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Neuer Corona-Plan für Bayern: Söder will Impfungen an kuriosen Orten - und gibt erstmals lang erhoffte Perspektive

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Von: Katarina Amtmann

Markus Söder verkündete am Dienstag einen neuen Corona-Plan für Bayern. Der CSU-Chef gab einer Branche erstmals eine lang erhoffte Perspektive. Alle News im Ticker.

Update vom 13. Juli, 14 Uhr: In Bayern sinkt die Impfbereitschaft, doch der Freistaat ist trotzdem gegen eine allgemeine Impfpflicht. Das sagte Markus Söder am Mittag bei einer Pressekonferenz. Man sei auch dagegen, dass der Staat eine Prämie zahle, so Bayerns Ministerpräsident. Er betonte aber auch, dass der „Weg, den Frankreich bestreitet“ auch teilweise für Deutschland spannend sein könnte. „Testen kostet enorme Summen“. Daher müsse man darüber nachdenken, ob die Corona-Tests kostenlos bleiben könnten, wenn alle Menschen ein Impfangebot bekommen hätten.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Monntag wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen unter anderem erklärt, dass PCR-Tests ab Herbst kostenpflichtig werden, sofern sie nicht verschrieben wurden. Dadurch soll die Impfkampagne weiter angekurbelt werden. Zugleich hatte Macron eine Impfpflicht für Personal im Gesundheitsbereich verkündet. Bis Mitte September haben Angestellte in Krankenhäusern und Pflegeheimen nun Zeit, sich impfen zu lassen. Laut Gesundheitsminister Olivier Véran dürfen Ungeimpfte danach nicht mehr arbeiten und werden nicht mehr bezahlt. Eine Impflicht in Bayern wolle man aber nicht, machte Söder auf Nachfrage deutlich.

Söder stellt Impfplan für Bayern vor: Wird bald in Fast-Food-Ketten gegen Corona geimpft?

Zum Impfkonzept in Bayern sagte Söder, dass Menschen sich künftig ohne Vorab-Registrierung und Termin und auch bei mobilen Impfteams gegen Corona impfen lassen können. Solche Impfteams sollen sich beispielsweise vor Geschäften, auf Märkten oder bei Sportveranstaltungen aufstellen. Impfzentren sollen ergänzend auch Drive-in-Schalter anbieten können. Ziel sei es, den Impfstoff vor allem mit Hilfe mobiler Teams zu den Menschen zu bringen, hieß es. Dabei helfen sollen nach dem Willen des Kabinetts Partner wie Hotel- und Gaststättenverband, Jugendring, Sport- und Wirtschaftsverbände, aber auch die Betreiber großer Einkaufszentren. „Impfen im Wirtshaus könnte es bald geben, es wird auch mit Fast-Food-Ketten geredet. Jugendzentren und Supermärkte sind ebenfalls Teil der Gespräche“, sagte Söder dazu.

Er sprach auch über die aktuellen Corona-Zahlen: Die Tendenz steige, die Delta-Variante sei in Bayern bereits dominant. „Es geht rasant voran“, sagte er. Niemand dürfe glauben, dass die Steigerung der Zahl der Neuinfektionen weiterhin so langsam verlaufe wie in den vergangenen Tagen. Der Kampf gegen die Delta-Variante gleiche einem „Wettlauf gegen die Zeit“. Der CSU-Chef glaube jedoch nicht an einen neuen Lockdown im Herbst.

Corona in Bayern: Söder stellt Perspektive für Clubs in Aussicht

Deshalb müsse weiterhin des Prinzip der Vorsicht gelten. Groß angelegten Lockerungen wie in Großbritannien erteilte Söder eine Absage. Die Öffnungen auf der Insel nannte Söder „ein Experiment, gerade an der jüngeren Generation“. Einer vollständigen Abkehr von der Sieben-Tage-Inzidenz als Messlatte erteilte Söder ebenfalls eine Absage. Es müssten andere Faktoren einbezogen werden, die Zahl der Neuinfektionen aber ad acta zu legen, sei verfrüht.

Bayerns Ministerpräsident stellte mehr Freiheiten für Geimpfte in Aussicht, zum Beispiel keine Quarantäne nach Reisen. Ab Herbst möglicherweise auch die Öffnung von Clubs und Nachtgastronomie für zweifach Geimpfte und: die Nicht-Anwendung und Zurechnung von Geimpften für Kultur und Sport.

Söder stellt Impfplan vor: Die Pressekonferenz zum Nachlesen

13.30 Uhr: „Wir haben alle die Europameisterschaft wahrgenommen“, so Staatskanzleichef Florian Herrmann. Mit den vollen Stadien habe sich nicht jeder wohlgefühlt. In Bayern soll weiter „Vorsicht und Umsicht“ gelten.“ Wenn es um mehr als 5000 Zuschauer geht, gilt Folgendes (Die Regeln gelten außerdem nur, wenn die Inzidenz unter 35 liege.) Von der Gesamtkapazität darf maximal 35 Prozent besetzt werden, allerdings maximal 20.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Es bleibt dabei, dass Abstand (1,50 Meter) eingehalten werden muss, es wird keine Stehplätze geben, außerdem personalisierte Tickets. Ins Stadion könne man nur mit negativem Test, wenn man geimpft oder genesen ist. Außerdem gilt FFP2-Maskenpflicht, wenn man sich im Stadion bewegt, am Sitzplatz unter freiem Himmel ist dies nicht nötig. Alkohol darf nicht verkauft werden. Dieses Konzept gelte auch für Kulturveranstaltungen mit „länderübergreifendem Charakter.“

13.20 Uhr: Nach Söder spricht Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Er habe nur wenige Ergänzungen zu den Ausführungen des Ministerpräsidenten. „Es liegt jetzt in der Hand von jedem, das Angebot anzunehmen und sich impfen zu lassen.“ Impfen sei ein gesellschaftliches Thema, „der Weg aus der Pandemie.“ Niemand könne sich davor wegducken. „Noch ist die Zeit der Appelle“, betont Holetschek.

Durchimpfen oder Durchsuchen: Söder nimmt Stellung zur Corona-Lage

13.17 Uhr: Die Impfungen in den Betrieben laufe sehr gut, nun solle aber auch über Möglichkeiten der Impfung beispielsweise in Jobcentern besprochen. Es gebe zwei Möglichkeiten, die Herdenimmunität zu erreichen: Durchseuchen oder Durchimpfen, so Söder. Letzteres sei zu empfehlen.

Für Kultur und Sport soll es keinen Unterschied mehr geben, stellt er klar. Staatskanzleichef Florian Herrmann soll dazu gleich noch Stellung nehmen. „Fazit für heute: Die Lage ist stabil, der Trend geht nach oben.“ Deshalb solle man nicht warten, bis es schlimmer werde.

Söder-Pressekonferenz zu Corona live: „Impfen ist der Weg zur Freiheit“

13.10 Uhr: „Impfen ist der Weg zur Freiheit“, sagt Söder. Man schütze damit andere, zum Beispiel Personen, die sich nicht impfen lassen können. „Auch um deren Schutz geht es.“ Lange Zeit hatte man den „Kampf um den Impfstoff“, nun suche man Impfwillige. „Es lässt nach mit der Anmeldung. Die Absagen nehmen dafür zu.“ In den letzten Wochen habe es davon rund 100.000 gegeben. „Die Gründe sind vielschichtig“, es werde nicht mehr so ernst genommen, fasst Söder aber zusammen.

Die Impf-Kampagne müsse angepasst werden. Er fordert niedrigschwellige Angebote. „Wir müssen es vor Ort anbieten“, sagt er und stellt klar: „Wir wollen keine Impfpflicht. Wir sind aber auch dagegen, dass man Geld zahlt dafür.“ Man müsse jedochh hinterfragen, ob Corona-Tests dauerhaft kostenfrei bleiben. Was aber spannend sein könnte: Der Weg , den Frankreich bestreitet. Dort hatte es nach einer Rede von Macron fast eine Million neue Anmeldungen gegeben. Frankreichs Präsident hatte am Montagabend wegen der wieder steigenden Corona-Infektionszahlen unter anderem erklärt, dass PCR-Tests ab Herbst kostenpflichtig werden, sofern sie nicht verschrieben wurden. Auf diese Weise soll die Impfkampagne weiter angekurbelt werden. Zugleich hatte Macron eine Impfpflicht für Personal im Gesundheitsbereich verkündet.

Der erste Ansatz, den es nun brauche: Mehr Freiheiten für Geimpfte, zum Beispiel keine Quarantäne nach Reisen. Ab Herbst auch die Öffnung von Clubs und Nachtgastronomie für zweifach Geimpfte und: die Nicht-Anwendung und Zurechnung von Geimpften für Kultur und Sport. Fazit: Kein Impfpflicht, mehr Freiheiten.

Mittlerweile werde auch in Impfzentren ohne vorherige Anmeldung geimpft. Außerdem gibt es nun die Möglichkeit sich im Impfzentrum die zweite Impfung abzuholen, wenn man die erste noch beim Hausarzt hatte. Es gebe auch Gespräche zwecks Impfen in der Gastronomie. Supermärkte sollen auch in die Impfkampagne einbezogen werden. Auch „Drive in“-Impfen werde besprochen. „Wir müssen jetzt den Sommer nutzen, so viel wie möglich zu machen.

13.05 Uhr: Beim Impfen komme man voran, aber nicht so wie man sich das vorgestellt habe. „Wie gehen wir damit um? Wir glauben nicht mehr an einen Lockdown“, stellt er klar. Schließlungen von Handel oder Gastronomie sollen verhindert werden. Er hält es aber für unklug, die Inzidenz als Wert für Entscheidungen aufzugeben. „Die Zahl ist wissenschaftlich verankert.“ Die Krankenhauszahl, also die Belastung, müsse aber auch eine Rolle spielen. Ebenso, wieviele Menschen geimpft sind. Das müsse jetzt wissenschaftlich diskutiert und umgesetzt werden, fordert er.

Bei der Schule müsse man vorsichtig bleiben, stellt er klar. Der Schulstart werde „mit einer Maske versehen.“ Auch das Testen bleibt wichtig. Er hoffe, dass die Stiko ihre Meinung und Empfehlung ändert - das käme jetzt aber sowieso zu spät für den Schulstart. Wichtig seien auch Luftreiniger, erklärt Söder weiter.

13 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt, Markus Söder hat das Wort. „Bayern steht gut da. (...) Die Inzidenz liegt noch gut“, doch die Zahlen steigen - auch in München. „Es ist kein Anlass zur Panik“, so der CSU-Chef. Die Zahlen in den Krankenhäusern seien stabil. Der R-Wert liege aber deutlich über 1, die Delta-Variante „nimmt rasant“ zu. Man müsse die Herausforderung ernst nehmen. „Es wird eine deutliche Belastung geben. Die Frage ist nur wann und wie wir damit umgehen.“ Jetzt zu lockern wie Großbritannien sei ein Expertiment, vor allem an der jüngeren Generation.

Update vom 13. Juli, 12 Uhr: Aktuell tagt das bayerische Kabinett um Markus Söder. Wie kann das Impftempo im Freistaat erhöht werden? In einer Stunde wird es dazu eine Pressekonferenz mit Bayerns Ministerpräsident geben. Diese können Sie hier im Live-Stream und -Ticker verfolgen.

Söder kündigt neues Impf-Konzept für Bayern an - Pressekonferenz mit CSU-Chef heute Mittag

Erstmeldung vom 13. Juli, 6.17 Uhr: München - Viele Menschen sind schon gegen Corona geimpft, doch nun ist die Impfkampagne etwas ins Stocken geraten. Wie soll das Tempo wieder erhöht werden? Darüber will das bayerische Kabinett um Markus Söder heute beraten und entscheiden. Wird bald auch in Supermärkten geimpft?

Corona-Impfungen to go? Söder kündigt Konzept an - Kabinett berät

Mit leicht zugänglichen Impfangeboten will der Freistaat das Corona*-Impftempo erhöhen. Am Dienstag (13. Juli) will das Kabinett über ein entsprechendes Konzept beraten. CSU-Chef Söder hatte schon am Montag von „Impfen to go“ und „an ungewöhnlichen Orten“ gesprochen.* „Ich glaube, das Angebot muss noch näher an die Menschen kommen“, sagte er. Man müsse das Angebot so breit wie möglich aufstellen und wolle dazu Partner etwa aus der Wirtschaft, der Gastronomie und dem Sport gewinnen.

Die aufwendigen Registrierungen vorab machten auf Dauer keinen Sinn, so Söder. Wer geimpft werden wolle, solle hingehen können und die Impfung* bekommen. Söder hatte schon vor einiger Zeit von Impfungen* vor Supermärkten gesprochen. Am Montag stellt er auch klar: „Ohne Impfen keine Freiheit - jedenfalls nicht so in der Form, wie wir es uns vorstellen.“

Söder-Kabinett berät zu Corona-Impfungen: Pressekonferenz angekündigt

Nach der Kabinettssitzung findet um 13 Uhr eine Pressekonferenz mit Söder, Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Sozialministerin Carolina Trautner statt. Diese können Sie hier im Live-Stream und -Ticker verfolgen. (kam/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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