Piloten bestreiken Germanwings zwei Tage lang

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Germanwings-Passagiere müssen sich an diesem Donnerstag und Freitag auf Flugausfälle und Umbuchungen einrichten, können aber auch Glück haben. Foto: Oliver Berg

Köln/Frankfurt (dpa) - Bei der Lufthansa-Tochter Germanwings streiken erneut die Piloten. Passagiere müssen sich an diesem Donnerstag und Freitag auf Flugausfälle und Umbuchungen einrichten, können aber auch Glück haben.

Mehr als 60 Prozent der im Streikzeitraum geplanten rund 900 Flüge sollen laut Fluggesellschaft stattfinden. Mit zusätzlicher Hilfe der Bahn und Umbuchungen auf andere Fluggesellschaften würden rund 80 Prozent der mehr als 70 000 Gäste ihre Ziele erreichen, kündigte Germanwings am Mittwoch in Köln an.

Im Internet veröffentlichte die Fluggesellschaft eine Liste von 158 für den Donnerstag abgesagten Flüge. Betroffen sind vor allem die Flughäfen Berlin, Köln, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart. An den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München, den größten deutschen Flughäfen, wird hingegen ein weitgehend normaler Betrieb erwartet.

Über den Flugplan am zweiten Streiktag Freitag wollte Germanwings noch am Abend informieren. Die Lufthansa-Tochter kann auf die 23 Flieger der nicht bestreikten Konzernschwester Eurowings zurückgreifen, die regelmäßig in ihrem Auftrag unterwegs sind. Zusätzlich sitzen Piloten aus dem eigenen Management an Bord und es wurden Flugzeuge und Crews von anderen Gesellschaften angemietet.

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat ihre Mitglieder unter den rund 700 Germanwings-Piloten für Donnerstag und Freitag zum Streik aufgerufen. Anlass sind wie im Vorjahr die ungelösten tariflichen Probleme rund um die Übergangsversorgung der Piloten, die nach dem Lufthansa-Konzerntarifvertrag bezahlt werden. Die VC wirft der Lufthansa vor, auf einer deutlichen Verschlechterung zu beharren und die Übergangsrenten für junge Piloten ganz abschaffen zu wollen. Es seien mehrfach Vorschläge für eine Gesamtschlichtung gemacht worden, sagte VC-Vize-Sprecher Markus Wahl. "Aber die Lufthansa hat alle Vorschläge ausgeschlagen. Irgendwann ist der Bogen überspannt."

Nach Ansicht der Lufthansa würde die künftig angebotene Übergangsversorgung auch nach der Neuregelung eine der besten in der Branche weltweit bleiben. Sie habe der Gewerkschaft erst in dieser Woche eine Teilschlichtung zu dieser Frage angeboten. Die Streikankündigung zeige, dass es der Pilotengewerkschaft nicht um eine Lösung gehe.

Im vergangenen Jahr hat die VC bei den Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings zu insgesamt zehn Streiks aufgerufen, nur einmal sagte sie den Ausstand kurzfristig ab. Das Unternehmen hat den Schaden auf rund 200 Millionen Euro beziffert, rund 7400 Flüge fielen aus, 850 000 Passagiere waren betroffen.

Der Flughafenverband ADV verlangte von der Politik, für Arbeitskämpfe in Infrastrukturunternehmen eine obligatorische Schlichtung einzuführen. "Die Politik darf den Streikexzessen nicht blind gegenüberstehen", erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. "Diese Streikorgien haben allmählich eine Dimension erreicht, die den guten Ruf des Standortes Deutschland stark beschädigen."

Erst am Montag waren die Flughäfen in Hamburg und Stuttgart durch Warnstreiks von Sicherheitspersonal nahezu lahmgelegt worden. Zehntausende Passagiere mussten umbuchen oder nahmen stundenlange Wartezeiten vor dem Abflug in Kauf. Auch in Hannover hatten Beschäftigte die Arbeit niedergelegt, allerdings ohne größere Auswirkungen.

Streikankündigung

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