US-Hilfsorganisation spionierte in Nordkorea

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Ein Jahr, nachdem George W. Bush in Nordkorea, Iran und Irak eine "Achse des Bösen" ausgemacht hatte, startete das Spionageprogramm. Foto: Shawn Thew/Archiv

Washington (dpa) - Eine christliche Hilfsorganisation hat fast zehn Jahre lang im Auftrag der USA in Nordkorea spioniert. Das berichtet die Enthüllungs-Website "The Intercept" unter Berufung auf mehrere anonyme Quellen im Pentagon und ehemalige Mitarbeiter nach monatelangen Recherchen.

Als Teil eines streng geheimen Programms habe die in mehr als 30 Ländern aktive Humanitarian International Services Group (HISG) christliche Missionare, Hilfsarbeiter und chinesische Schmuggler angeheuert. "Wir hatten nichts in Nordkorea, null", erläutert ein Ex-Militär den Schritt.

In einer Art Testlauf seien Bibeln unter Winterkleidung versteckt nach Nordkorea geschmuggelt worden, wo religiöse Handlungen entgegen der kommunistischen Ideologie verboten sind. Da die Bibeln unter der Sachspende nicht entdeckt wurden, folgten Sensoren und Funkbaken. Ziel sei gewesen, Signale des nordkoreanischen Militärs zu stören und "nukleare Unregelmäßigkeiten" zu messen, heißt es in dem Bericht.

Finanziert worden sei das Programm mit rund 15 Millionen Dollar (13,6 Mio Euro) über ein Anwaltsbüro im Staat Minnesota, eine Nonprofit-Organisation und eine Unternehmensberatung. 2012 sei das 2003 unter Ex-Präsident George W. Bush gestartete Programm schließlich eingestellt worden.

Bericht bei "The Intercept"

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