Mutmaßlich rechtsextreme Mails

Nach bundesweiter Serie von Drohbriefen: Weitere Drohmail nach Festnahme von Tatverdächtigem aufgetaucht

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Nach einer Serie von Drohmails wurde nun ein Verdächtiger ermittelt. (Symbolbild)

Eine Serie mutmaßlich rechtsextremer Drohmails mit Gewalt- und Bombendrohungen sorgt bundesweit für Aufsehen. Nun wurde ein Verdächtiger ermittelt.

Update vom 9. April 2019:

Nach der Festnahme eines Tatverdächtigen wegen einer Serie von E-Mails mit rechten Gewaltandrohungen ist erneut ein Drohschreiben aufgetaucht. Dieses richte sich unter anderem an die Berliner Generalstaatsanwaltschaft, sagte ein Justizsprecher der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Zuvor hatte das ARD-Magazin "Kontraste" darüber berichtet. In der Mail droht eine unbekannte Gruppe dem Bericht zufolge mit der Entstehung einer neuen Terrorgruppe.

"Wir nehmen das sehr ernst", sagte der Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft. Aktuell müsse von mindestens zwei Tätern ausgegangen werden. Ob und inwieweit diese zusammengearbeitet hätten, sei Gegenstand der Ermittlungen. Am Wochenende war ein Mann aus Schleswig-Holstein verhaftet worden, der für mehr als 200 mit "Nationalsozialistische Offensive", "NSU 2.0" oder "Wehrmacht" unterschriebene Drohmails verantwortlich sein soll.

Nach bundesweiter Serie von Drohbriefen: Jetzt wurde ein Verdächtiger ermittelt

Update vom 5. April, 10.32 Uhr: Nach einer Serie von E-Mails mit rechten Gewaltandrohungen haben Polizei und Staatsanwaltschaft einen Tatverdächtigen ermittelt. Am Donnerstag wurde in Schleswig-Holstein deshalb eine Wohnung durchsucht, auch wurden Beweismittel beschlagnahmt, wie Polizei und Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Freitag mitteilten. Zur Identität des Verdächtigen machten die Ermittler zunächst keine Angaben.

Es bestehe der Verdacht, dass der Beschuldigte Verfasser verschiedener Drohschreiben an Gerichte und andere Einrichtungen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg sein könnte. In der vor einem Jahr begonnenen Serie gab es auch Androhungen von Bombenanschlägen auf Gerichte. Unterzeichnet waren die Mails etwa mit "Nationalsozialistische Offensive".

Den Angaben zufolge sind inzwischen mehr als 200 Drohschreiben Teil des in Berlin zentral geführten Ermittlungskomplexes. Die darin gesammelten Schreiben richteten sich auch an Politiker, Anwälte, Journalisten oder den Zentralrat der Juden. Es solle nun festgestellt werden, für welche der Drohschreiben der Verdächtige verantwortlich sein könnte.

Helene Fischer von Neonazis bedroht - über 100 Drohmails gegen Promis und Politiker

Update vom 14. März, 10.53 Uhr: Medienberichten zufolge gibt es seit mehreren Wochen eine Serie an Drohmails, die mutmaßlich von Rechtsextremen an Politiker und Prominente verschickt wurden (siehe unsere Meldung unten). Die E-Mails enthalten unter anderem Gewalt- und Bombendrohungen und wurden mit „Nationalsozialistische Offensive“, „NSU 2.0“ oder „Wehrmacht“ unterzeichnet.

Die persönlich adressierten Schreiben seien von unterschiedlichen Mailkonten verschickt worden. Jedoch seien sie in der Wortwahl so ähnlich, dass die Ermittler einen Zusammenhang vermuten, berichteten Medien. Empfänger der Drohmails seien unter anderem Politiker, Anwälte, Journalisten, und der Zentralrat der Juden.

Auch Helene Fischer erhielt Drohmails von Rechtsextremen

Wie nun bekannt wurde, ist auch Schlagersängerin Helene Fischer betroffen, auch sie erhielt mutmaßlich rechtsextremistische Drohungen. Ob dahinter jedoch stets dieselben Personen steckten oder auch Trittbrettfahrer, sei unklar.

Die 34-Jährige hatte sich nach den Ausschreitungen in Chemnitz kritisch geäußert. Bei einem Konzert in Berlin machte sie Anfang September vor rund 17.000 Fans auf die Missstände in Chemnitz aufmerksam: „Ich äußere mich nicht zu Politik. Meine Sprache ist die Musik. Doch auch ich verfolge, was in der Welt passiert. Und deswegen heute Abend, jetzt und hier gemeinsam mit euch, wir setzen auch ein Zeichen. Und ich möchte jetzt und hier, dass keiner mehr sitzen bleibt. Erhebt euch. Erhebt gemeinsam mit mir die Stimme. Gegen Gewalt. Gegen Fremdenfeindlichkeit“, sagte sie. Dann forderte sie die Fans auf: „Lasst uns gemeinsam dieses Lied singen. Wir brechen das Schweigen hier in Berlin. Seid ihr mit mir?“ Zuvor äußerte sich die Schlagersängerin bereits auf ihren Social-Media-Kanälen.

Erstmeldung: Gewalt- und Bombendrohungen: Rechtsextreme verschicken über 100 Drohmails 

Berlin - Seit mehreren Wochen gibt es nach Medienberichten eine bundesweite Serie mutmaßlich rechtsextremer Gewaltdrohungen gegen Politiker und andere öffentlich herausgehobene Personen. Es gehe um mehr als 100 verschickte E-Mails, die mit „Nationalsozialistische Offensive“, „NSU 2.0“ oder „Wehrmacht“ unterzeichnet worden seien, berichteten am Mittwochabend die „Süddeutsche Zeitung“ und der NDR. Darunter seien auch Bombendrohungen. Bei Durchsuchungen seien aber bisher keine Bomben gefunden worden.

Wegen Drohungen: Hauptbahnhof und Finanzamt geräumt

Wegen entsprechender Drohungen seien am Montag der Hauptbahnhof Lübeck sowie am Dienstag das Finanzamt Gelsenkirchen vorsorglich geräumt worden, hieß es. Mindestens fünfzehn Mal sollen seit Dezember Bombendrohungen mit dem Absender „Nationalsozialistische Offensive“ auch bei Gerichten oder Justizzentren eingegangen sein, unter anderem beim Oberlandesgericht München, dem Oberlandesgericht Bamberg, der Staatsanwaltschaft in Frankfurt, aber auch beim Flughafen Hamburg.

Der Lübecker Bahnhof wurde nach einer Bombendrohung evakuiert und der Zugverkehr eingestellt.

Die Bundesanwaltschaft hat den Berichten zufolge einen Prüfvorgang angelegt. Ein Sprecher der Karlsruher Behörde wollte sich auf Anfrage zu den Berichten nicht näher äußern, verwies aber auf die örtlichen Staatsanwaltschaften. Den Berichten zufolge haben sich die Generalstaatsanwälte der Länder geeinigt, die Ermittlungen gebündelt bei der Berliner Staatsanwaltschaft zu führen (Aktenzeichen 231 UJs. 181/19). Von dort war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

sp/dpa/AFP

Erst kürzlich war ein mutmaßlicher Nazi-Skandal bei der hessischen Polizei öffentlich geworden.

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