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Inspektion des Atomkraftwerks: IAEA-Team reist zum AKW Saporischschja

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Von: Tobias Utz, Moritz Serif

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Angeblich ist eine ukrainische Drohne auf das AKW Saporischschja gestürzt. Ein Team der internationalen Atomenergiebehörde reist zum Kraftwerk.

Update vom Montag, 29. August, 11.15 Uhr: Noch in dieser Woche soll ein Team der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zum AKW Saporischschja reisen, um das Kraftwerk zu inspizieren. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi kündigte auf Twitter an, dass „der Tag gekommen“ sei. „Wir müssen die Sicherheit der größten Nuklearanlage der Ukraine und Europas schützen“, so Grossi. Die Mission unter seiner Führung treffe „später diese Woche“ am Atomkraftwerk ein. Auf einem Foto zu seinem Tweet posiert der IAEA-Chef mit einem Team aus 13 Menschen, die Mützen und Westen mit dem Logo der UN-Nuklearbehörde tragen.

Die Reise des IAEA-Teams ist seit Monaten im Gespräch. Sie scheiterte bislang an Modalitäten. Russische Truppen besetzen das AKW seit geraumer Zeit. Immer wieder kommt es zu Gefechten in der Region. Diese sind eine enorme Gefahr für die Sicherheit des AKW.

News zum Ukraine-Krieg: Angeblich Drohne über AKW Saporischschja abgeschossen

Erstmeldung vom Montag, 29. August, 08.00 Uhr: Enerhodar – Die Lage am russisch besetzten Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine spitzt sich weiter zu. Am Sonntagabend schlugen angeblich mehrere Artilleriegeschosse in der Stadt Enerhodar ein, in der die Kraftwerksbediensteten wohnen. Russland und die Ukraine machten sich gegenseitig für den Beschuss verantwortlich. Videos beider Seiten zeigten, dass in Wohnvierteln zahlreiche Autos brannten. Wenige Stunden zuvor hatten russische Truppen angeblich eine bewaffnete ukrainische Drohne direkt über einem der sechs Reaktoren abgeschossen.

AKW Saporischschja
Am AKW Saporischschja soll es bereits Schäden an der Infrastruktur geben. © -/Maxar Technologies/AP/dpa

Als weitere Stufe der Eskalation am AKW Saporischschja berichtete die russische Besatzungsverwaltung von einem angeblichen ukrainischen Angriff mit einer Drohne. Das Fluggerät sei abgeschossen worden und auf die Sicherheitshülle über einem Reaktor gefallen. Die Sprengstoffladung sei detoniert, ohne Schaden anzurichten. Diese Angaben waren nicht unabhängig zu überprüfen. Unterstellt wurde, dass die Drohne ein Lager für abgebrannte Brennstäbe treffen sollte.

News zum Ukraine-Krieg: Neun Menschen in Enerhodar verletzt

Durch den nächtlichen Beschuss auf die Stadt Enerhodar seien neun Menschen verletzt worden, zwei von ihnen schwer, teilte Wladimir Rogow, Mitglied der Besatzungsverwaltung, in der Nacht zu Montag mit. Die Ukraine wolle mit solchen Schritten einen Besuch von Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in dem AKW verhindern. Die Angaben waren unabhängig nicht zu überprüfen. Der geflüchtete ukrainische Bürgermeister von Enerhodar, Dmytro Orlow, sprach von einer Provokation: Russische Truppen hätten geschossen. Er warf Moskau „nukleare Erpressung“ vor, weil sich russische Truppen in dem AKW verschanzen.

Das Gebiet Riwne im Norden der Ukraine wurde nach Behördenangaben am Sonntagabend mit russischen Raketen angegriffen. Auch im Zentrum der ostukrainischen Großstadt Charkiw schlugen am Sonntagabend zwei Raketen ein, wie Bürgermeister Ihor Terechow mitteilte. Ein Verwaltungsgebäude sei zerstört worden.

Dutzende Orte entlang der mehr als 2000 Kilometer langen Frontlinie seien von russischen Panzern, Rohr- und Raketenartillerie beschossen worden, teilte der ukrainische Generalstab mit. An mehreren Stellen im Donbass seien russische Sturmangriffe abgewehrt worden.

Russland steuert weiter auf einen Anschluss der besetzten Gebiete in der Ukraine mithilfe von Volksabstimmungen zu. Der ranghohe Kreml-Beamte Sergej Kirijenko stellte eine Zahl in den Raum, wonach in den prorussischen Separatistengebieten Donezk und Luhansk 91 bis 92 Prozent der Bevölkerung für einen Beitritt zu Russland seien. In den seit Februar eroberten Gebieten Cherson und Saporischschja seien es 75 bis 77 Prozent. Kirijenko bezog sich dabei Umfragen in der Region, die angeblich diese Ergebnisse zeigten. (mse/tu mit AFP/dpa)

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