Greta Thunberg mahnt zu Abstand

Fridays for Future trotz Corona: Über 400 Demos in Deutschland - 10.000 Teilnehmer in Berlin?

Klimaaktivistin Greta Thunberg spricht am 20. August 2020 auf einer Pressekonferenz in Berlin.
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Fridays for Future will wieder demonstrieren: Greta Thunberg ruft zum globalen Klimastreik auf

Die Klimabewegung Fridays for Future will am Freitag wieder auf die Straße gehen: Alleine in Deutschland soll es über 400 Demos geben - trotz Corona.

  • Die Klimabewegung „Fridays for Future“ will am Freitag wieder demonstrieren.
  • Alleine in Deutschland sind 400 Demonstrationen geplant.
  • Weil es regnen soll, könnte es leichter werden, die Abstandsregeln einzuhalten.

Update vom 25. September: Fridays For Future meldet sich heute mit Kundgebungen und Demonstrationen zurück: In Berlin soll ein Sitzstreik vor dem Brandenburger Tor stattfinden - bis zu 10.000 Aktivisten werden erwartet. In diesen Minuten soll die Veranstaltung starten. Ob tatsächlich so viele Teilnehmer kommen, war zunächst unklar. Ganz anders die Lage in München. Hier wurde der "Großstreik" wegen der steigenden Corona-Zahlen in bayerischen Landeshauptstadt abgesagt.

In Hamburg dürfen unterdessen deutlich mehr Anhänger der Klimaschützer auf die Straße gehen als zunächst von den Behörden erlaubt. Das Verwaltungsgericht Hamburg hat einem Eilantrag am Morgen stattgegeben, wie die Aktivisten mitteilten. „Die Versammlungen dürfen weitgehend wie geplant stattfinden“, sagte ein Gerichtssprecher der dpa in Hamburg. Damit können am Freitagnachmittag drei Demozüge mit jeweils maximal 3500 Teilnehmern durch die Innenstadt ziehen.

Greta Thunberg hat sich am globalen Klimaprotesttag bereits an bewährter Stelle postiert: Die Anführerin der weltweiten Klimaschutzbewegung versammelte sich am Freitagmorgen gemeinsam mit einem guten Dutzend weiterer Demonstranten vor dem Parlament in Stockholm, um dort wie viele weitere Menschen in aller Welt für einen stärkeren Kampf gegen die Klimakrise zu protestieren. „Heute ist unser globaler Klimaaktionstag, und wir streiken an über 300 Orten!“, schrieb die 17-jährige Schwedin zu einem Foto von der Aktion.

In der Hand hielt Thunberg dabei neben ihrem berühmt gewordenen Protestschild mit der Aufschrift „Skolstrejk för klimatet“ (Schulstreik fürs Klima) ein weiteres Schild, auf dem sie darauf hinwies, Abstand zu halten und sich - in Schweden - nicht mit mehr als 50 Teilnehmern zu versammeln. „In Schweden sind Versammlungen mit mehr als 50 Personen wegen Covid-19 nicht erlaubt, deshalb passen wir uns an“, schrieb Thunberg dazu.

Trotz Corona: Fridays for Future demonstriert wieder - eine Tatsache könnte Abstände garantieren

Erstmeldung: München - Inmitten der Corona*-Pandemie rufen die Vertreter von Klimaaktivistin Greta Thunberg* angestoßene Bewegung „Fridays for Future“ zu einem erneuten „globalen Klimastreik“ auf. Unter dem Motto „Kein Grad weiter!“ soll am Freitag allein in Deutschland an mindestens 400 Orten demonstriert werden. Weltweit seien sogar rund 2.500 Streiks geplant.

Dass aufgrund der Beschränkungen durch die Pandemie dieses Mal alles anders werden soll, darüber sind sich die Aktivisten im Klaren. Sie haben sich eine eigene, besondere Maßnahme ausgedacht - und wollen ein starkes Argument vorbringen.

Fridays for Future und Corona: Wir brauchen generationenübergreifende Solidarität

„Die Brände in Kalifornien, die Überflutungen in Südostasien und das Schmelzen der Arktis machen derzeit eindrücklich die Folgen der Klimakrise deutlich“, erklärten Aktivisten von „Fridays for Future“-Deutschland. Obwohl es eine schwere Entscheidung gewesen sei, zu einem Streik aufzurufen, dürfe auch während Corona nicht vergessen werden, dass auch in der Klimakrise schnelles Handeln gefragt sei: Das Zeitfenster für das im Pariser Klimaschutzabkommen gesteckte Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, schwinde mit jedem Tag der Untätigkeit.

Immer wieder bringen junge Klimaaktivisten das Argument zur Sprache, dass die Corona-Krise und die Klima-Krise eines gemeinsam haben: Sie erfordern generationenübergreifende Solidarität. Während sich die potenziell nur leichter betroffenen Jüngeren derzeit an Hygiene- und Abstandsregeln halten würden - zugunsten einer eher stärker betroffenen älteren Generation - betreffe der Klimawandel vor allem die Jüngeren. Diese wiederum seien darauf angewiesen, dass sich - auch bei der älteren Generation - ein schneller Wandel durchsetzt.

Fridays for Future während Corona: Eine Maßnahme könnte die Abstände garantieren

Man ist darauf getrimmt, Menschenansammlungen in diesen Tagen mit einem - zumindest leichten - Schaudern wahrzunehmen. Doch die Organisatoren betonen, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden sollen. „Bei diesem Klimastreik wird alles anders sein als bekannt, denn das Virus macht auch um Klimaproteste keinen Bogen“, sagten Mitorganisatoren Carla Reemtsma und Nick Heubeck. „Wo lange Zeit die dicht gedrängte Menschenmasse unser wichtigster Trumpf war, um uns Gehör zu verschaffen, ist plötzlich die Einhaltung von Abstandsregeln zu unserer Hauptaufgabe geworden“, betonten sie.

Luisa Neubauer, die oft als die „deutsche Greta Thunberg*“ bezeichnet wird, postet auf Twitter einen Aufruf: „Bringt Regenschirme mit!“ Am Freitag soll es in ganz Deutschland schlechtes Wetter mit viel Regen geben. Die Schirme, die die Teilnehmer zum Kommen und Bleiben ermuntern sollen, könnten einen zusätzlichen Schutz gegen die Ausbreitung der Pandemie, die sich aktuell auch in Europa wieder auf dem Vormarsch befindet, bieten.

Seit Beginn der Corona-Pandemie hatten die Fridays for Future-Proteste eine andere Gestalt angenommen:

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