Gefährliche Hirnhautentzündung

Meningitis-Erkrankungen nach Pfadfinder-Treffen

London - 30000 Jugendliche feierten gemeinsam beim World Scout Jamboree in Japan. Jetzt sind mehrere Teilnehmer an Meningitis erkrankt. Entwarnung gibt es noch nicht.

Rund 30 000 Pfadfinder machten beim World Scout Jamboree in Japan mit. Nach der Rückkehr wurde bei einigen eine Hirnhautentzündung diagnostiziert. Die Infektion kann zum Tod führen - ist aber meist gut behandelbar.

Mehrere Jugendliche in Europa sind nach einem internationalen Pfadfindertreffen in Japan an Hirnhautentzündung erkrankt. Drei schottische Jugendliche befänden sich in ärztlicher Behandlung, seien aber schon wieder auf dem Weg der Besserung, sagte ein Sprecher der britischen Pfadfinder-Vereinigung am Dienstag. In Schweden bestätigte das Karolinska Universitätskrankenhaus bei Stockholm ebenfalls einen Fall von Meningitis. Es handele sich um ein Mädchen, das an dem Weltpfadfindertreffen teilgenommen hatte.

Auslöser für Meningitis sind Bakterien

Verursacht wurden die Infektionen von Bakterien, sogenannten Meningokokken. Mögliche Fälle unter den rund 1000 deutschen Teilnehmern wurden zunächst nicht bekannt, wie der Sprecher der Gruppe, Sebastian Schmitt, mitteilte. Auch in Japan wurde bisher kein Fall gemeldet. Insgesamt waren rund 30 000 Menschen zum World Scout Jamboree in Kirara-hama gereist.

Das Ansteckungsrisiko bei Meningokokken ist sehr gering. Die Erreger werden über Tröpfchen verbreitet, vor allem durch Anhusten oder -niesen, seltener durch anhaltenden engen Kontakt. Nicht rechtzeitig behandelt kann eine Meningitis zum Tod führen oder Folgeschäden wie Taubheit oder Epilepsie hervorrufen. Zu den Symptomen zählen unter anderem Fieber, Nackensteifheit und Kopfschmerzen. Die schwedische Gesundheitsbehörde hatte am Montag die 2000 schwedischen Teilnehmer des Camps aufgefordert, vorsorglich Antibiotika zu nehmen.

Weitere Fälle von Meningitis unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen

Das Treffen sei bereits am 8. August zu Ende gewesen, die Inkubationszeit von der Ansteckung bis zu ersten Symptomen liege bei zwei bis zehn Tagen, hieß es vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Weitere Fälle seien daher unwahrscheinlich. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass der verursachende Meningokokken-Stamm in der einen oder anderen Gruppe zirkuliere, ohne sofort zu einer Erkrankung zu führen. „Daher ist weiterhin Wachsamkeit geboten.“

Der Ring Deutscher Pfadfinder hatte im Vorfeld des Treffens auf die Möglichkeit einer vorbeugenden Meningokokken-Impfung hingewiesen. „Diese Erkrankung tritt bei Jugendlichen gehäuft auf und während des Jamborees besteht prinzipiell ein erhöhtes Ansteckungsrisiko, da sich viele Jugendliche auf engem Raum aufhalten“, hieß es in der Information zu medizinischen Fragen.

dpa

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