„Wir finden es geschmacklos“

Proteste gegen Autobahnbau in Hessen: Protestaktion endet in schwerem Unfall - Räumung im Dannenröder Forst

Einsatzkräfte der Polizei gehen zum Protestcamp im Herrenwald. Ausbaugegner machen derzeit gegen den geplanten Ausbau der A49 und für den Erhalt des Herrenwaldes und des Dannenröder Forstes, der dem geplanten Ausbau zum Opfer fallen würde, mobil.
+
Einsatzkräfte der Polizei gehen zum Protestcamp im Herrenwald. Ausbaugegner machen derzeit gegen den geplanten Ausbau der A49 und für den Erhalt des Herrenwaldes und des Dannenröder Forstes, der dem geplanten Ausbau zum Opfer fallen würde, mobil.

Eine Protestaktion an einer hessischen Autobahn endete in einem schweren Unfall. Naturschützer werfen der Polizei Geschmacklosigkeit vor.

  • Umweltschützer seilten sich an einer Autobahnbrücke ab, um Plakate zu befestigen.
  • Die Straße wurde gesperrt, was zu einem Stau und schließlich zu einem schweren Unfall führte.
  • Die Polizei hat laut den Aktivisten vorschnelle Rückschlüsse gezogen.

Wörsdorf - Umweltschützer haben sich am Dienstag (13. Oktober) von einer Autobahnbrücke der A3 bei Wörsdorf in Hessen abgeseilt, um gegen den Bau der Autobahn A49 zu demonstrieren. Dabei kam es zu Straßensperren, Stau und einem schweren Unfall mit Verletzten. Die Aktivisten wollten mit der Aktion ein Zeichen gegen den Bau der Autobahn setzen, die die Städte Gießen und Kassel verbinden soll. Über weitere Abseilaktionen von Aktivisten an Autobahnbrücken* berichten auch die Kollegen von mannheim24.de*.

Dass das nächste Teilstück der A49 „quer durch ein FFH-Naturschutzgebiet und ein wichtiges Trinkwasserschutzgebiet gebaut und dafür rund 100 ha gesunder Mischwald gerodet werden“ sollen, kritisiert die Aktion Wald statt Asphalt auf ihrer Homepage. Deshalb die Autobahnbrückenaktion bei Wörsdorf.

Unfall auf A3: Protestaktion von A49-Gegnern führte zu Stau

„Auf der A3 bei Wörsdorf haben sich A49-Gegner von einer Brücke abgeseilt. Die Autobahn wurde deshalb zwischen Idstein und Bad Camberg in beide Richtungen gesperrt“, twitterte die Polizei Mittelhessen um 11.35 Uhr. Etwa eine Stunde später gab die Polizei über Twitter bekannt, dass es einen „schweren Unfall am Stauende“ gegeben habe, bei dem Menschen „schwer verletzt“ wurden. Mehr zum Unfall auf der A3 lesen Sie bei der Gießener Allgemeinen*.

Als Reaktion auf den Unfall sprachen die Aktivisten ihr Mitgefühl aus. „Es ist schrecklich, dass es zu dieser Tragödie gekommen ist. Wir fühlen mit den Angehörigen und hoffen, dass die verunfallte Person sich gut erholt. Jeder Verkehrsunfall ist ein Schicksalsschlag, der gerade durch seine unerwartete Plötzlichkeit die Betroffenen tief erschüttern kann. Unsere Gedanken sind bei allen, die durch dieses Unglück in Mitleidenschaft gezogen werden“, heißt es im Statement von Wald statt Asphalt, das die Organisation auf ihrer Website veröffentlicht hat.

Umweltschützer wehren sich gegen Vorwürfe

Der Polizei werfen die Umweltschützer vor, den Unfall unberechtigterweise mit der Protestaktion in Zusammenhang zu bringen. „Wir finden es geschmacklos, dass die Polizei schon innerhalb einer Viertelstunde nach dem Unfall über Twitter Anschuldigungen geäußert hat, während Auffahrunfälle bei Autobahnstaus ansonsten als trauriger Alltag akzeptiert werden“, so die Aktivisten.

Einsatzkräfte der Polizei gehen zum Protestcamp im Herrenwald. Ausbaugegner machen derzeit gegen den geplanten Ausbau der A49 und für den Erhalt des Herrenwaldes und des Dannenröder Forstes, der dem geplanten Ausbau zum Opfer fallen würde, mobil.

Der Protest auf der A3 war am Montag nicht die einzige Aktion gegen den Bau der neuen A49. Auch im Dannenröder Forst, der teilweise der Straße weichen soll wurde demonstriert. Die Polizei räumte nach eigenen Angaben einen Sicherheitsbereich. „Hierbei stellen wir fest: Einzelne Menschen klettern sehr weit nach oben in die Baumkronen und begeben sich damit selbst in erhebliche Gefahr“, twitterte die Polizei Mittelhessen zu diesem Einsatz.

In den letzten Jahren hat der Umweltschutz durch die Bewegung Fridays For Future* schwedische Aktivistin Greta Thunberg* an Aufwind gewonnen. Vor allem junge Menschen setzten sich für das Klima ein. (lb) *Merkur.de, mannheim24.de und giessener-allgemeine.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare