Gast rügt „Raumschiff-Debatte“

Migrationspakt bei „Maischberger“: Gauland und Özdemir überraschen alle

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Bei „Maischberger“ war der UN-Migrationspakt Thema.

Alexander Gauland und Cem Özdemir als Debattengäste zum Thema Migrationspakt? Der Talk von Sandra Maischberger am Mittwoch besaß Eskalationspotenzial.

München - Der Migrationspakt war am Mittwochabend Thema bei „Maischberger“. Alexander Gauland (AfD) und Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) könnten kaum entgegengesetztere Ansichten zum Pakt haben. 

Die kleine Überraschung: Zwar saßen die beiden Politiker nebeneinander auf der Couch von Sandra Maischberger, doch der Großteil der Sendung verlief meist friedlich - oder anders gesagt: sachlich. Letztlich waren es ohnehin nicht die beiden Politiker, die für hitzige Debatten sorgten. Sondern ein anderer Gast. 

So sehen Politiker den UN-Migrationspakt: „Migration wird einfacher gemacht“

Neben Gauland und Özdemir diskutierten auch Mandfred Weber (CSU), Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan sowie Journalist Claus Strunz mit Maischberger. Thema war der UN-Migrationspakt, der ein politisches Signal senden soll: alle Länder der Welt ziehen in Fragen der Migration am gleichen Strang. Die USA lehnten den Pakt allerdings von Beginn an ab, auch in Deutschland gibt es Kritiker. 

Alle weiteren Hintergründe und aktuellen Entwicklungen zum UN-Migrationspakt können Sie in unserem News-Blog nachlesen.

„Der Migrationspakt gibt nicht her, was die Kritiker sagen“, sagte Özdemir. „Populismus hilft uns an dieser Stelle nicht weiter.“ Eine ganz andere Meinung vertrat Gauland: „Migration wird einfacher gemacht.“ Der Pakt bringe Menschen dazu, aufzustehen und diesen Weg zu gehen. „Und genau das ist der große Fehler am Migrationspakt“, sagte Gauland. Schnell entwickelt sich eine Diskussion zwischen beiden, die dennoch sachlich bleibt. 

„Es wirkte arrogant, wie ein Berliner Raumschiff“: Claus Strunz greift Verhalten der Bundesregierung an

Ein kurzes Video fasst die Debatte über den UN-Migrationspakt in Deutschland zusammen - und lässt die Stimmung kippen. Zugespitzt habe sich diese im politischen Berlin erst in der vergangenen Woche, heißt es darin. Ein Auslöser war eine Äußerung von Jens Spahn (CSU). Er kritisierte, dass über den Pakt zu wenig diskutiert wurde. Zur Erinnerung: Spahn kandidiert derzeit um den CDU-Vorsitz

„Glauben Sie, die Regierung hat absichtlich die Debatte nicht geführt?“, will Maischberger von Fernsehjournalist Claus Strunz wissen. „Ich bin wirklich fasziniert, dass diese Regierung, diese kleine große Koalition, aus den letzten Jahren nichts gelernt hat - nämlich, dass man genau so Politik nicht machen kann, am Bürger vorbei, über die Köpfe“, sagte Strunz. „Es wirkte arrogant, wie ein Berliner Raumschiff“, legt er nach. Er fragt rhetorisch, ob Abgeordnete in ihrem Wahlkreis eine Bürgersprechstunde oder andere Veranstaltung zum Pakt gehalten hätten - und konstatiert: „Ich glaube, das ist eine Raumschiff-Debatte, Berlin regiert und die anderen nehmen es so hin“.

Sandra Maischberger überreicht Alexander Gauland besonderes Stück Papier in Sendung

Zum Ende der Sendung hatte Sandra Maischberger noch etwas für Alexander Gauland vorbereitet - passend zum Umgang der CDU mit dem Pakt. Wie Alexander Gauland allerdings schaute, als Maischberger ihm dann einen Mitgliedsantrag für die CDU entgegenhielt, war in dem Moment wegen der Kameraeinstellung nicht zu sehen. „Wir stellen uns vor, dass Friedrich Merz gewinnt, er wird Parteivorsitzender“, sagte Maischberger. 

„Wären Sie dann quasi wieder ein CDU-Mitglied, wenn Frau Merkel da nicht mehr ist?“ Gaulands Antwort: „Das ist Sache der CDU, ich werde den Antrag nie mehr ausfüllen, dazu hat mich die CDU im Leben viel zu sehr enttäuscht.“ Seine Partei sei die AfD.

mlu

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