Ökonom warnt vor Währungskrieg

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Neubau der Europäischen Zentralbank am Mainufer in Frankfurt. Foto: Boris Roessler

Berlin (dpa) - Die durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ausgelöste Talfahrt des Euro-Kurses könnte nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Commerzbank, Jörg Krämer, zu einen Währungskrieg führen.

"Wenn die EZB ungelöste wirtschaftliche Probleme durch eine Euro-Abwertung lösen möchte, dann schafft sie Konflikte mit anderen Ländern. Die USA halten derzeit nur deshalb still, weil es ihnen wirtschaftlich recht gut geht", sagte Krämer dem "Handelsblatt" (Online-Ausgabe). Die Abwertungspolitik der EZB belaste aber auf Dauer die Beziehungen zu den USA und den asiatischen Ländern.

Kurzfristig entlaste ein schwacher Euro die Konjunktur. "Denn er verbilligt die im Euroraum hergestellten Güter aus Sicht von Kunden in den USA oder Asien, was die Exporte und die Gewinne der Unternehmen im Euroraum erhöht." Aber langfristig löse eine schwache Währung nicht das Wettbewerbsproblem vieler Länder im Euroraum, betonte der Commerzbank-Chefökonom.

Der Euro-Kurs war nach der Ankündigung massiver Ankäufe von Staatsanleihen durch die EZB zum Wochenende unter 1,12 US-Dollar gefallen und erreichte den tiefsten Stand seit September 2003. Nach Einschätzung von Experten könnte sich die Gemeinschaftswährung weiter abschwächen. Selbst ein Kursverfall bis zur Parität mit dem Dollar wird nicht mehr ausgeschlossen.

Handelsblatt-Bericht

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