Helfer suchen nach Opfern

Expresszug entgleist: 18 Tote und 170 Verletzte in Taiwan - Zug soll zu schnell gefahren sein 

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Das Unglück mit dem Puyuma Expresszug geschah in Suao im Kreis Yilan an der Küste südöstlich der Hauptstadt Taipeh. Foto: Li Jun/AP

Nach dem Zugunglück am Sonntag in Taiwan besteht "ein starker Verdacht", dass der Zugführer maßgeblich Schuld an dem Unglück trage. Er soll zu schnell an einer Kurve gefahren sein. Bei dem Unfall wurden 18 Menschen getötet und 170 verletzt.

Fahrer des Unglückszugs in Taiwan fuhr wahrscheinlich zu schnell

Update vom 23. Oktober:

Das schwere Zugunglück in Taiwan ist offensichtlich auf zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen. Bevor der Hochgeschwindigkeitszug in der Nähe des Bahnhofs von Xinma entgleiste, sei er mit einer Geschwindigkeit von 140 Stundenkilometern gefahren und habe damit die Begrenzung wegen einer langgestreckten Kurve um 60 Kilometer überschritten, teilte das zuständige Untersuchungsgericht am Dienstag mit. Demnach sagte der Zugführer aus, er habe die automatische Geschwindigkeitskontrolle abgeschaltet.

Bei seiner Anhörung sagte der Fahrer, er habe aufgrund von Problemen mit der Stromversorgung im Bahnhof davor die Geschwindigkeitskontrolle ausgeschaltet und sie danach nicht mehr eingeschaltet, weil er in ein Gespräch mit einem Streckenverwalter vertieft gewesen sei. Das sei "fahrlässig" gewesen.

Laut dem Gericht hätte der Fahrer selbst die Geschwindigkeit vor der Kurve drosseln müssen, statt erst kurz vor dem Bahnsteig abzubremsen, wodurch der Zug dann entgleist sei. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wies auf Unstimmigkeiten in der Aussage des Fahrers, den Berichten von Zeugen und den bislang gesammelten Daten hin. Es bestehe "ein starker Verdacht", dass der Zugführer maßgeblich Schuld an dem Unglück trage.

Weitere Tragödie: Ein Zug ist in Spanien entgleist. Ein Mensch verlor bei dem Zugunglück bei Barcelona sein Leben. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Video: Viele Tote und Verletzte bei Zugkatastrophe in Taiwan 

Taipeh - Bei einem schweren Zugunglück in Taiwan sind mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 170 Menschen wurden nach Angaben der Behörden verletzt. Viele erlitten schwere Verletzungen.

Das Unglück mit dem Puyuma-Expresszug geschah am Sonntag um 16.50 Uhr Ortszeit (10.50 Uhr MESZ) in Suao im Kreis Yilan an der Küste südöstlich der Hauptstadt Taipeh. 


"Ich hörte ein lautes Geräusch, und ich fragte mich, ob wir irgendwo gegen gefahren sind. Dann überschlug sich der Waggon", sagte ein Passagier der "Apple Daily". Eine Frau schilderte: "Ich weiß nicht, wie es passiert ist. Ich hatte die Augen zum Schlafen zugemacht, und meine Mutter legte mir eine Decke über. Da stürzten wir plötzlich."

Die meisten Waggons kamen am Bahnhof von Suao von der Strecke ab. Die weiß-roten Wagen lagen verkeilt im Zickzack quer über den Schienen, einige waren umgestürzt. Auch Masten und Oberleitungen waren umgestürzt, Schienen aus dem Boden gerissen worden. Die Ursache des Unglücks war zunächst nicht bekannt.

Die wenig später einbrechende Dunkelheit erschwerte die Bergungsarbeiten. Feuerwehr, Polizei und freiwillige Helfer kletterten mit Leitern auf die umgestürzten Waggons und bemühten sich verzweifelt, Verletzte und Eingeschlossene zu bergen. Opfer wurden auf Bahren oder in Decken weggetragen, wie in Fernsehbildern zu sehen war. Am späten Sonntagabend steckte nach Angaben der Bahngesellschaft niemand mehr in den Waggons fest.

In dem Zug waren nach Angaben der Eisenbahnverwaltung 366 Passagiere. Unmittelbar nach dem Unglück hatten sich einige Leichtverletzte selbst retten können. Einige saßen blutend an einer Mauer und warteten auf medizinische Hilfe, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Die Verletzten mussten auf mehrere Krankenhäuser verteilt werden.

Der Zug war auf dem Weg in die Küstenstadt Taitung. Er sei erst seit sechs Jahren in Betrieb gewesen, berichtete die Bahnbehörde. Deren Generaldirektor Jason Lu entschuldigte sich auf einer Pressekonferenz bei den Taiwanesen förmlich für das Unglück.

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afp/dpa

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