Im Wasser und im Schnee

Greenpeace findet Kunststoffe und Gifte in der Antarktis

+
Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack auf Greenwich Island in der Antarktis. Foto: Paul Hilton/Greenpeace United Kingdom

Selbst in den entlegensten Gegenden der Welt finden sich die Spuren der Zivilisation. Eine Greenpeace-Expedition brachte Wasserproben aus der Antarktis mit - und fand darin Mikroplastik und Chemikalien.

Hamburg (dpa) - Die Lebensräume der Antarktis sind mit kleinsten Plastikteilchen und umweltschädlichen Chemikalien belastet.

In sieben von acht Wasserproben, die die Umweltorganisation Greenpeace Anfang des Jahres während einer dreimonatigen Expedition genommen hatte, fanden sich Spuren von Mikroplastik, die zum Beispiel aus Kleidung oder von Fischernetzen stammen. Das teilte Greenpeace in Hamburg mit.

Zudem waren in sieben von neun Schneeproben giftige Chemikalien zu finden, die unter dem Kürzel PFAS oder PFC bekannt sind. Sie werden beispielsweise verwendet, um Outdoor-Bekleidung zu beschichten und bleiben über Jahre in der Umwelt.

"Die Antarktis mag uns als unberührte Wildnis erscheinen, doch auch dieses Ende der Welt ist schon verschmutzt durch Umweltgifte der Textilindustrie und die Rückstände des Plastikwahnsinns", sagt Thilo Maack, Meeresexperte bei Greenpeace. Bislang liegen aus der Antarktis nach Angaben der Umweltschutzorganisation nur wenige solcher Forschungsergebnisse vor, während die Arktis besser untersucht ist. Die Ergebnisse fügten sich inhaltlich ein in einige ähnliche Forschungen aus der Antarktis, die jedoch in anderen Regionen erhoben wurden.

Mikroplastik und chemische Schadstoffe werden durch Wind und Meeresströmungen sowie über die Atmosphäre in die entlegenen Regionen getragen und bleiben zum Teil Jahrzehnte in der Umwelt. Über die Nahrungskette können sie sich in Organismen wie Pinguinen, Robben und Walen anreichern.

Neben den Mikroplastikproben fand die Umweltschutzorganisation zwischen den Eisbergen auch Plastikmüll der Fischerei wie Bojen, Netze und Planen. "Überall in unseren Ozeanen findet sich Plastik, von der Antarktis über die tiefsten Meeresgräben bis zur Arktis", sagte Maack. "Die Regierungen müssen Maßnahmen initiieren und durchsetzen, die bei der Produktion ansetzen, damit diese Schadstoffe gar nicht erst in die Meere gelangen." Das vorgeschlagene EU-Verbot von Einmalplastik könne dabei nur der Anfang sein.

Ergebnisbericht Greenpeace

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Wie sinnvoll ist ein Nacht-Bürgermeister für den Jungbusch? 

Wie sinnvoll ist ein Nacht-Bürgermeister für den Jungbusch? 

Ticker: Kroos mit Last-Minute-Traumtor - Deutschland schlägt Schweden in Unterzahl

Ticker: Kroos mit Last-Minute-Traumtor - Deutschland schlägt Schweden in Unterzahl

„Von dem Verzehr wird dringend abgeraten“: Riesiger Rückruf bei Aldi, Penny und Kaufland

„Von dem Verzehr wird dringend abgeraten“: Riesiger Rückruf bei Aldi, Penny und Kaufland

Auf A67: Ferrari rast in BMW – Drei Kinder verletzt!

Auf A67: Ferrari rast in BMW – Drei Kinder verletzt!

Maybrit Illner: Darum fehlte die Talkmasterin in eigener ZDF-Sendung

Maybrit Illner: Darum fehlte die Talkmasterin in eigener ZDF-Sendung

Blut-Schock bei Rudy: So teuer muss der Münchner seine WM-Premiere bezahlen

Blut-Schock bei Rudy: So teuer muss der Münchner seine WM-Premiere bezahlen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.