1. Mannheim24
  2. Welt

Papst Franziskus: Gerüchte über Rücktrittspläne des Pontifex

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Julius Fastnacht

Kommentare

Wirbel in Rom: Weil der Papst plant, an einem bestimmten historischen Fest teilzunehmen, kommen Gerüchte um einen möglichen Rücktritt des Kirchenoberhaupts auf.

Rom – Dass Papst Franziskus mit seinen 85 Jahren nicht mehr der Jüngste ist, ist kein Geheimnis. Zumindest nimmt er das Älterwerden mit Humor: Ein virales Video zeigt ihn auf dem Petersplatz in Rom, wo ihn ein mexikanischer Priesterschüler fragte, wie es denn seinem lädierten Knie gehe. „Es hat so seine Launen“, antwortete der Pontifex. Und fügte hinzu: „Wissen Sie, was ich für mein Knie brauche? Ein wenig Tequila!“

Gerüchte, Franziskus könnte es seinem deutschen Vorgänger Benedikt XVI. gleichtun und zurücktreten, mehren sich jedenfalls seit Anfang Mai. Grund dafür ist nicht nur, dass sich der Papst nach einer OP an eben jenem Knie erstmals in einem Rollstuhl zeigte. Sondern auch seine ungewöhnliche Entscheidung, am 27. August einen Kirchenrat abzuhalten, um neue Kardinäle zu ernennen. Die wiederum sind verantwortlich für die Wahl seines Nachfolgers.

Papst Franziskus plant Besuch am Grab von zurückgetretenem Vorgänger

Wie der britische Guardian berichtet, plant Franziskus, am nächsten Tag das Perdonanza-Celestiniana-Fest in der Kleinstadt L‘Aquila zu besuchen. Dort befindet sich das Grab von Papst Coelestin V. Der Eremiten-Pontifex trat im Jahr 1294 als erstes Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche nach nur fünf Monaten im Amt zurück – und blieb auch das einzige, bis Benedikt 2013 nachzog. Der hatte dem Guardian zufolge im Jahr 2009 das Grab von Coelestin besucht und ein wichtiges Amtsabzeichen zurückgelassen. Expertinnen und Experten interpretierten dies damals als symbolische Geste, die auf einen Rückzug hindeuten könnte.

Papst betet für Opfer des Angriffs in Nigeria
Die Entscheidung Benedikts XVI., als Pontifex zurückzutreten, schätzt Papst Franziskus als „mutig“ ein. © Stefano Costantino/dpa

„Es ist sehr merkwürdig, ein Konsistorium im August abzuhalten. Es gibt keinen Grund, dass er dieses Ereignis drei Monate im Voraus einberufen muss und dann mittendrin nach L‘Aquila fährt“, sagte ein Kirchen-Experte dem Guardian.

Franziskus befürwortet Normalisierung des Papst-Rücktritts

Zu Beginn seiner Amtszeit hatte Franziskus mitgeteilt, er befürworte die Normalisierung des Papst-Rücktritts. 2015 sagte er, er habe das Gefühl, sein Pontifikat werde von kurzer Dauer sein. Die Entscheidung Benedikts – der bei seinem Rücktritt ebenfalls 85 Jahre alt war – lobte er als „mutig“. (juf)

Auch zum Ukraine-Krieg äußert sich der Papst regelmäßig. Zuletzt bezeichnete er den Moskauer Patriarchen Kyrill I. als „Putins Messdiener“.

Auch interessant

Kommentare