„Bin am Boden zerstört“

US-Stadt nach Tod von Breonna Taylor im Ausnahmezustand: Schüsse auf Polizisten - Trump reagiert

Polizisten verhaften einen Mann am 23. September in Louisville nach einem Demonstrationsmarsch.
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Proteste in Louisville

Louisville befindet sich im Ausnahmezustand, nachdem die Afroamerikanerin Breonna Taylor bei einem Polizeieinsatz starb. Nun wurden Polizisten angeschossen.

  • Nach George Floyd* und zahlreichen anderen treibt ein weiterer Fall die Demonstranten in den USA auf die Straßen: Breonna Taylor.
  • Die 26-jährige Afroamerikanerin war von weißen Polizisten in ihrer Wohnung erschossen worden - die Justiz stufte den Einsatz als rechtens ein.
  • US-Präsident Donald Trump* äußerte sich nun dazu auf Twitter.

Louisville - Die Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus* in den USA gehen weiter - in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky sind dabei nun zwei Polizisten angeschossen worden. Ihre Verletzungen seien der örtlichen Polizei zufolge nicht lebensgefährlich, ein Verdächtiger sei festgenommen worden.

US-Präsident Donald Trump* twitterte zu dem Vorfall: „Ich bete für die zwei Polizeibeamten, die heute Nacht in Louisville angeschossen wurden.“ Den Namen Breonna Taylor erwähnte er nicht. Die 26-jährige Rettungssanitäterin war der Anlass für die Demonstrationen.

Keine Anklage nach tödlichen Schüssen auf Breonna Taylor

Die Justiz in Kentucky hatte zuvor auf eine Anklageerhebung gegen Polizisten wegen tödlicher Schüsse auf die Afroamerikanerin Breonna Taylor verzichtet. Demonstrationen gegen die Justizentscheidung zum Fall Breonna Taylor fanden an dem Tag neben Louisville in zahlreichen anderen US-Städten statt, von Boston, New York und Washington an der Ostküste bis Los Angeles an der Westküste. Wegen befürchteter Gewaltausbrüche verhängte der Bürgermeister von Louisville am Mittwoch den Ausnahmezustand und eine nächtliche Ausgangssperre, die ab 21.00 Uhr Ortszeit galt.

Auf die Entscheidung folgte ein Proteststurm, wie unter anderem fr.de* berichtet. Unter anderem Basketball-Superstar LeBron James hat Taylors Familie sein Beileid ausgesprochen. „Meine Liebe geht an Breonnas Mutter, Familie und Freunde“, twitterte James. „Heute habe ich keine Worte. Ich bin am Boden zerstört, verletzt, traurig, wütend“, schrieb der 35-Jährige.

Fall Breonna Taylor: 26-jährige Afroamerikanerin in eigener Wohnung erschossen

Taylor war am 13. März von weißen Polizisten in ihrer eigenen Wohnung in Louisville erschossen worden. Kentuckys Generalstaatsanwalt Daniel Cameron erhob jetzt zwar Anklage gegen einen der beteiligten Polizisten - allerdings nicht wegen der tödlichen Schüsse auf Taylor.

Die Anklage gegen den Polizisten Brett Hankison bezieht sich vielmehr auf seine Schüsse in eine Wohnung neben der von Taylor - sie lautet auf fahrlässige Gefährdung des Lebens Anderer. In dieser Wohnung hielten sich zum Zeitpunkt des nächtlichen Polizeieinsatzes drei Menschen auf. Sie blieben unverletzt.

Proteste in der US-Stadt Louisville: Der Fall Breannon Taylor sorgt für Wut.

Fall Taylor: Freund der 26-Jährigen glaubte nach eigenen Angaben vor seinem Schuss an einen Überfall

Zwei andere Polizisten, die auf die 26-Jährige gefeuert hatten, bleiben hingegen von der Staatsanwaltschaft unbehelligt. Cameron sagte, die beiden hätten in Notwehr und damit rechtmäßig gehandelt, nachdem Taylors Freund auf sie geschossen habe. Sie könnten deswegen nicht juristisch belangt werden.

Die drei Beamten in Zivil hatten Taylors Wohnung bei einer Drogenrazzia gestürmt. Taylors Freund, der mit der 26-Jährigen im Bett lag, glaubte nach eigenen Angaben an einen Überfall, gab mit seiner Waffe einen Schuss ab und verletzte einen Beamten. Die drei Polizisten feuerten daraufhin ihre Dienstwaffen ab.

Proteste gegen Polizeigewalt in den USA seit dem Tod von George Floyd spitzen sich zu

Laut Generalstaatsanwalt Cameron wurde die neben ihrem Freund stehende Taylor von sechs Kugeln getroffen, von denen eine tödlich war. Ihr Freund blieb unverletzt. Offenbar trafen nur der verletzte Beamte und der neben ihm stehende Polizist die junge Frau, nicht aber der nun angeklagte Hankison.

In den USA finden seit Monaten landesweite Demonstrationen gegen Rassismus und exzessive Polizeigewalt statt. Sie waren durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd* bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota ausgelöst worden. Während der Proteste wurden immer wieder auch Taylors Bild gezeigt und ihr Name genannt. (AFP/dpa/frs) *Merkur.de und fr.de sind Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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