Beliebter Mund- und Nasenschutz

Corona-Masken-Pfusch? Offenbar schützen nicht alle FFPs - woran Sie „echte“ Produkte erkennen

Angela Merkel setzt sich eine Corona-Schutzmaske auf.
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Welche Maske ist die richtige für mich? Eine Frage, die sich wohl nicht nur Angela Merkel stellt.

Pfusch bei FFP-Masken? Womöglich sind viele Produkte nicht ausreichend geprüft worden. Anhand von zwei Merkmalen erkennen Sie schnell, ob Ihr Mund- und Nasenschutz getestet wurde.

  • Die Corona-Pandemie* in Deutschland ist noch nicht gebannt.
  • Das Tragen von Masken wird daher wohl noch lange Gebot sein.
  • Bei FFP-Masken sollten Sie auf zwei Kennzeichen achten.

Bonn - Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gilt in vielen Bereichen Deutschlands eine allgemeine Maskenpflicht. Egal ob beim Einkauf, in der Bahn oder an stark frequentierten öffentlichen Plätzen - der Mund- und Nasenschutz hat sich zum täglichen Wegbegleiter entwickelt. Viele Menschen setzen bei der Bedeckung auf sogenannte FFP-Masken. Aber nicht alle von ihnen schützen offenbar.

FFP steht für „Filtering Face Piece“ also filtrierendes Gesichtsteil. Die Masken schützen vor Aerosolen, Rauch und Feinstaub in der Atemluft. Nach EU-Norm sind die partikelfiltrierenden Halbmasken in drei Kategorien untergliedert. FFP1, FFP2 und FFP3. Zum ausreichenden Schutz vor Covid-19 werden mindestens FFP2-Modelle empfohlen, auf Nummer sicher geht man mit Stufe drei.

Corona in Deutschland: Millionen Menschen kaufen FFP-Masken - doch nicht alle schützen

FFP-Masken sind insgesamt etwas teurer als die handelsüblichen Einwegprodukte, genießen aber dennoch hohe Beliebtheit in der Bevölkerung. Aufgrund der enorm großen Nachfrage kam es in der Vergangenheit bereits zu Knappheit. Die Händler täten derzeit alles daran, einen Produktstau zu verhindern. Daher würden sie in Masse produzieren - und so womöglich die Gesundheit der Käufer gefährden?

Wie focus.de berichtet, seien die eigentlich zur Zulassung vorgegebenen Prüfverfahren in jüngster Vergangenheit viel zu oft außer Acht gelassen worden. Die Folge: Das Prüfzeichen fehlt bei vielen Modellen, die sich derzeit in Umlauf befinden. Und manche Masken filtern womöglich weniger Viren und Aerosole als sie vorgeben.

Corona: Wie erkenne ich, ob mit meiner FFP-Maske alles in Ordnung ist?

Es gibt zwei Zahlen, die eine ordungsmäßige Maske kennzeichnen:

  • Die DIN-Kennzeichnung EN 149:2009-08: Dadurch wird gewährleistet, dass die Maske einerseits dicht genug ist, um ausreichend Partikel zu filtern. Und andererseits durchlässig genug, um ohne große Anstrengung atmen zu können.
  • Das CE-Zeichen mit vierstelliger Nummer: Nur Masken mit CE-Prüfzeichen haben das Prüfverfahren auch tatsächlich durchlaufen. Manche Hersteller drucken es aber auch ohne Tests auf ihre Masken – mit der vierstelligen Nummer gehen Sie auf Nummer sicher. Sie gibt übrigens an, wo der Mund- und Nasen schutz getestet wurde. Welche Prüfstelle welche Nummer inne hat, erfahren Sie auf der Website der Europäischen Kommission.

Corona-Masken: Beachten Sie folgende Empfehlungen des BfArM

Unabhängig dessen, für welche Maske Sie sich entscheiden, gibt es noch einige Dinge zu beachten. Das Bundesinstitut für Arnzeimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn hat dahingehend auf seiner Webseite eine Reihe von Hinweisen aufgeführt.

  • Die Masken sollten nur für den privaten Gebrauch genutzt werden.
  • Die gängigen Hygienevorschriften, insbesondere die aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts* und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind weiterhin einzuhalten.
  • Auch mit Maske sollte der vom RKI empfohlene Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Metern zu anderen Menschen eingehalten werden.
  • Beim Anziehen einer Maske ist darauf zu achten, dass die Innenseite nicht kontaminiert wird. Die Hände sollten vorher gründlich mit Seife gewaschen werden.
  • Die Maske muss richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Eindringen von Luft an den Seiten zu minimieren.
  • Bei der ersten Verwendung sollte getestet werden, ob die Maske genügend Luft durchlässt, um das normale Atmen möglichst wenig zu behindern.
  • Eine durchfeuchtete Maske sollte umgehend abgenommen und gegebenenfalls ausgetauscht werden.
  • Die Außenseite der gebrauchten Maske ist potentiell erregerhaltig. Um eine Kontaminierung der Hände zu verhindern, sollte diese möglichst nicht berührt werden.
  • Nach Absetzen der Maske sollten die Hände unter Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln gründlich gewaschen werden (mindestens 20-30 Sekunden mit Seife).
  • Die Maske sollte nach dem Abnehmen luftdicht verschlossen aufbewahrt oder sofort gewaschen werden.
  • Die Aufbewahrung sollte nur über möglichst kurze Zeit erfolgen, um vor allem Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Masken sollten nach einmaliger Nutzung idealerweise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad gewaschen und anschließend vollständig getrocknet werden. Beachten Sie eventuelle Herstellerangaben zur maximalen Zyklusanzahl, nach der die Festigkeit und Funktionalität noch gegeben ist.

Corona in Deutschland: Merkel spricht über Kontaktverzicht in „allen Wintermonaten“

Der Mund- und Nasenschutz wird Deutschland insgesamt wohl noch eine Zeit lang begleiten. Ein Ende der Pandemie ist aktuell nicht absehbar. Das wurde am Montag (2. November) bei einer Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel einmal mehr deutlich. Dabei prognostizierte die CDU-Politikerin*, dass Kontakte wohl über „alle Wintermonate“ zu minimieren seien. Auch große Silvesterpartys werde es nicht geben - das „Licht am Ende des Tunnels“ in Form des Frühjahrs sei „weit entfernt“. (as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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