Vertonte Literatur

Hörbücher sind aktuell wie nie

Hörbücher sind die neue Form, Literatur zu genießen. 

Schon in den 1920er Jahren kamen die ersten Hörspiele für den Rundfunk auf. Seitdem hat sich viel getan: Hörbücher sind die neue Form, Literatur zu genießen. 

Im Auto, bei der Hausarbeit oder einfach so in der Freizeit lassen sich die Menschen akustisch verwöhnen. Und das scheint ein deutsches Ding zu sein, denn ausgerechnet auf Deutsch werden unglaublich viele Hörbücher produziert. Die Tendenz ist steigend, und das quer durch alle Genre und für alle Altersgruppen. Sogar unterschiedliche Formate boomen. Die alte MC hat ausgedient, die gibt es natürlich nicht mehr. Aber zwischen unterschiedlichen digitalen Formaten, per Tonie-Figur oder anderweitig geliefert, frei zugänglich im Internet oder als CD kann man durchaus wählen. Vor allem seit Mitte der 1990er Jahre hat die Entwicklung an Fahrt aufgenommen.




Der Umsatz steigt



Der Hörbuchmarkt boomt. Allein im Jahr 2016 betrug der Umsatz 85 Millionen Euro. Der hohe Umsatz verteilt sich dabei auf unterschiedliche Märkte: Beim Buchhandel lag der Anteil der Hörbücher am Umsatz bei 3,7 Prozent. Am meisten werden Hörbücher aus den Segmenten Kinder- und Jugendliteratur sowie Belletristik verkauft. Dahinter kamen in absteigender Reihenfolge Ratgeber, Sachbücher, Geisteswissenschaften, Kunst und Musik. Der Anteil der Kunden und Kundinnen, die sich dabei auf kostenpflichtigen Downloadplattformen bedient, steigt zudem auch an. Im Jahr 2015 hatten die Plattformen schon 2,1 Millionen Kunden und Kundinnen in Deutschland. Momentaner Marktführer im deutschen Raum ist audible, eine Tochterunternehmen der Amazon.com Inc.




Die Produzenten



Hörbücher entstehen inzwischen von ganz unterschiedlicher Seite aus. Früher waren sie noch ein Produkt der Rundfunkanstalten, die die gesendeten Hörspiele aufzeichneten und verkauften (so beispielsweise der SWR seinerzeit mit der Hörbuchversion von „Herr der Ringe“). Aber ab den 1990er Jahren bildeten die klassischen Buchverlage eigene Hörbuchabteilungen, so dass sowohl Random House als auch Lübbe und andere Häuser ihre eigenen Produktionen vertreiben. Daneben produzieren die klassischen Tonträgerverlage wie Deutsche Grammophon und Naxos Hörbücher. Und es bildeten sich immer mehr eigene Hörbuchverlage. Aber es gibt auch andere Projekte. Die Rundfunkanstalten bemühen sich wieder, vor allem im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur Hörbücher einzuspielen. Einige Projekte bieten kostenlose Hörbücher online an, beispielsweise die Seite OHRKA e.V. Hier finden sich Hörbücher für Kinder und Jugendliche, die von Prominenten aus dem Bereich Kinder- und Jugendfernsehen eingesprochen wurden. Einzelne Projekte kümmern sich um anderssprachige Kinder und Jugendliche in Deutschland und sorgen dafür, dass die klassische Kinderliteratur auch in anderen Sprachen als Hörbuch verfügbar ist, also beispielsweise auf Türkisch, Russisch, in verschiedenen arabischen Dialekten und so weiter. Die Hörbücher können also auch mehrsprachig und sprachvergleichend genutzt werden. 




Und die Sprecher und Sprecherinnen?



Nicht jeder Schauspieler, jeder Autor, jede Schauspielerin und jede Autorin hat eine Stimme, die für Hörbücher verwertet werden kann oder soll. Aber es gibt durchaus Größen, die immer wieder als Hörbuchsprecher/-innen auftreten. Mario Adorf hat genauso Hörbücher eingesprochen wie Anke Engelke. Viele Sprecher/-innen von Hörbüchern machen aber tatsächlich immer wieder Hörbücher und sind daher bekannt. Sie leihen Figuren in ganzen Serien ihre Stimme (beispielsweise für die Hörbücher der Thriller von Dan Brown), sind als Stimme von Jonny Depp oder einem anderen Schauspieler oder einer Schauspielerin im Original nicht deutschsprachiger Filme bekannt.

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