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Geständnis im Vermisstenfall am Amazonas

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Journalist und Indigenen-Experten in Brasilien vermisst
Ein Bundespolizist eskortiert einen Verdächtigen in dem Gebiet, in dem der indigene Experte Bruno Pereira und der freiberufliche britische Journalist Dom Phillips verschwanden. © Edmar Barros/AP/dpa

Ein britischer Journalist und sein Begleiter werden im Amazonasgebiet vermisst. Die Hoffnungen schwinden und ein Verbrechen wird vermutet. Nun deuten die Ermittlungen der Polizei vor allem in eine Richtung.

Atalaia do Norte - Ein Verbrechen mitten im abgelegenen Amazonasgebiet Brasiliens? Vieles deutet mittlerweile darauf hin, dass ein vermisster britischer Journalist und ein ebenfalls verschollener Indigenen-Experte dort getötet wurden. In einem Gebiet, das als besonders gefährlich gilt.

Zwei Verdächtige wurden bislang festgenommen, einer von ihnen gestand nun, er sei an dem Mord an Dom Phillips und Bruno Pereira beteiligt gewesen, wie die Bundespolizei in Manaus am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte. Er habe die Polizei zu „menschlichen Überresten“ geführt, hieß es. Die beiden Vermissten sollen einem Ermittler zufolge erschossen worden sein. Medienberichten zufolge wird mittlerweile gegen fünf Verdächtige ermittelt, darunter sei auch ein möglicher Drahtzieher.

„Auch wenn wir noch die endgültigen Bestätigungen abwarten, beendet dieser tragische Ausgang unsere Ängste und Qualen, nicht zu wissen, wo Dom und Bruno sind“, schrieb Alessandra Sampaio, die Frau von Dom Philipps, in einer Mitteilung. „Jetzt können wir sie nach Hause bringen und mit Liebe verabschieden.“ Zudem beginne die Suche nach Gerechtigkeit.

„Die Bestätigung, dass Dom und Bruno ermordet wurden, lässt uns mit gebrochenen Herzen zurück“, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung der Familie von Phillips in Großbritannien. „Wir sind allen dankbar, die sich an der Suche beteiligt haben, vor allem den indigenen Gruppen, die ohne Pause nach Beweisen für den Angriff gesucht haben.“

Motive blieben zunächst unklar

Die Indigenen-Vereinigung des Javari-Tals beklagte den „unschätzbaren Verlust“ von „zwei Partnern“. Es waren vor allem die Indigenen der Region gewesen, die die Suche nach den Vermissten von Anfang an vorangetrieben hatten. Der Fundort liegt laut Polizei gut drei Kilometer von dort entfernt, wo persönliche Gegenstände von Dom Phillips und Bruno Pereira gefunden wurden.

Das Motiv für das mutmaßliche Verbrechen blieb zunächst noch unklar. Regionale Medien spekulierten, Phillips und Pereira könnten Opfer eines Hinterhalts im Auftrag von Drogenhändlern geworden sein. Ein weiterer Ermittlungsstrang nimmt den Zusammenhang mit illegalem Fischfang und der Jagd in den Blick.

Phillips und Pereira waren nach Angaben einer regionalen Ureinwohner-Organisation nicht wie geplant am 5. Juni mit dem Boot in der Stadt Atalaia do Norte angekommen. Zuvor hatte Pereira bei der Polizei gemeldet, mehrmals bedroht worden zu sein. Er hatte illegale Machenschaften im Vale do Javari für die Behörden aufgezeichnet.

Javari-Tal wegen Drogenschmuggel besonders konfliktreich

Gut eine Woche nach dem Verschwinden der Männer waren laut Medien persönliche Gegenstände von ihnen gefunden worden. Am Mittwoch war ein zweiter Verdächtiger festgenommen worden. Er ist Fischer und Bruder des bis dahin einzigen festgenommenen Verdächtigen.

Das Javari-Tal ist mit einer Fläche etwas größer als Österreich eines der größten indigenen Gebiete Brasiliens. Viele Indigene leben dort isoliert. Das Grenzgebiet zu Peru und Kolumbien ist durch illegale Goldsuche, Abholzung, Jagd und illegalen Fischfang sowie Drogenschmuggel zudem besonders konfliktreich.

„All dies hat mit der systematischen Schwächung der Indigenen- und Umweltbehörden sowie der Bundespolizei durch die Regierung gigantische Ausmaße angenommen“, hieß es in einem Bericht des brasilianischen Fernsehens zu der Frage, weshalb das Javari-Tal zu einem der gefährlichsten Gegenden des Amazonasgebiets geworden sei.

NGO: Brasilien ist gefährlich für Naturschützer

„Brasilien befindet sich in einer Situation, die an Barbarei grenzt, und dieses Szenario kann nicht weiter fortschreiten“, hieß es in einem Tweet von Greenpeace Brasilien.

Das Land ist der Nichtregierungsorganisation Global Witness zufolge im Jahr 2020 das viertgefährlichste Land für Umweltschützer gewesen, 20 Naturschützer und Umweltaktivisten wurden getötet. Unter den Opfern waren in den vergangenen Jahren die US-Umweltaktivistin Dorothy Stang und der als „Hüter des Waldes“ bekannte Aktivist Paulo Paulino Guajajara. dpa

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