der USA sei ungewöhnlich kalt und schneereich gewesen, in Boston seien fast drei Meter Schnee gefallen.

Teuerste Naturkatastrophe in Europa war Wintersturm Niklas

Teuerste Naturkatastrophe in Europa war der Wintersturm „Niklas“, der Ende März über Deutschland, die Schweiz und Österreich hinwegfegte und viele Gebäude, Bahnstrecken und Fahrzeuge zerstörte. Der Gesamtschaden betrug laut Munich Re 1,3 Milliarden Euro.

Die schlimmste Naturkatastrophe aber war das Erdbeben am 25. April in Nepal: 8850 Menschen wurden getötet, unzählige Häuser und Kulturgüter wurden zerstört. Der Gesamtschaden betrug der Rückversicherung zufolge 4,1 Milliarden Euro - davon waren jedoch nur 120 Millionen Euro versichert. Der Gesamtschaden mache fast ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts des Landes aus. Bei einem Nachbeben in Nepal starben weitere 230 Menschen.

Hitzewelle tötet fast 3600 Menschen in Indien und Pakistan

Annähernd 3600 Menschen kamen der Rückversicherung zufolge bei den Hitzewellen in Indien und Pakistan im Mai und Juni ums Leben. Hitzewellen vor der Monsunzeit seien zwar normal, jedoch sei es mit bis zu 47 Grad außergewöhnlich heiß gewesen. Wenig Wind und hohe Luftfeuchtigkeit hätten die Temperaturen in einigen Regionen noch extremer wirken lassen.

Die Gesamtschäden aus Naturkatastrophen summierten sich laut Munich Re im ersten Halbjahr auf 32 Milliarden Euro, gegenüber 58 Milliarden im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Die versicherten Schäden lagen mit bislang 11 Milliarden Euro in diesem Jahr ebenfalls unter dem langjährigen Durchschnitt.

Noch keine Entwarnung für Hurrikan-Saison

Für Hurrikan-Saison 2015 gebe es allerdings noch keine Entwarnung, sagte Peter Höppe, Leiter der GeoRisiko-Forschung der Munich Re. Natürliche Klimazyklen wie die derzeitige El-Niño-Phase führten regional unterschiedlich zu Wetterextremen. „Die Trends 2015 mit vielen Unwettern im Süden der USA und bisher geringer Hurrikanaktivität im Nordatlantik waren so zu erwarten. Auch die Schwere der Hitzewelle in Indien und Pakistan wurde vermutlich von den El-Niño-Bedingungen mit beeinflusst“, erklärte Höppe.

dpa

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