Inflationschaos

Nach heftigen Protesten: Venezuela gibt Bargeld wieder frei

Wegen Proteste und Plünderungen wurden zunächst für ungültig erklärte Geldscheine wieder freigegeben. Foto: Humberto Matheus
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Wegen Proteste und Plünderungen wurden zunächst für ungültig erklärte Geldscheine wieder freigegeben. Foto: Humberto Matheus
Der Staat mit den weltweit größten Erdölreserven leidet unter einer Hyperinflation. Foto: Humberto Matheus
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Der Staat mit den weltweit größten Erdölreserven leidet unter einer Hyperinflation. Foto: Humberto Matheus
In mehreren Orten kam es auch zu Gewaltausbrüchen. Foto: Humberto Matheus
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In mehreren Orten kam es auch zu Gewaltausbrüchen. Foto: Humberto Matheus
Wegen des niedrigen Ölpreises besitzt das Land kaum noch Devisen. Foto: Humberto Matheus
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Wegen des niedrigen Ölpreises besitzt das Land kaum noch Devisen. Foto: Humberto Matheus
Venezuela kämpft mit der höchsten Inflation weltweit. Foto: Humberto Matheus
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Venezuela kämpft mit der höchsten Inflation weltweit. Foto: Humberto Matheus
Präsident Nicolás Maduro hat zunächst die für ungültig erklärte Geldscheine wieder freigegeben. Foto: Miraflores Press/dpa
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Präsident Nicolás Maduro hat zunächst die für ungültig erklärte Geldscheine wieder freigegeben. Foto: Miraflores Press/dpa

Das Land mit den größten Ölreserven versinkt im Inflationschaos. Weil das neue Geld noch nicht da ist, werden wertlose Banknoten wieder in Umlauf gebracht. Der Präsident bezichtigt das Ausland der Sabotage.

Caracas (dpa) - Die Stimmung war explosiv, die Menschen in Venezuela verfügten praktisch über kein Bargeld mehr: Wegen anschwellender Proteste und Plünderungen in mehreren Teilen des Landes hat Präsident Nicolás Maduro zunächst für ungültig erklärte Geldscheine wieder freigegeben.

Mit dem Beschluss vom Samstagabend bleibt die tags zuvor wertlos gewordene Banknote in Wert von 100 Bolívar nun doch bis zum 2. Januar nutzbar.

Der Staat mit den weltweit größten Erdölreserven leidet unter einer Hyperinflation. Der Wegfall des meistverwendeten Geldscheins hatte zum Chaos geführt, weil die neuen 500-Bolívar-Banknoten noch nicht im Umlauf waren. Bei den Geldinstituten waren Lieferungen aus Druckereien in den USA und Großbritannien nicht rechtzeitig eingetroffen, wie es aus Bankenkreisen hieß.

In den vergangenen Tagen hatten sich deswegen lange Schlangen vor den Banken gebildet, auch Geldautomaten gaben kein Bargeld mehr heraus. In mehreren Orten kam es am Samstag zu Gewaltausbrüchen. Einem Bericht der Zeitung "El Nacional" zufolge rief der Bürgermeister der Gemeinde Sifontes im südlichen Bundesstaat Bolívar den Ausnahmezustand aus, nachdem Geschäfte geplündert worden waren.

Maduro sprach im Fernsehen von einem "internationalen Sabotageakt". Im Ausland seien Flugzeuge, die mit den neuen Geldscheinen für Venezuela beladen gewesen seien, zum Umsteuern gezwungen worden. Die Regierung habe aber bereits neue Lieferungen organisiert.

Hunderte Venezolaner überquerten derweil die Grenze zu Kolumbien, obwohl die Regierung in Caracas den Grenzdurchgang geschlossen hatte. Die Menschen durchbrachen die Absperrungen der Sicherheitskräfte, wie der Sender "Caracol Radio" berichtete. Die venezolanische Regierung hatte die Grenzschließung mit dem Kampf gegen Schmuggler begründet.

Venezuela kämpft mit der höchsten Inflation weltweit. Die Regierung macht keine offiziellen Angaben zur Teuerungsrate, aber Experten rechnen mit 600 bis 700 Prozent Inflation im laufenden Jahr. Für 2017 erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) sogar eine Inflationsrate von mehr als 1600 Prozent.

Zudem leidet Venezuela seit langem unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Wegen des niedrigen Ölpreises besitzt das Land kaum noch Devisen. Betriebe können deshalb fast keine Rohstoffe aus dem Ausland einkaufen. In den Supermärkten fehlt es an Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs.

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