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Dieses Foto tut beim Anschauen weh! Oktoberfest 2022 ist eröffnet - so lief der Anstich

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Von: Armin T. Linder

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Das Oktoberfest 2022 ist eröffnet: Schon rund um den Anstich gab es großen Andrang in den Zelten - so lief der Wiesn-Auftakt in München.

München - Endlich wieder Oktoberfest! Die Fans der Münchner Wiesn jauchzen, denn nachdem das Großereignis zwei Jahre lang aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen war, hieß es 2022 wieder „O‘zapft is‘“: Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zapfte im Schottenhamel-Festzelt das erste Fass an. Böllerschüsse verkündeten den Start des 187. Oktoberfestes, Reiter und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) stießen auf eine friedliche Wiesn an. Um 12 Uhr durfte dann auch der Alkohol fließen.

Für die Fotografen vor Ort sind die vielen Hände, die weit ausgestreckt nach den ersten gefüllten Masskrügen fassen, immer ein beliebtes Motiv. Einem gelang für die Bildagentur AFP dabei ein besonderer Schnappschuss, offensichtlich im Hofbräuzelt: Etliche Besucher wollen sich das erste Bier sichern, daneben mehrere Sicherheitsleute. Doch das Getränk landet nicht etwa in einer Kehle. Sondern mit vollem Schwung im Nacken eines Besuchers. Das tut beim Hinschauen weh!

Oktoberfest Foto Bier
Dieses Foto dürfte Bier-Fans beim Anschauen schmerzen - und alle, die schon mal kalte Flüssigkeit im Nacken hatten, ebenfalls. © Christof Stache / AFP

Mehr rund um den ersten Oktoberfest-Tag lesen Sie bei tz.de: vom Live-Ticker über die Infos zu den ersten Promis bis hin zum Fahrplan fürs Wochenende.

Oktoberfest 2022: Großer Andrang auf die Zelte

Nieselregen, Kälte und auch noch Warten: In so manches Bierzelt kam man schon kurz nach dem Anstich nur beschwerlich rein. Zum Beispiel bildeten sich vor dem Bräurosl-Zelt und dem Schottenhamel lange Schlangen. Wer also nicht reserviert hatte, musste warten. Bei rund neun Grad kein Vergnügen.

Trotz Andrang in den Zelten gab es zumindest bis zum Anstich noch keine „Bierleiche“ - so heißen die Menschen, die sich bewusstlos getrunken haben. Ein Sprecher der Aicher Ambulanz auf der Festwiese sagte, man habe bis etwa 13 Uhr lediglich eine Wunde an einem Finger, eine Platzwunde und eine Kopfverletzung behandeln müssen. Dazu sei das CT-Gerät, das es dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Festplatz gibt, eingesetzt worden.

Schon im Morgengrauen hatten Tausende Besucher in der Kälte und im Nieselregen vor der Festwiese ausgeharrt und „vorgeglüht“. Als das Gelände öffnete, stürmten die Massen in Richtung Bierzelte. „Es ist das Feeling wie früher“, sagte Helga Geier, die gebrannte Mandeln verkauft. Für Maxi (27), Mirko (31) und Sebastian (28) hat es gereicht, zwei Stunden vor Anstich im Paulaner-Zelt zu sein. Sie saßen ganz vorne bei der Band. „Schon cool“ sei es, dass die Wiesn nach zwei Jahren Pause wieder stattfinde.

Oberbürgermeister Dieter Reiter beim Anstich
Oberbürgermeister Dieter Reiter beim Anstich. © Sven Hoppe

Oktoberfest 2022: Corona-Gefahr ist nicht gebannt

Auch wenn ohne Auflagen gefeiert werden kann - die Corona-Gefahr ist nicht gebannt. Die Behörden mahnten Besucher, bei Erkältungssymptomen einen Test zu machen und zum Schutz anderer nicht krank zum Fest zu kommen. Mediziner rechnen nach der Wiesn - wie nach anderen Volksfesten - mit einer Corona-Welle.

„Wahrscheinlich wird die Zahl der Infektionen steigen, das ist die Erfahrung der bisherigen Feste“, sagte Söder dem „Münchner Merkur“ (Samstag). „Gleichzeitig messen wir aber zum Glück nirgends eine übermäßige Belastung der Krankenhäuser. Das spricht dafür, dass wir bei Corona in einer neuen Phase sind.“

Bundesgesundheitsminister Karl-Lauterbach rief zum Auftakt des Oktoberfestes zur Vorsicht auf. „Ich möchte kein Spielverderber sein: Aber wer die Wiesn besucht, sollte trotzdem aufpassen. Vorerkrankten ist ein Besuch auf jeden Fall abzuraten. Und alle anderen sollten sich vor einem Zeltbesuch aus Rücksicht auf andere testen lassen“, sagte der SPD-Politiker am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Dass das Riesenvolksfest wieder stattfinde, sei vertretbar. „Die Impfbereitschaft, das Verständnis für die Maßnahmen, die Vorsicht der Bevölkerung machen es möglich.“

Oktoberfest 2022: Mass kostet zwischen 12,60 Euro und 13,80 Euro

Sechs Millionen Besucher kamen vor der Pandemie regelmäßig zum wohl größten Volksfest der Welt. Ob der Andrang auch dieses Jahr so groß sein wird wie früher, ist offen. Manche rechnen mit mehr Gästen - andere eher mit weniger. Bedenken wegen Corona, aber auch Geldsorgen könnten der Grund sein. Allein der Preis für die Mass Bier stieg seit 2019 um knapp 16 Prozent. Die Mass kostet nun zwischen 12,60 Euro und 13,80 Euro.

Blick ins Hackerzelt am Samstag
Ein Blick ins Hackerzelt am Samstag. © Sven Hoppe/dpa

Rund 600 Polizistinnen und Polizisten sorgen während der zwei Festwochen bis zum 3. Oktober für Sicherheit. Sie werden von uniformierten Polizeibeamten aus Frankreich und Italien sowie Taschendieb-Fahndern aus mehreren Ländern unterstützt. An den Eingängen werden die Festgäste stichprobenartig kontrolliert. Wie in früheren Jahren gilt ein Verbot für größere Taschen und Rucksäcke. Alles zum Oktoberfest auf der tz.de-Übersichtsseite. (lin/dpa)

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