Bamf-Skandal weitet sich aus

Innenministerkonferenz erwartet von Seehofer umfänglichen Bericht zur Bamf-Affäre

+
Bundesinnenminister Seehofer

Bundesinnenminister Seehofer soll jetzt auch den Innenministern der Länder Auskunft über die Affäre um mutmaßlich unrechtmäßige Asylbescheide beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geben.

Berlin - Er und seine Kollegen erwarteten, dass Horst Seehofer (CSU) umfänglich berichte, sagte der amtierende Chef der Innenministerkonferenz (IMK), Holger Stahlknecht (CDU), zum Auftakt der IMK am Mittwochabend im sachsen-anhaltischen Quedlinburg. Dort läuft bis Freitag das dreitägige Frühjahrstreffen des Gremiums. Die Ressortchefs müssten bereden, ob hinter dem Fall ausschließlich kriminelle Energie stecke oder Organisationsversagen, so Stahlknecht.

Die Bremer Bamf-Außenstelle steht im Verdacht, zwischen 2013 und 2016 mindestens 1200 Menschen ohne ausreichende Grundlage Asyl gewährt zu haben. Seehofer versprach bereits mehrfach volle Aufklärung. Der Bundesinnenminister wird ab Donnerstag in Quedlinburg erwartet. Eigentlich sollte auch Bamf-Präsidentin Jutta Cordt beim IMK-Treffen am Freitag berichten. Sie reist jetzt aber doch nicht nach Quedlinburg.

Lesen Sie auch:  Mitarbeiter machen Seehofer Vorwürfe - Napoleon-Zitat sorgt für tosenden Applaus

Neben der Bamf-Affäre sollen unter anderem auch Seehofers umstrittene Pläne für Asyl-Ankerzentren, der Umgang mit Gefährdern oder Maßnahmen für effizientere Abschiebungen Thema bei der Innenministerkonferenz sein, kündigte Stahlknecht an.

Lesen Sie auch: Bamf-Vorgesetzter drohte Josefa Schmid: „Wenn noch ein Bericht über Sie erscheint, dann ...“

dpa

Mehr zum Thema

Kommentare