Nach Schulmassaker in Parkland

Massenprotest in USA gegen Waffengewalt: "Genug ist genug"

Eine unüberschaubare Menschenmenge protestiert in Washington beim "Marsch für unsere Leben" gegen die grassierende Waffengewalt in den USA. Foto: Alex Brandon/AP
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Eine unüberschaubare Menschenmenge protestiert in Washington beim "Marsch für unsere Leben" gegen die grassierende Waffengewalt in den USA. Foto: Alex Brandon/AP
Auch in New York gingen Zehntausende für schärfere Waffengesetze auf die Straße. Foto: Craig Ruttle/AP
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Auch in New York gingen Zehntausende für schärfere Waffengesetze auf die Straße. Foto: Craig Ruttle/AP
Beobachter schauen von einem Balkon auf die Menschenmassen, die beim "Marsch für unsere Leben" in Washington gegen Waffengewalt demonstrieren. Foto: Jose Luis Magana/AP
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Beobachter schauen von einem Balkon auf die Menschenmassen, die beim "Marsch für unsere Leben" in Washington gegen Waffengewalt demonstrieren. Foto: Jose Luis Magana/AP
Protest gegen Waffengewalt in Parkland, wo ein 19-Jähriger 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen hatte. Foto: Joe Skipper/AP
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Protest gegen Waffengewalt in Parkland, wo ein 19-Jähriger 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen hatte. Foto: Joe Skipper/AP
Solidarität in London: Demonstration für strengere Waffengesetze in den USA vor der amerikanischen Botschaft. Foto: Stefan Rousseau/PA Wire
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Solidarität in London: Demonstration für strengere Waffengesetze in den USA vor der amerikanischen Botschaft. Foto: Stefan Rousseau/PA Wire
"Marsch für unsere Leben" in Washington. Foto: Jose Luis Magana/AP
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"Marsch für unsere Leben" in Washington. Foto: Jose Luis Magana/AP
Protest in Sydney: Die Demonstration ist teil einer Veranstaltungsreihe für eine strengere Kontrolle von Waffen. Foto: Danny Casey, AAP
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Protest in Sydney: Die Demonstration ist teil einer Veranstaltungsreihe für eine strengere Kontrolle von Waffen. Foto: Danny Casey, AAP
Die Protestaktion mit dem Titel "Marsch für unsere Leben" könnte eine der größten in der jüngeren Geschichte der USA werden. Foto: Dirk Shadd/Tampa Bay Times via ZUMA Wire
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Die Protestaktion mit dem Titel "Marsch für unsere Leben" könnte eine der größten in der jüngeren Geschichte der USA werden. Foto: Dirk Shadd/Tampa Bay Times via ZUMA Wire

Die überlebenden Schüler des Massakers an einer High School in Florida geben keine Ruhe. Am Samstag schließen sich Hunderttausende ihrem Protest gegen Waffengewalt an. Wird das etwas bringen?

Washington (dpa) - Knapp sechs Wochen nach dem Schulmassaker von Parkland haben in den USA Hunderttausende überwiegend junge Leute für striktere Waffengesetze demonstriert. In Washington war auf der Pennsylvania Avenue zwischen Kapitol und Weißem Haus ein Meer von Menschen unterwegs.

Allein hier waren mindestens eine halbe Million Teilnehmer erwartet worden. Das wäre eine der größten Demonstrationen seit den Protesten gegen den Vietnamkrieg. In kämpferischen und bewegenden Reden sagten überlebende Schüler des Blutbades der mächtigen Waffenlobby NRA den Kampf an - und Politikern, die sich von ihr im Wahlkampf unterstützen lassen.

Einer der Höhepunkte war eine Rede von Yolanda King, der kleinen Enkeltochter des vor fast genau 50 Jahren ermordeten Bürgerrechtlers Martin Luther King. "Ich habe einen Traum, dass genug genug ist", sagte die Neunjährige in Anlehnung an die historische Rede ihres Großvaters im Jahr 1963. "Dies sollte eine waffenfreie Welt sein. Punkt."

Große Kundgebungen fanden unter anderem auch in Parkland, Chicago, Boston, Philadelphia, Miami, Minneapolis, Houston, Los Angeles sowie in New York, der Heimatstadt von US-Präsident Donald Trump, statt. Dort war auch Ex-Beatle Paul McCartney unter den Protestlern. Vor dem Trump-Tower hielten Demonstranten selbstgemalte Schilder mit Parolen wie "Wenn unsere Führer sich wie Kinder verhalten, müssen Kinder führen" oder "Ich wähle 2020" hoch.

Weltweit gab es Solidaritätsaktionen, darunter in Sydney (Australien), Tel Aviv (Israel) und London (Großbritannien). Sogar in China sollen sich Menschen versammelt haben. Auch in Deutschland fanden vereinzelt kleinere Demonstrationen statt, so in Berlin, München, Hamburg und Bonn.

US-Präsident Donald Trump hielt sich derweil auf seinem privaten Anwesen Mar-a-Lago in Florida auf. Das Weiße Haus veröffentlichte eine Erklärung, in der es hieß: "Wir applaudieren den vielen mutigen jungen Amerikanern, die heute ihr Verfassungsrecht nach Artikel 1 (Recht auf freie Meinungsäußerung) ausüben. Unsere Kinder zu schützen ist eine Top-Priorität des Präsidenten (...)." Weiter wurde auf Schritte zur Schulsicherheit hingewiesen, die der Präsident bereits ergriffen habe - die aber nach Ansicht der Protestierenden bei weitem nicht ausreichen.

Organisiert wurde die Veranstaltung in der US-Hauptstadt von Schülern der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland (Florida). Dort hatte ein 19-Jähriger am 14. Februar 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen. Überlebende Schüler hatten danach eine Protestaktion gegen Waffengewalt und für striktere US-Waffengesetze gestartet, die mittlerweile zu einer Bewegung mit landesweiten Protesten geworden ist.

Mehrere der Schüler kündigten vor der Menschenmenge in Washington an, nicht mehr lockerzulassen. "Wir werden das zu einem Thema bei Wahlen auf allen Ebenen machen", sagte David Hogg unter dem Jubel der Menge. "Wir sagen, es ist genug! Wir werden die Welt ändern." Sein Schulkamerad Cameron Kasky versprach, dass der Protest erst der Anfang sei und die Zukunft besser werde. "Wenn Ihr glaubt, dass heute gut ist, dann wartet erst mal morgen ab!". Schülerin Emma Gonzalez, die zu einem der Gesichter des Protestes geworden ist, forderte: "Geht wählen!"

Bei der Washingtoner Demo traten auch Stars wie Miley Cyrus, Ariana Grande und Jennifer Hudson auf. Schauspieler George Clooney und seine Frau Amal hatten ihre Teilnahme angekündigt. Zudem sicherten sie in einem Brief an Überlebende des Schulmassakers ihre Solidarität zu. "Ihr macht mich wieder stolz auf mein Land", erklärte der 56-Jährige in dem von der britischen Zeitung "The Guardian" veröffentlichten Schreiben.

Die Schüler fordern unter anderem ein völliges Verbot von Sturmgewehren in den Händen von Zivilisten und eine generelle Heraufsetzung des Alters bei Waffenkäufen auf 21 Jahre. Trump hatte zwar diesen Monat unter dem Druck der Proteste ein Maßnahmenbündel zur Schulsicherheit verkündet, aber praktisch nichts zur Verschärfung der Waffengesetze unternommen.

Offenbar mit Blick auf den Massenprotest stellte die US-Regierung aber ein Verbot von Schnellfeueraufsätzen in Aussicht. Das Justizministerium wolle "Bump Stocks" der Kategorie Maschinengewehre zuordnen, teilte Justizminister Jeff Sessions am Freitag (Ortszeit) mit. Durch die neue Kategorisierung würden die Vorrichtungen, die eine halbautomatische Waffe zu einer Maschinenpistole mit Dauerfeuer umfunktionierten, de facto verboten.

Einen solchen Aufsatz benutzte im Oktober 2017 der Todesschütze Stephen Paddock bei seinem Anschlag auf Konzertbesucher in Las Vegas. Er tötete 58 Menschen, 700 weitere wurden verletzt.

Website March for our Lives

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