Zum Flugzeugabsturz im Sinai

Russland empört über "Charlie Hebdo"-Karikaturen

Moskau - Der Kreml hat zwei Karikaturen der französischen Satirezeitung "Charlie Hebdo" zum Absturz des russischen Passagierflugzeugs im Sinai scharf verurteilt.

"In unserem Land nennt sich das Sakrileg, das hat weder mit Demokratie noch mit Pressefreiheit etwas zu tun", sagte der russische Präsidentsprecher Dmitri Peskow am Freitag. Er sagte aber, Russland werde von Frankreich keine Erklärung einfordern. Eine der Zeichnungen zeigt einen Islamisten, der Schutz vor herabstürzenden Flugzeugteilen sucht, unter der Überschrift: "IS: Die russische Luftwaffe verstärkt ihre Angriffe."

Auf der anderen Karikatur ist ein Schädel mit Sonnenbrille vor dem abgestürzten Flugzeug im Hintergrund zu sehen. Dazu steht: "Die Gefahren russischer Billigflieger". Der Vorsitzende des Außenausschusses der Duma, Alexej Puschkow, schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, "während die ganze Welt mit Russland fühlt, verkündet Charlie Hebdo das abscheuliche Recht zur Blasphemie". Konstantin Kossatschew, der dem Außenausschuss im Senat vorsteht, warf seinerseits der Zeitung die "inakzeptable Missachtung der moralischen Werte" vor.

Bei dem Absturz des Airbus der Fluglinie Metrojet auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel waren am Samstag alle 224 Insassen ums Leben gekommen, die meisten davon russische Urlauber. Während die USA und Großbritannien die These eines Bombenattentats stützen, wies Russland dies als "Spekulation" zurück. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat erklärt, das Flugzeug zum Absturz gebracht zu haben, doch dafür keine Beweise vorgelegt. Russland fliegt seit Ende September Luftangriffe auf die Dschihadisten und andere Rebellengruppen in Syrien.

AFP

Rubriklistenbild: © Screenshot/Twitter/@HaarAndrej

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