IWF sieht "bedeutende Differenzen"

Griechenland-Krise: Juncker spricht wieder mit Tsipras

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Alexis Tsipras.

Brüssel - Im Tauziehen um neue Finanzhilfen ist EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker erneut mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras zusammengekommen.

„Das war ein wichtiges, interessantes und freundliches Treffen“, sagte Juncker nach der zweistündigen Begegnung am Donnerstag in Brüssel. Tsipras versicherte, es werde weiter an einer Abmachung zwischen Geldgebern und seinem Land gearbeitet.

Laut Diplomaten erläuterte Juncker ein Verfahren, dass eine rechtzeitige Einigung mit den Geldgeber-Institutionen Kommission, Internationaler Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) ermöglichen würde. Die beiden Spitzenpolitiker wollten in den kommenden Tagen in engem Kontakt bleiben, hieß es.

Ohne eine rasche Einigung auf ein Reformpaket können dringend benötigte Milliardenhilfen für das akut pleitebedrohte Land nicht fließen. Ende des Monats läuft das Hilfsprogramm aus.

IWF-Sprecher Gerry Rice sprach am Donnerstag von "bedeutenden Differenzen" zwischen dem IWF und der Regierung in Athen. In ungewöhnlich scharfen Tönen kritisierte Rice den Mangel an Kompromissbereitschaft des kurz vor der Staatspleite stehenden Landes. Das IWF-Team habe die Verhandlungen in Brüssel verlassen und sei zurück nach Washington gekehrt. Es habe zuletzt keinerlei Fortschritte gegeben, um Differenzen beizulegen. „Der Ball liegt nun sehr deutlich im griechischen Feld“, sagte Rice.

Die Spitzen der großen Koalition streben laut einem Zeitungsbericht an, anstelle eines dritten Rettungspakets für Griechenland das zweite Hilfsprogramm zu verlängern. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung (Donnerstagsausgabe) einigten sich die Spitzen der Koalition in Berlin auf diesen Kurs. Ein Sprecher der SPD-Fraktion sagte dazu am Donnerstag auf Nachfrage, eine Verlängerung sei "eine Option". Aus Unionskreisen hieß es hingegen, eine Verlängerung werde "die Probleme nicht lösen".

Mehrere Unionspolitiker hatten ihrer Verärgerung über die hartnäckige Haltung der linksgerichteten Regierung in Athen in den vergangenen Tagen Luft gemacht und mit einem Nein zu neuer Hilfe gedroht. Anfang März, als das zweite Programm gerade verlängert worden war, galt es fast als ausgemacht, dass im Sommer ein drittes Paket geschnürt wird, um Athen im Euro zu halten. Er habe Verständnis, "wenn jetzt einige, die auch sehr wohlwollend waren, inzwischen die Geduld mit der griechischen Regierung verlieren", sagte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann der "Leipziger Volkszeitung" vom Donnerstag.

dpa/AFP/sr

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