„Bus wurde immer schneller“ 

29 Tote bei Busunglück auf Madeira - Zeugen-Aussage zu Unfallursache - Maas besucht Unglücksstelle

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Auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira ist am Mittwoch ein Touristenbus schwer verunglückt - Es gab 29 Tote. Die Opfer waren wohl alle aus Deutschland. Besonders tragisch: Das Unglück ereignete sich nur 200 Meter vom Hotel entfernt.

  • Auf Madeira ist am Mittwochabend ein Bus schwer verunglückt.
  • Es gab 29 Tote, darunter 17 Männer und 12 Frauen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren.
  • Nach ersten Erkenntnissen stammen wohl alle Opfer aus Deutschland.
  • Besorgte Angehörige können sich an diese Nummer des Auswärtigen Amtes wenden: Tel. 030 5000 2000
  • Der Bus war mit sechs Jahren relativ neu und der Busfahrer gilt als erfahren.
  • Der Unfall ereignete sich nur 200 Meter vom Hotel entfernt.

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22.25 Uhr:

Nach dem tragischen Busunglück mit zahlreichen deutschen Todesopfern hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) die Unglücksstelle auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira besucht. Maas legte am Donnerstagabend zusammen mit seinem portugiesischen Kollegen Augusto Santos Silva und dem Vizepräsidenten der Regionalregierung von Madeira, Pedro Calado, einen Kranz nieder.

Maas bedankte sich bei den portugiesischen Behörden für die "großartige Zusammenarbeit in einer ganz schwierigen Zeit". Die Bundesregierung arbeite "mit Hochdruck daran, die Verletzten, die transportfähig sind, nach Hause zu bringen, diejenigen, die ums Leben gekommen sind, zu identifizieren, und die Angehörigen zu informieren", sagte Maas.

Das sei eine "sehr schwierige Arbeit, bei der keine Fehler gemacht werden dürfen, bei der alles sehr sicher sein muss". Deshalb seien mittlerweile auch Beamte des Bundeskriminalamtes auf dem Weg nach Madeira.

18.30 Uhr: Überlebende des schweren Busunglücks von Madeira haben ein Bremsversagen als wahrscheinliche Unfallursache bezeichnet. „Ich kann mir keine andere Ursache vorstellen. Der Bus fuhr von der Quinta Splendida los, nach einige Sekunden wurde er immer schneller. Er schlug gegen die Mauer, wir glaubten sofort, dass er außer Kontrolle geraten war. Er wurde immer schneller, und dann überschlug er sich“, erzählte ein leicht verletzter Mann nach einem Bericht der Online-Zeitung „Observador“.

Der Mann hatte sich demzufolge bei dem Unfall eine Rippe gebrochen, seine Frau wurde am Nacken leicht verletzt. Alter und Herkunft des Ehepaars nannte „Observador“ nicht. Die Frau erzählte, dass ein Tipp auf dem Hinflug wohl dafür gesorgt habe, dass sie glimpflich davon kamen. „Im Flugzeug erklärten sie uns, was zu tun war. Wir kauerten uns zusammen wie die Babys. Und das war unser Glück“, sagte sie.

Bei dem Unfall in dem Ort Caniço kamen nach portugiesischen Angaben 29 Menschen ums Leben, 27 wurden verletzt. Vom Hotel Quinta Splendida bis zur Unfallstelle sind es nur etwa 250 Meter.

Update vom 18. April 2019, 16.27 Uhr: Die meisten Opfer des Busunglücks auf Madeira hatten ihre Reise bei dem hessischen Unternehmen Trendtours Touristik aus Frankfurt am Main gebucht. 51 Feriengäste in dem Bus waren Kunden des Unternehmens, wie der Reiseveranstalter am Donnerstag mitteilte. In einer Stellungnahme kündigte das Unternehmen Unterstützung für die Opfer und ihre Angehörigen an. Zwei weitere Betroffene waren Kunden des Anbieters Schauinsland-Reisen.

Die Reisegruppe sei mit einem gecharterten Bus auf dem Weg zu einer Abendveranstaltung in Funchal gewesen, "als der Bus aus noch ungeklärter Ursache von der Straße abkam und eine Böschung hinab stürzte", erklärte Trendtours. Das Unternehmen habe bereits ein Unterstützungsteam nach Madeira geschickt.

Der Reiseveranstalter sei "zutiefst erschüttert" über den Unfall und spreche allen Opfern und Angehörigen sein Beileid aus. "Wir werden den Betroffenen im Rahmen des uns Möglichen jede Unterstützung in diesen schweren Stunden leisten", kündigte das Unternehmen an.

Trendtours Touristik gehört nach eigenen Angaben zu den führenden deutschen Direktreiseveranstaltern. Bei dem Busunglück auf der Ferieninsel Madeira kamen am Mittwochabend 29 Menschen ums Leben, 27 weitere wurden verletzt. Die meisten Opfer waren deutsche Touristen.

Laschet nach Busunglück in Madeira: Wohl Menschen aus NRW zu Schaden gekommen

Update vom 18. April 2019, 15.55 Uhr: Unter den Opfern des schweren Busunglücks auf Madeira vermutet die nordrhein-westfälische Landesregierung auch Menschen aus NRW. „Wir müssen davon ausgehen, dass bei diesem schweren Unglück auch Menschen aus Nordrhein-Westfalen zu Schaden gekommen sind“, teilte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstag mit. Die Landesregierung machte zunächst keine Angaben, ob auch Tote unter den Opfern aus NRW sind.

Überlebende des Unglücks berichten: Menschen flogen überall im Bus herum

Update vom 18. April 2019, 15.15 Uhr: Erstmals berichten Überlebende von den schrecklichen Minuten während des Unglücks. „Der Bus fuhr schneller und schneller und krachte gegen eine Mauer. Es gab Schreie. Wir beide waren angeschnallt, die anderen offenbar nicht, wir wissen es nicht. Die Menschen flogen um uns herum. Wir konnten herausklettern. (...) Wir sind gekrabbelt wie Babys. Der Rettungswagen waren sehr schnell da. Wir hatten riesiges Glück,“ sagen Überlebende gegenüber n-tv.

Eine Augenzeugin erzählte außerdem der portugiesischen Nachrichtenseite CMJournal, dass sie gesehen habe, wie der Fahrer „den fahrenden Bus an Wänden und Mauern stoppen wollte“. Weiter sagte sie: „Ich kann mir vorstellen, wie der Fahrer gelitten hat.“ Möglicherweise klemmte das Bremspedal. 

Busunglück auf Madeira: Reisegruppe war auf achttägigem Trip

Update vom 18. April 2019, 14.46 Uhr: Wie die Bild berichtet, hatte die Madeira-Reise für die verunglückten deutschen Urlauber gerade erst begonnen. Nur einen Tag vorher waren sie aus unterschiedlichen deutschen Städten angereist, um acht unbeschwerte Tage mit sieben Übernachtungen auf der Blumeninsel zu verbringen.

Am Unglückstages sei der Bus am Mittwoch gegen 18.30 Uhr losgefahren, um die Gruppe nach Berichten lokaler Medien zum Abendessen nach Funchal zu bringen.

Der Bus kam von der Straße ab, rutschte eine Böschung herunter, stürzte auf ein Haus und überschlug sich mehrfach.

Augenzeugin berichtet: Busfahrer hätte noch versucht, den Unfall zu verhindern

Update vom 18. April 2019, 13.08 Uhr: Der Fahrer des auf Madeira verunglückten Reisebusses hat nach Angaben einer Augenzeugin mit allen Mitteln versucht, den Unfall zu verhindern. Jedoch sei es ihm nicht gelungen, das Fahrzeug noch zum Stoppen zu bringen, sagte Rita Castro, die das Geschehen nach eigenen Angaben aus der Nähe beobachtet hatte, dem Nachrichtensender TVI24. Danach sei zunächst eine „ohrenbetäubende Stille“ eingetreten. „Ein Schrei aus Stille, wie in einem Schockzustand“, sagte die Portugiesin. Sie selbst habe zunächst auch keinen Laut hervorgebracht.

Neun Verletzte konnten nach Klinikangaben inzwischen entlassen werden, vier befinden sich weiterhin auf der Intensivstation.

Busunglück auf Madeira passierte nur 200 Meter vom Hotel der verunglückten Touristen

Update vom 18. April 2019, 12.53 Uhr: Wie die Bild berichtet, ist der Horror-Unfall nur 200 Meter vom Hotel der verunglückten Touristen passiert. Die Reisegruppe wollte gerade zum Abendessen in ein Restaurant fahren. Insgesamt waren 57 Menschen an Bord, 29 davon starben, als sich der Bus überschlug und eine Böschung hinab raste. Die genaue Unglücksursache ist bislang noch unklar. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass vermutlich ein mechanisches Problem der Grund gewesen sei – entweder seien die Bremsen ausgefallen oder das Gaspedal eingeklemmt gewesen. 18 Verletze werden derzeit noch in einer Klinik behandelt. Es befanden sich keine Kinder im Bus.

Update vom 18. April 2019, 12.21 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) begibt sich nach dem schweren Busunglück auf Madeira noch am Donnerstag auf die portugiesische Ferieninsel. Er werde mit einem Team von Ärzten, Psychologen und Konsularbeamten des Auswärtigen Amts nach Madeira fliegen, erklärte Maas in Berlin. Dort werde er mit Betroffenen sprechen, zudem wolle er den "portugiesischen Freunden unseren Dank für ihre Hilfe aussprechen".

Der Außenminister betonte, es gebe "noch keine Gewissheit" über die Zahl der deutschen Opfer des Unglücks von Mittwochabend. Die deutsche Botschaft in Lissabon arbeite "mit Hochdruck" gemeinsam mit den örtlichen Behörden an der Aufklärung.

Der deutsche Botschafter "ist soeben mit einem Team auf Madeira gelandet", fügte Maas hinzu. Sowohl in Berlin als auch vor Ort sei ein Krisenstab eingerichtet worden.

Portugal ordnet nach Busunglück auf Madeira drei Tage Staatstrauer an

Update vom 18. April 2019, 12.06 Uhr: Die portugiesische Regierung hat nach dem schweren Busunglück auf der Urlaubsinsel Madeira mit 29 Toten eine dreitägige Staatstrauer bis Samstag angeordnet. Portugiesische Medien zitierten am Donnerstag aus einer Mitteilung des Ministerrats, dass Trauer und Solidarität aller Portugiesen mit den Opfern und ihren Angehörigen Ausdruck verliehen werden soll.

Nach dem Busunglück mit 29 Toten auf der portugiesischen Urlaubsinsel Madeira sollen die Leichen voraussichtlich bis Samstag identifiziert werden. Das sagte eine Vertreterin des Krankenhauses „Dr. Nélio Mendonça“ in der Hauptstadt Funchal bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Man hoffe, am Samstag mehr über die Identität der Todesopfer sagen und dann die Leichen übergeben zu können.

Busunglück bei Madeira - Bus war relativ neu

Update vom 18. April 2019, 11.00 Uhr: Der auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira verunglückte Reisebus war offenbar relativ neu. Das Fahrzeug sei im Februar 2013 zugelassen worden und damit nur rund sechs Jahre alt gewesen, berichtete die Zeitung „Diário de Notícias“ am Donnerstag ohne Nennung von Quellen.

Bei dem Fahrer, der bei dem Unfall verletzt wurde, handele es sich um einen 55-Jährigen mit viel Berufserfahrung, hieß es weiter. Er habe einen von insgesamt drei Bussen gefahren, die die Urlauber vom Hotel „Quinta Splendida“ in der Gemeinde Caniço zu einem Abendessen in der Hauptstadt Funchal bringen sollten.

Busunglück auf Madeira: Steinmeier dankt den Helfern

Update vom 18. April 2019, 10.43 Uhr: Nach dem Busunglück mit 29 Toten auf Madeira hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Rettungs- und Einsatzkräften auf der portugiesischen Atlantikinsel gedankt. Sie hätten schnell am Unglücksort Hilfe geleistet, teilte Steinmeier am Donnerstag in Berlin mit. „Dem portugiesischen Präsidenten Sousa danke ich für seine Anteilnahme in diesen schweren Stunden.“

„Ich bin tief erschüttert über den tragischen Unfall auf Madeira, durch den so viele Menschen aus dem Leben gerissen wurden“, so Steinmeier. „In Gedanken bin ich bei den Familien und Freunden der Opfer, wie viele Menschen hier in Deutschland. Wir trauern und fühlen alle mit ihnen. Den Verletzten wünsche ich gute und baldige Genesung.“

Madeira: Von Reisebus getroffenes Haus war zum Unfallzeitpunkt leer

Update vom 18. April 2019, 10.37 Uhr: Das Haus, auf das der verunglückte Reisebus auf Madeira gestürzt ist, war zum Unfallzeitpunkt leer. Das bestätigte der Bürgermeister des Ortes Caniço, Filipe Sousa, der portugiesischen Onlinezeitung „Observador“. Bewohnt werde es normalerweise von einem Mann, der sich zum Zeitpunkt des Unglück bei Verwandten aufgehalten habe. Er sei über die Tragödie informiert worden. Am Donnerstag sollten Experten die Schäden an dem Haus überprüfen.

Busunglück auf Madeira: Merkel äußert "Trauer und Bestürzung"

Update vom 18. April 2019, 10.13 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hat mit Entsetzen auf das Busunglück mit vielen deutschen Toten auf der portugiesischen Insel Madeira reagiert. „Mit Trauer und Bestürzung denke ich an unsere Landsleute und alle anderen Menschen, die von dem fürchterlichen Busunglück auf Madeira betroffen sind“, erklärte Merkel am Donnerstag. „Meine aufrichtige Anteilnahme gilt vor allem all den Familien, die in diesem Unglück ihre Liebsten verloren haben.“ Sie hoffe mit den Verletzten und ihren Angehörigen, die um sie bangten, dass sie die körperlichen wie seelischen Folgen überwinden könnten.

Eine konkrete Zahl von Opfern nannte die Kanzlerin nicht. „Ich danke allen auf Madeira, den Rettern, Sanitätern und Ärzten, die unter schwierigen Umständen an der Unglücksstelle im Einsatz waren“, schrieb Merkel weiter. Das Auswärtige Amt und seine Mitarbeiter in Portugal seien in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden bemüht, „den Angehörigen soweit als möglich in diesen schmerzhaften Stunden und Tagen zur Seite zu stehen“. Merkel selbst hatte an diesem Mittag ebenfalls einen schweren Gang vor sich: In Templin im Norden Brandenburgs wird am Nachmittag ihre am 6. April im Alter von 90 Jahren gestorbene Mutter Herlind Kasner beigesetzt.

Auf Madeira verunglückte Urlauber hatten offenbar bei demselben Veranstalter gebucht

Update vom 18. April 2019, 09.17 Uhr: Bei den Opfern der Reisebus-Tragödie auf der portugiesischen Urlaubsinsel Madeira handelt es sich nach Angaben des Hotels, in dem die Touristen untergebracht waren, um Deutsche aus verschiedenen Teilen der Bundesrepublik. Es habe sich nicht um eine gemeinsame Gruppe gehandelt, sondern um Reisende, die zu verschiedenen Zeitpunkten auf Madeira angekommen seien und über einen deutschen Reiseveranstalter und dessen portugiesischen Partner Ausflüge gebucht hätten, sagte eine Mitarbeiterin des Hotels „Quinta Splendida“ in dem Ort Caniço am Donnerstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur.

Die Gäste des Veranstalters reisten normalerweise immer donnerstags und dienstags an, hieß es weiter. Der Bus war am Mittwochabend auf dem Weg vom Hotel zu einem Abendessen in Funchal von der Straße abgekommen und einen Abhang hinuntergestürzt. 29 Menschen starben nach bisherigen Erkenntnissen.

Einsatz am Unfallort in Madeira beendet

Update vom 18. April 2019, 08.58 Uhr: Nach dem schweren Busunglück auf der portugiesischen Urlaubsinsel Madeira mit mindestens 29 Toten haben die Rettungskräfte laut Medienberichten ihren Einsatz am Unfallort beendet. Das Wrack des Reisebusses sei kurz nach 5.00 Uhr (6.00 MESZ) am Donnerstag vom Unglücksort geräumt worden, berichteten der Sender SIC Notícias und die Zeitung „Observador“.

Unter den Opfern sind nach bisherigen Erkenntnissen viele deutsche Touristen. Der Reisebus war bei dem Unglück am Mittwochabend in der Gemeinde Caniço östlich von Funchal, in der die Urlauber im Hotel „Quinta Splendida“ die Osterferien verbrachten, in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen. Er überschlug sich und stürzte eine Böschung hinunter auf ein Wohnhaus.

Busunglück auf Madeira: Regierung erklärt Trauerzeit

Update vom 18. April 2019, 06.27 Uhr: Nach dem schweren Busunglück auf Madeira hat die Regionalregierung eine dreitägige Trauerzeit für die portugiesische Insel angeordnet. Diese gelte von Donnerstag bis Samstag, hieß es in einer Erklärung des Regierungsrats der Autonomen Region Madeira. Demnach werden die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden auf Madeira während der drei Tage auf halbmast gesetzt.

Außerdem stieg die Zahl der Toten von 28 auf 29 Menschen an. Eine Frau sei ihren schweren Verletzungen erlegen, teilte ein Arzt des Krankenhauses der Stadt Funchal am späten Mittwochabend mit. Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa sagte, seinen Informationen zufolge stammen alle Todesopfer aus Deutschland.

Das Auswärtige Amt in Berlin hat nun einen Krisenstab errichtet. Aus technischen Gründen musste nun die Hotline geändert werden. Sie lautet nun wie folgt: 030-500 030 00.

Busunglück auf Madeira: An diese Nummer können sich besorgte Angehörige wenden

22.53 Uhr: Die Bundesregierung hat bestürzt auf das Busunglück in Madeira reagiert, bei dem vermutlich auch deutsche Touristen ums Leben gekommen sind. Sprecher der Bundesregierung und Chef des Bundespresseamtes (BPA) Steffen Seibert twittert über das tragische Unglück: „Unsere tiefe Trauer gilt all denen, die in dem verunglückten Bus ihr Leben verloren haben, unsere Gedanken sind bei den Verletzten.“ Er veröffentlicht eine Nummer des Auswärtigen Amtes, an die sich besorgte Angehörige wenden können: Tel. 030 5000 2000

22.44 Uhr: Nach dem schweren Busunglück auf Madeira hat ein Vertreter der portugiesischen Regierung dem deutschen Botschafter in Portugal kondoliert. Damit verdichten sich die Hinweise, wonach es sich bei den 28 Opfern um Deutsche handelt. Der Vertreter Portugals für die Autonome Region Madeira, Ireneu Cabral Barreto, bedauere „den schweren Verkehrsunfall zutiefst“ und spreche den Angehörigen der Opfer „aufrichtiges Beileid“ aus, zitierte ihn die Zeitung „Observador“.

Feuerwehrmänner helfen den überlebenden Opfern.

Busunglück auf Madeira: Staatspräsident spricht von „Moment des Schmerzes“

22.30: Uhr: Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa wollte zunächst noch am Abend nach Madeira reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Jedoch würden die Militärflugzeuge möglicherweise gebraucht, um Verletzte auf das Festland zu bringen, hieß es. Sousa habe die Reise deshalb zunächst wieder abgesagt, wie Medien berichteten. „Dies ist ein Moment des Schmerzes, aber auch der Solidarität“, sagte der Präsident dem Nachrichtensender SIC Noticias.

22.28 Uhr: Die Nachrichtenagentur Lusa berichtete von insgesamt 51 Passagieren an Bord. 22 von ihnen seien unterschiedlich schwer verletzt worden und entweder vor Ort behandelt oder in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Funchal gebracht worden.

„Mein Gott, ich bin sprachlos“, sagte Bürgermeister Sousa. Der Fahrer hatte offenbar in einer Kurve die Kontrolle über den Bus verloren, der daraufhin einen Abhang hinunter in ein Wohnviertel stürzte. Auf Bildern war zu sehen, wie der weiße Reisebus völlig zerstört auf der Seite und teilweise auf einem roten Ziegeldach lag. Der Busfahrer und der Reiseleiter - beides Portugiesen - hätten verletzt überlebt, so der Bürgermeister.

22.04 Uhr: Nach Angaben des Auswärtigen Amtes „möglicherweise“ auch Deutsche unter den Opfern. Nähere Angaben lagen zunächst nicht vor. „Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Lissabon stehen mit den örtlichen Behörden in Kontakt“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwochabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Video: Madeira - 29 Urlauber bei Busunfall getötet

Busunglück auf Madeira: 28 Tote - Die Erstmeldung

Funchal - Bei einem schweren Busunglück auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira sind am frühen Mittwochabend mindestens 28 Menschen ums Leben gekommen. Bei den Opfern - 17 Männern und 12 Frauen - soll es sich um deutsche Touristen handeln. Das sagte der zuständige Bürgermeister Filipe Sousa dem portugiesischen Sender RTP3. Dazu gab es von deutscher Seite noch keine offizielle Bestätigung.

Der Fahrer und der Reiseleiter sollen verletzt überlebt haben. Mehrere weitere Urlauber seien in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Funchal gebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Lusa.

Das Unglück ereignete sich dem örtlichen Zivilschutz zufolge gegen 18.30 Uhr in der östlich von Funchal gelegenen Gemeinde Caniço. Der Fahrer hatte offenbar in einer Kurve die Kontrolle über den Bus verloren, der daraufhin eine Böschung hinunter auf ein Haus stürzte. Zahlreiche Rettungswagen waren im Einsatz. Wie viele Menschen sich in dem Touristenbus befanden, war noch unklar.

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Busunglück auf Madeira: Hintergrund zur Insel - hauptsächlich auch deutsche Touristen

Die „Blumeninsel“ Madeira liegt etwa 950 Kilometer südwestlich von Lissabon im Atlantik und ist vor allem auch bei Deutschen sehr beliebt. Wanderer, Taucher und Golfer schätzen die atemberaubende Natur und das milde subtropische Klima. Madeira hat etwa 260 000 Einwohner, die Insel gehört zu Portugal.

Für diejenigen, die Steuern sparen wollen, ist die Heimatinsel von Fußballstar Cristiano Ronaldo vor der Nordwestküste Afrikas aus anderen Gründen eine bekannte Adresse: In der „Região Autónoma“ zahlen Unternehmen eine Körperschaftssteuer von nur fünf Prozent. Zum Vergleich: Auf dem portugiesischen Festland sind 21 Prozent fällig.

Seit der Eröffnung des Santa Catarina Flughafens 1963 kommen die meisten Urlauber mit dem Flugzeug, und die Touristenzahlen steigen jedes Jahr. Den Hauptanteil bilden heute Briten und Deutsche.

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dpa

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