Stasi agierte unter Neonazis im Westen

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Haus 1 der Staatssicherheit der DDR in Berlin. Mindestens 42 Inoffizielle Mitarbeiter hatte die Stasi unter westdeutschen Neonazis und in deren unmittelbarem Umfeld angesetzt. Foto: Britta Pedersen

Berlin (dpa) - Der frühere DDR-Staatssicherheitsdienst hat die rechtsextreme Szene in der Bundesrepublik einem Bericht der "Berliner Zeitung" zufolge stärker unterwandert als bisher bekannt.

Nach Erkenntnissen der Stasi-Unterlagenbehörde habe das von Erich Mielke geleitete Ministerium für Staatssicherheit (MfS) mindestens 42 Inoffizielle Mitarbeiter unter westdeutschen Neonazis und in deren unmittelbarem Umfeld geleitet. Weitere fast 30 Rechtsextremisten seien als IM-Vorläufe registriert, das heißt, ihre Anwerbung als Spitzel sei vorbereitet worden. Hinzu seien noch vier weitere Informanten gekommen, die einen loseren Kontakt zum MfS unterhielten.

Die im Stasi-Archiv noch vorhandenen Akten über diese Personen könnten auch für die aktuellen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft zu möglichen Hinterleuten und Mittätern des Oktoberfestattentats von 1980 von Belang sein. Bei dem Anschlag am 26. September 1980 waren 13 Menschen getötet und weitere 211 Personen zum Teil lebensgefährlich verletzt worden.

Das Hauptaugenmerk der Stasi bei der Aufklärung der westdeutschen Naziszene richtete sich darauf, Anschläge gegen die innerdeutsche Grenze zu verhindern.

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