Auch Surfer verletzt

Katastrophe in Russland: Welt-Natur-Erbe in Gefahr - tausende Tiere sterben  

Verletzte Surfer und verendete Tiere: Grund der Katastrophe in Kamtschatka (Russland) - bislang noch unklar. Grüner-Film bewegt sich auf Naturschutzgebiet zu.

  • Tausende Tiere verenden: Ursache für Natur-Katastrophe in Russland weiter unklar
  • Alte Deponie könnte Auslöser sein
  • Natur auf Halbinsel ist UNESCO-Welt-Natur-Erbe

Kassel/Kamtschatka - Geysire, Vulkane und Königskrabben: Die Halbinsel Kamtschatka, vor Russland, ist für ihre Tier- und Natur-Welt bekannt. 1996 wurde die Vulkanregion sogar von der UNESCO zum Welt-Natur-Erbe ernannt. Seit Ende September ist dort eine Katastrophe im Gange. Zuerst klagten Surfer über Seh-Probleme und schon bald wurden die ersten toten Tiere an den Küsten angeschwemmt.

Natur in Gefahr: Gift-Film zieht auf Naturschutzgebiet zu

Die einzigartige Natur auf der Halbinsel vor Russland ist in Gefahr. Taucher berichteten gegenüber der dpa, dass rund 95 Prozent der Tiere am Meeresboden bereits verendet seien. Ob Seerobben, Seesterne, Fische, Krabben, Oktopusse oder Vögel, an den Stränden von Kamtschatka werden derzeit tausende tote Tiere angespült.

Bereits Mitte September 2020 klagten Surfer vor der Chalaktyrsky-Küste über Vergiftungserscheinungen, so die Süddeutsche-Zeitung. Rund 200 Betroffene soll es gegeben haben. Nach Angaben der russischen Behörden hätten elf von ihnen sogar chemische Verbrennungen an der Hornhaut gehabt. Der genaue Grund für das Sterben der Tiere und die Verletzungen der Surfer ist bislang noch nicht abschließend geklärt.

Tot in der Natur: Sowjet-Deponie Grund für die Vergiftung des Meeres vor Kamtschatka?

Derzeit als wahrscheinlichste Ursache gehandelt: Eine alte Gift-Deponie. Diese befindet sich nach Angaben der SZ.de am Koselskij-Vulkan auf der Halbinsel. In der Deponie befinden sich wohl mehrere hundert Tonnen an Gift und Pestiziden. Die dpa spricht unterdessen von sogar zwei Deponien.

Ein Fluss, der von dort aus ins Meer führt, zeigte laut Greenpeace einen gelblichen Film auf der Wasseroberfläche. Sogar der Gouverneur der Region, Wladimir Solodow, teilt die Einschätzung, dass die Deponie der Grund für die Natur-Katastrophe sein könnte, das berichtete zuletzt fr.de. Für die Deponie, die noch aus Zeiten der Sowjet-Union stammt, fühlt sich heute niemand mehr zuständig. Sie hat derzeit keinen Besitzer.

Abschließend kann allerdings noch nicht bestätigt werden, dass dies der Auslöser für die Umwelt-Probleme ist. Greenpeace hat hierfür Wasser-Proben aus dem Fluss entnommen und wertet sie derzeit aus. Neben der Gift-Deponie gibt es auch andere Möglichkeiten, die derzeit diskutiert werden. Bis ein abschließendes Ergebnis vorliegt, wird es wohl noch einige Zeit dauern.

Umweltministerium in Russland: Greenpeace gehen die Messungen nicht weit genug

Laut einem Bericht der Föderalen Fernost-Universität zieht sich über 40 Kilometer ein Film von dunkelgrüner-schaumiger Substanz über die Meeresoberfläche. An machen Stellen sei dieser sogar 100 Meter breit. Diesen hatten die Experten bei einem Flug entdeckt, wie sie am Donnerstag (8.10.2020) gegenüber fr.de bekannt gaben.

Das russische Umweltministerium hat mittlerweile auch offizielle Werte einer Wasserprobe veröffentlicht. Die Umweltorganisation Greenpeace kritisiert diese als unzureichend. Die Proben ergaben folgendes Ergebnis:

  • Phänolanteil: Wert um das 2,9-fache erhöht
  • Phosphat-Ionen: Wert um das 10,8-fache erhöht
  • Eisenanteil: Wert um das 6,7-fache erhöht

Um der Katastrophe auf den Grund zu gehen, seien die veröffentlichten Daten nicht ausreichend, schreibt Greenpeace Russland auf Twitter. Hoffnung wird nun auf die Auswertung des Mageninhalts von verendeten Tieren gesetzt. (luc)

Rubriklistenbild: © Matvey Paramoshin/Greenpeace/dpa

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