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„Damit werden sie schneller müde“: Hollywood-Star gibt Kindern Schlafmittel

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Von: Ares Abasi

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Immer mehr Mütter geben ihren Kindern Melatonin-Gummibärchen – das hat auch Schauspielerin Kristen Bell in einem Interview zugegeben. Doch ist das sicher?

Washington, D.C. – Schauspielerin Kristen Bell sorgt mit ihren Erziehungsversuchen für Aufsehen. In einem Interview mit „E! News“ verriet sie, dass sie ihren Kindern Melatonin in Form von Gummibärchen gibt, damit sie und ihr Mann „eine gute Zeit haben“ können. Die „Snacks“ wurden vor allem dann eingesetzt, wenn die vier noch im Zimmer der Eltern schliefen. Bell: „Wir wollen nicht schlafen gehen, wenn sie schlafen gehen wollen.“

Also schauten die Eltern mit Kopfhörern fern, während die Mädchen neben ihnen versuchten, einzuschlafen. Um die beiden Kinder schneller müde zu machen, benutzten Bell und ihr Mann Dax Melatonin-Gummibärchen. „Damit werden sie schneller müde, was großartig ist“, sagte Bell.

Blondes Mädchen schläft in einem Bett
Schlafmittel für Kinder werden in den USA beliebter. Doch der Trend kann gefährliche Folgen haben. © imago images/Tanya Yatsenko

Schlafmittel für Kinder: Vergiftungen nehmen zu

Kindern Schlafmittel in Form von Gummibärchen zu geben, scheint in den USA derzeit ein wachsender Trend zu sein. „Melatonin-Mütter“ filmen sich auf Tiktok dabei, wie sie ihre Kinder mit dem vermeintlichen Schlafmittel betäuben, berichtet die Seite CELEBRITY GOSSIP NEWS.

Nach Angaben der Behörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hat die Zahl der Melatonineinnahmen bei Kindern, die den Giftnotrufzentralen gemeldet wurden, in den letzten zehn Jahren zugenommen. Laut CDC traten bei der Mehrheit der Kinder in diesen Fällen keine Symptome auf, einige mussten jedoch ins Krankenhaus eingeliefert werden. Mindestens zwei Kinder starben.

Schlafmittel für Kinder: Dosis kann schwer eingeschätzt werden

„Ich denke, dass viele Menschen pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine oder ähnliche Dinge nicht als potenzielle Gefahr ansehen. Ich spreche mit meinen Patienten ständig darüber, weil Dinge, die natürlich sind, oder Dinge, die keine verschreibungspflichtigen Medikamente sind, nicht bedeuten, dass es keine Komplikationen oder Gefahren bei ihrer Verwendung geben kann“, sagt Gina Robinson, Kinderärztin am Krankenhaus Cleveland Clinic Children‘s.

Robinson sagte, dass ein weiteres Problem bei Melatoninpräparaten darin besteht, dass es keine bundesweiten Empfehlungen für die Dosierung von Melatoninpräparaten für Kinder gibt, sodass Eltern ihrem Kind versehentlich eine höhere Dosis als nötig verabreichen könnten. Sie merkt weiterhin an, dass Melatonin-Präparate wirklich nur ein letztes Mittel sein sollten, um Kindern beim Einschlafen und Durchschlafen zu helfen. (Ares Abasi)

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