UN-Gipfel für Nachhaltigkeitsziele

Moskau will Entwicklungshilfe, Athen neues Schuldensystem

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Die Delegierten beim Treffen in New York.

New York - Bis 2030 wollen die Vereinten Nationen Hunger und extreme Armut von der Erde tilgen. Darin sind sich alle einig - nur beim Weg nicht.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat einen „völlig neuen Ansatz“ in der weltweiten Entwicklungshilfe gefordert. Der dürfe vor allem nicht durch politische und ideologische Vorgaben geprägt sein, sagte Lawrow am Sonntag vor der UN-Vollversammlung in New York. Auch Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras forderte Reformen, allerdings beim internationalen Finanzsystem.

Beide sprachen, wie etwa 200 Redner aus anderen Staaten, auf dem UN-Gipfel für die sogenannten Nachhaltigkeitsziele, mit denen Hunger und Armut auf der Erde beseitigt werden sollen. „Die Vereinten Nationen haben viel erreicht und wir können stolz sein. Aber noch immer gibt es Ungerechtigkeiten und furchtbaren Hunger auf der Welt“, sagte Lawrow. „Viele Staaten können ihre Probleme nicht allein lösen. Deshalb brauchen wir einen völlig neuen Ansatz; politisch, wirtschaftlich und finanzpolitisch.“ Russland werde seine Partnerländer weiter unterstützen, sagte Lawrow. „Wir versuchen dabei nicht, anderen unser System aufzudrücken oder ihnen Lehren zu erteilen, wie sie ihr Leben zu leben haben.“

Der gerade wiedervereidigte Tsipras sagte, dass gerade Schulden jedes Wachstum verhindern könnten. „Wir müssen von der neoliberalen Idee weg, dass die Märkte der alleinige Heilsbringer sind. Und Schulden bleiben ein Schlüsselfaktor in der Beilegung aller Krisen. Eine Neuausrichtung des Schuldensystem ist notwendig für den Aufschwung, selbst bei entwickelten Länder. Das haben wir bei Deutschland 1953 gesehen.“ Im Februar 1953 hatten 21 Länder das Londoner Schuldenabkommen unterzeichnet, bei dem sich Westdeutschland zur Zahlung einiger Auslandsschulden verpflichtete und im Gegenzug ein Teil erlassen wurde.

Zuvor hatte Kiews Präsident Petro Poroschenko dem Nachbarn Russland vorgeworfen, mit seiner Politik die Wirtschaft und die Umwelt der Ukraine schwer zu schädigen. „Die russische Aggression versucht, die Demokratie nach europäischem Vorbild, die unser Volk gewählt hat, zu unterminieren. Dadurch hat mein Land schon ein Fünftel seiner Wirtschaftskraft verloren“, sagte er vor den Delegierten der 193 UN-Staaten. Auch die Umwelt sei schwer geschädigt worden, vor allem in den umkämpften Gebieten im Osten des Landes.

dpa

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