ARD-Talk zur WM in Russland

Stoiber greift Grünen-Politikerin bei Anne Will an - Publikum brüllt vor Lachen

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Bei Anne Will ging es am Sonntag vor allem um den möglichen politischen Boykott der WM 2018 in Russland.

Die Gäste von Anne Will diskutierten am Sonntagabend über die WM in Russland. Sollten politische Hochkaräter die Weltmeisterschaft boykottieren? Edmund Stoiber sorgte für einen Brüller.

Berlin - Bei Anne Will ging es am Sonntagabend um die WM 2018 in Russland. Titel der Sendung: „Die Welt zu Gast bei Ex-Freunden?“ Sollte man die WM 2018 unterstützen oder boykottieren? Die Gäste aus den verschiedenen Lagern hatten dazu unterschiedliche Meinungen. Als ehemaliger Nationalspieler war Arne Friedrich mit dabei. Die anderen Gäste waren die Europaabgeordnete der Grünen, Rebecca Harms, der Ehrenvorsitzende der CSU, Edmund Stoiber, Norbert Röttgen von der CDU und Gregor Gysi von der Partei Die Linken.

Vor allem ging es darum, ob deutsche Spitzenpolitiker der WM in Russland beiwohnen sollten. Die britische Premierministerin Theresa May kündigte bereits im März 2018 den politischen Boykott der Weltmeisterschaft an. Auch der isländische Präsident Guðni Jóhannesson will der WM fern bleiben. Grund dafür ist das Attentat auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal.

Insgesamt haben 60 Europaabgeordnete aus 16 verschiedenen Ländern in einem Brief, der von Rebecca Harms initiiert wurde, ihren Boykott der WM 2018 in Russland erklärt. Wortlaut: „Solange Putin illegal die Krim besetzt, Ukrainer als politische Gefangene hält und den Krieg in der Ostukraine unterstützt, können wir nicht so tun, als sei der Gastgeber dieses Turniers unser gastfreundlicher Nachbar.“

Anne Will zur WM 2018: Deutsche Spitzenpolitiker auf der Tribüne?

Arne Friedrich hingegen würde einen Besuch Angela Merkels gut heißen. Der 82-fache Nationalspieler muss es ja wissen. Für ihn war ein Besuch Merkels bei seinen beiden Weltmeisterschaften immer etwas Besonderes. Vielleicht vor allem deshalb, weil er ein Fan der Kanzlerin ist und diese sogar bei ihrem Wahlkampf unterstützt hat. Geschickt und charmant erklärt er, was er für wichtig und richtig hält, spricht hauptsächlich von der sportlichen Sichtweise und lässt sich kaum in die hitzigen Diskussionen der anderen Gäste verstricken. Einen Besuch der WM in Russland lässt Bundeskanzlerin Angela Merkel noch offen.

Rebecca Harms kritisiert den Besuch politischer Hochkaräter der WM in Russland heftig. Sie erinnert an die Annexion der Krim, den unerklärten Krieg in der Ostukraine und den Abschuss der niederländischen Maschine MH17 durch eine russische Rakete, bei dem 298 Menschen ums Leben kamen. Man dürfe dazu keine gute Miene zeigen. Politische Hochkaräter sollten Harms Meinung nach besser zu Hause bleiben.

Anne Will am Sonntag: Stoiber sorgt für Brüller

Harms ist fest davon überzeugt, dass Putin immer mehr Glanz auf sein Land lenken müsse, um die Schwächen seiner eigenen Politik nicht verantworten zu müssen. Ihrer Meinung nach werde die WM zurecht „Putins Spiele“ genannt. Die Vergabe der WM an Russland sei falsch gewesen. Harms redet sich in Rage, will schon gar nicht mehr aufhören. Mit Ausnahme von Arne Friedrich möchte sie jeder unterbrechen, einzig Anne Will gelingt es - mit Unterstützung des Publikums.

Dann ist Stoiber an der Reihe. Energisch widerspricht der ehemalige bayerische Ministerpräsident der Grünen-Politikerin. Er meint, dass Putin die Kaschierung seiner Politik eben nicht gelingen werde. Der Grund dafür sei, dass der russische Fußball dem Spitzenfußball in Europa so weit hinterher hinge, dass die russische Nationalmannschaft sportlich keine Rolle spielen wird. Das werde die Euphorie der Russen für ihre Nation und Putin ein Stück hemmen.

Die WM „Putin-Spiele“ zu nennen, halte er wirklich für falsch. „Sie tun ja gerade so, als würde Putin als Mittelstürmer da noch mitlaufen.“ Für diese Aussage erntet der Ehrenvorsitzende der CSU vom Publikum Applaus und Gelächter. Der werde einmal auftreten, die Weltmeisterschaft eröffnen, und dann werde der Fußball im Mittelpunkt stehen, so Stoiber.

Gregor Gysi will anschließend unbedingt noch über die Sanktionen nach dem Irakkrieg diskutieren. Gerade als Norbert Röttgen mit eingestiegen ist, beendet Anne Will die Diskussionsrunde.

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tf

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