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Russland täuschte angeblichen Mord vor – Mann taucht lebend im Fernsehen auf

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Von: Moritz Serif

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Russische Soldaten sind im Ukraine-Krieg auf dem Rückzug.
Russische Soldaten sind im Ukraine-Krieg auf dem Rückzug.  © IMAGO/Ilya Pitalev

Witalij Gura galt im Ukraine-Krieg als tot. Nun stellt sich heraus, dass er am Leben ist. Auch ein weiterer Beamter sei untergetaucht.

Moskau – Man habe entschieden, die Erschießung von Witalij Gura, stellvertretender Leiter der Stadtverwaltung von Nowa Kachowska, vorzutäuschen. Anschließend sei der Mann untergetaucht. Angeblich habe der russische Geheimdienst FSB damit ein Attentat seines ukrainischen Pendants SBU verhindern können. Diese Inszenierung gab Gura im russischen Staatsfernsehen zu.

„Anfang August kamen die Sicherheitsorgane zu mir und sagten, dass ein Anschlag auf mich vorbereitet wurde“, so Gura. Demnach sei ein weiterer Beamter der von Russland eingesetzten Militärverwaltung im Gebiet Cherson auf diese Weise untergetaucht.

Ukraine-Krieg: Russland täuschte angeblich Mord vor

Nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte sich in den vergangenen Monaten in den eroberten Gebieten teils heftiger Widerstand gegen die Besatzer formiert. Immer wieder berichteten russische und ukrainische Medien von Anschlägen gegen Vertreter der Besatzungsmacht.

Der Kreml will den Krieg gegen Kiew ungeachtet der jüngsten Misserfolge in der Ostukraine unterdessen weiterführen. „Die militärische Spezial-Operation wird fortgesetzt“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. „Sie wird fortgesetzt, bis die anfangs gesetzten Ziele erreicht sind“, fügte er hinzu.

Ukraine-Krieg: Putin verfolgt militärische Entwicklungen

Peskow antwortete damit nur ausweichend auf die Frage von Journalisten, ob Russlands Militärführung noch immer das Vertrauen von Kreml-Chef Wladimir Putin genieße. Auf die Frage, wie Putin auf die Nachricht vom Abzug der eigenen Truppen aus dem Gebiet Charkiw reagiert habe, sagte Peskow lediglich, Russlands Präsident werde über alle militärischen Entwicklungen informiert.

Zu Moskaus Kriegszielen zählt etwa die vollständige Eroberung der ostukrainischen Gebiete Luhansk und Donezk. Am vergangenen Wochenende aber hatte Russlands Armee eine ihrer schwersten Niederlagen seit dem Einmarsch ins Nachbarland vor mehr als einem halben Jahr einstecken müssen.

Ukraine-Krieg: Russland zieht Truppen zurück

Unter dem Druck ukrainischer Gegenoffensiven wurden Truppen weitgehend aus dem Gebiet Charkiw im Osten abgezogen. Offiziell begründete Moskau den Rückzug mit einer strategischen „Umgruppierung“ der eigenen Einheiten. Putin soll seiner Armee eine Frist bis zum 15. September gesetzt haben, um Landgewinne bis zu den Verwaltungsgrenzen der Region Donezk für Russland zu erzielen. (mse/dpa)

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