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CSU-Chef Söder von Laschets Kanzlerkandidatur-Begründung „nicht überzeugt“ - klare Ansage an CDU

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Von: Astrid Theil

CSU-Chef Markus Söder
Markus Söder verlor den Machtkampf gegen Armin Laschet um die Kanzlerkandidatur der Union. © Peter Kneffel/dpa

Nicht Markus Söder, sondern Armin Laschet ist nach langem Ringen Kanzlerkandidat der Union geworden. Der CSU-Chef betonte zuletzt seine Unterstützung und übt nun doch Kritik.

München - Markus Söder (CSU) sicherte CDU-Chef Armin Laschet nach dem erbitterten Machtkampf um die Kanzlerkandidatur in der Union seine Unterstützung zu. Nun äußert der CSU-Chef jedoch Kritik und problematisiert die Entscheidung. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung wird deutlich, dass zwischen CDU-Chef Armin Laschet und Markus Söder nicht nur Einigkeit herrscht. „Es gibt keinen persönlichen Bruch zwischen uns, aber wir haben ein unterschiedliches Verständnis von Demokratie und Programm“, sagte Söder im Rahmen des Interviews.

Darüber hinaus äußerte Söder Kritik an dem Verfahren, durch welches Laschet zum Kanzlerkandidaten der Union wurde. Laut Aussage des CSU-Chefs sei der Beschluss eines Gremiums wichtig. Dennoch sei der Glaube, dass politische oder personelle Fragen „heute noch in den Gremien völlig unabhängig von der Basis und den Erwartungen der Menschen“ gemacht werden könnten, „unzeitgemäß“. Bei diesen Ausführungen nannte Söder jedoch nicht direkt das Votum des CDU-Bundesvorstands für Laschet.

CSU-Chef Markus Söder: „Keiner will die alte Union aus den 90er-Jahren zurück“

Söder betonte erneut, dass Laschet und er im Machtkampf um die Kanzlerkandidatur für unterschiedliche Programme standen. Auf die Frage, was konkret sein Angebot von dem Armin Laschets unterschieden habe, antwortete er: „Mir war klar, dass wir einen neuen Aufbruch brauchen für die Union. Ich glaube nicht, dass es klug ist, nach den progressiven Merkel-Jahren eine Politik „Helmut Kohl* 2.0“ aus der Vergangenheit zu machen. Das wäre viel zu altmodisch. Keiner will die alte Union aus den 90er-Jahren zurück. Wir brauchen einen politischen New Deal statt Old School.“

Seine Erwartungen in Bezug auf die Bundestagswahl im September* formulierte er ebenfalls deutlich. Er erwarte ein Ergebnis von mehr als 30 Prozent für die Union: „Es muss schon ein Ergebnis sein, das deutlich über 30 Prozent liegt - näher an 35 Prozent“. Bei der Bundestagswahl im Jahr 2017 hatten die Schwesterparteien zusammen 32,9 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten.

Söder: „Kernverantwortung liegt immer beim Kanzlerkandidaten, auch für das Ergebnis in Bayern“

Die Verantwortung für ein gutes Wahlergebnis im September sieht er nun bei Armin Laschet: „Wir werden alles für ein gutes bayerisches Ergebnis tun, aber die Kernverantwortung liegt natürlich immer beim Kanzlerkandidaten, auch für das Ergebnis in Bayern. Denn heute ziehen Kandidaten die Parteien und nicht umgekehrt.“

Seiner Meinung nach müsse die Union nun ambitionierte Wahlziele formulieren. Sich „in eine Dreierkonstellation zu retten“ dürfe in diesem Zusammenhang nicht das Ziel sein. Darüber hinaus äußerte sich Söder eindeutig in Bezug auf die konkurrierenden Parteien: „Unser Wettbewerber sind die Grünen, unser Gegner ist die AfD.“ Söder äußerte sich schließlich noch expliziter zu Laschets Kanzlerkandidatur und übte scharfe Kritik.

Markus Söder: Begründung der Kandidatur Laschets habe ihn „nicht überzeugt“

Er führte aus, dass seine Beharrlichkeit gegen Laschet neben dem Rückhalt bei Umfragen auch inhaltliche Gründe gehabt habe: „Mich hat auch die Begründung der Kandidatur nicht überzeugt. Ich stehe für eine Modernisierung im Programm.“ Für ihn gehöre dazu auch, dem Thema Umwelt mehr Beachtung zu schenken. Das sei vor allem in Anbetracht der Grünen als konkurrierende Partei wichtig: „Die Grünen sind für uns politisch und intellektuell der anspruchsvollste Wettbewerber. Darauf zu antworten mit Argumenten von vor dreißig Jahren zieht bei großen Teilen der Bevölkerung nicht mehr.“

Kritik von Söder: Teile der CDU-Basis unzufrieden mit Laschet als Kanzlerkandidaten

Söder führte jedoch auch an, dass Laschet das Bundesland Nordrhein-Westfalen erfolgreich regiere und „ein Mann des Ausgleichs“ sei. Beide Aspekte würden für Laschet als Kandidaten der Union sprechen. Bei dieser Gelegenheit betonte er trotz der geäußerten Kritik erneut seine Unterstützung: „Es ist ein hohes Gut, zu integrieren; er ist für dieses Amt geeignet und hat meine Unterstützung.“ Er habe aus Verantwortung gegenüber der Union die Entscheidung des CDU-Bundesvorstands akzeptiert. Er sei mit dem Ergebnis im Reinen, betonte aber bei dieser Gelegenheit, dass das Teile der CDU-Basis nicht seien.

Die Verantwortung sieht er nach den vergangenen Wochen nun hauptsächlich bei der CDU: „Eines ist aber auch klar: Die Entscheidung lag damit in den Händen der CDU, die damit auch die Verantwortung für das Verfahren und das Ergebnis übernimmt.“ Söder betonte schließlich, dass er sich aktiv am Wahlkampf beteiligen werde: „Wie sagt Paulchen Panther immer: Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage.“ (at mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot der IPPEN.MEDIA

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