Aufdrehen bringt nichts

Gemeinde komplett ohne Wasser - Die Hitze allein ist nicht das Problem

Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Lauenau zapfen Löschwasser aus dem Tank eines ihrer Einsatzfahrzeuge. In der Gemeinde im Landkreis Schaumburg ist die Wasserversorgung nach warmen Tagen und während der Corona-Pandemie zusammengebrochen. Die Abnahmemenge im privaten Bereich sei drastisch gestiegen.
+
In der Gemeinde Lauenau (Niedersachsen) kommt kaum mehr Wasser aus dem Hahn. Die Feuerwehr stellt Wasser bereit.

In einer Gemeinde in Niedersachsen ist die Wasserversorgung zusammengebrochen. Schuld daran sind nicht nur die hohen Temperaturen.

Lauenau - In der niedersächsischen Gemeinde Lauenau ist das Wasser ausgegangen. Die hohen Temperaturen, die das Wetter Deutschland gerade beschert, sind nicht der Hauptgrund für das Problem. Während der Corona-Pandemie* sei der private Wasserverbrauch drastisch gestiegen, wie der Bürgermeister der Samtgemeinde Rodenberg, Georg Hudalla, erklärte. Selbst im Vergleich zu anderen Spitzenzeiten, ist der derzeitige Verbrauch noch höher.

Corona-Pandemie: Wasser geht aus - In Lauenau (Niedersachsen) kommt teilweise nichts mehr aus dem Hahn

Gegenüber dem NDR sagte Hudalla, dass aus den örtlichen Quellen noch genug Wasser fließe. „Wir beziehen aus dem Wald, aus dem Deister, unser Wasser. Dort wird regelmäßig noch fast das normale Maß eingespielt“, so der Bürgermeister.

Gründe für den Zusammenbruch der Wasserversorgung sieht Hudalla in den Folgen der Corona-Pandemie*. „Sonst sind die Menschen in der Sommerzeit verreist und jetzt sind sie zu Hause“, führte er seine Überlegung aus. Deshalb könne sich der Trinkwasserspeicher nicht mehr über Nacht komplett auffüllen. Am Samstagmittag ist er auf Null gelaufen. Das hat dazu geführt, dass teilweise überhaupt kein Wasser mehr laufe.

Corona führt zu Wasser-Mangel: Lauenau (Niedersachsen) sitzt auf dem Trockenen

„Es kann passieren, wenn Menschen den Hahn aufmachen: Es kommt wirklich gar nichts“, sagte der Bürgermeister. Die örtliche Feuerwehr steht den betroffenen Bewohnern zur Hilfe. Behälter mit Brauchwasser, das etwa für die Toilettenspülung verwendet werden kann, haben die Helfer am Feuerwehrhaus bereitgestellt. Das Wasser können sich die Bürger dort abholen.

Außerdem fuhren Tanklöschfahrzeuge durch den Ort und verteilten ihr Wasser. Trinkwasser müssen sich die Menschen im Supermarkt kaufen. Fast 4.000 Menschen sind betroffen. Laut NDR haben die Behörden und die Feuerwehr nun dazu aufgerufen, Trinkwasser nur zu verwenden, wenn es absolut nötig sei. Die Lauenauer müssten sich nun ein wenig einschränken. Wenn das klappe, könnte die gewohnte Trinkwasserversorgung in einigen Tagen „wieder recht verlässlich arbeiten", so Hudalla gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender.

In vielen Teilen Deutschlands war es dieses Jahr zu trocken. Es droht der dritte Dürre-Sommer in Folge. Das hat Auswirkungen auf Felder und Bäume. (lb mit dpa)

Video: Europa trocknet aus: Schlimmste Dürre seit 250 Jahren

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare