32 Festnahmen

Kurden attackieren türkische Anti-Terror-Demo in Aschaffenburg

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In diesem Haus hatten sich Kurden nach dem Angriff auf eine Anti-Terror-Demonstration verbarrikadiert.

Aschaffenburg - Mit Steinen und Feuerwerkskörpern haben Kurden am Sonntag in Aschaffenburg eine von Türken organisierte Anti-Terror-Demonstration angegriffen.

Anschließend verbarrikadierten sich die Täter in einem Haus und attackierten vom Dach aus die Polizei, wie das Polizeipräsidium Unterfranken mitteilte. Erst nachdem die Beamten Verstärkung angefordert hatten, gelang es ihnen am Abend, 36 Personen im Alter zwischen 15 und 40 Jahren in dem Haus vorläufig festzunehmen.

Bis in die frühen Morgenstunden war die Polizei mit „starken Kräften“ in der Stadt, wie ein Sprecher sagte. Grund dafür seien Aufrufe von kurdischer Seite in sozialen Netzwerken gewesen, nach Aschaffenburg zu reisen. Weitere Zusammenstöße gab es in der Nacht zum Montag nicht.

Am Sonntagnachmittag hatten sich nach Angaben der Polizei rund 600 Menschen einem Demonstrationszug unter dem Motto „Gemeinsam gegen den Terror“ angeschlossen, der von einem Türken angemeldet worden war. Der Zug sei dann plötzlich von rund 30 Kurden attackiert worden. Als die Polizei dazwischenging, sei ein Beamter von einem Böller am Kopf getroffen und leicht verletzt worden.

Die Angreifer flüchteten danach in ein Haus und verweigerten jede Kontaktaufnahme. Vom Dach des Hauses aus seien Steine und Feuerwerkskörper auf die Beamten geschleudert worden, hieß es. Die Polizei forderte Verstärkung an, auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Als die Beamten schließlich in das Haus eindrangen, ließen sich laut Polizeibericht alle Personen widerstandslos festnehmen.

Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf schweren Landfriedensbruch, versuchte gefährliche Körperverletzung und Verstöße gegen das Versammlungsgesetz ein.

Herrmann: "Eine Zumutung für unser Land"

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich empört über die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden in Aschaffenburg gezeigt. "Wir wollen nicht, dass der türkisch-kurdische Konflikt auf deutschem Boden ausgetragen wird", erklärte Herrmann am Montag in München. "Das ist einfach unerträglich und eine Zumutung für unser Land."

Herrmann wertete die Ereignisse am Rande einer Demonstration in Aschaffenburg auch als Bestätigung für die ablehnende Haltung der CSU gegenüber Visa-Erleichterungen für Bürger der Türkei. "Wir müssen schon genau hinschauen, wen wir da in unser Land lassen, wenn wir über Visaerleichterungen für die Türkei sprechen", mahnte der Minister. "Alle Türken inklusive Kurden nach Deutschland frei einreisen zu lassen, ist keinesfalls vertretbar."

Die EU hatte kürzlich ein Abkommen mit der Türkei über die Rücknahme von Flüchtlingen abgeschlossen; dabei stellte sie der Türkei Erleichterungen bei der Visumspflicht für türkische Bürger in Aussicht. Die CSU lehnt dies ab.

Innenminister Herrmann verurteilte die in Aschaffenburg von kurdischen Gegendemonstranten ausgehenden Gewalttätigkeiten scharf. Dass sich die Gewalt auch gegen Polizeibeamte richtete, bezeichnete Herrmann als Ausdruck der völligen Respektlosigkeit gegenüber dem Staat. "Das dürfen wir keinesfalls tolerieren", betonte er.

dpa/afp

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