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Habeck: Zwei AKWs müssen wohl über Winter am Netz bleiben

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Von: Fabian Müller

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Die Atomkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim 2 müssen laut Wirtschaftsminister Robert Habeck über das Jahresende hinauslaufen. Das läge vor allem an der Versorgungssituation in Frankreich.

Berlin - Die beiden Atomkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim 2 müssen nach den Worten von Wirtschaftsminister Robert Habeck nach aktuellem Stand über das Jahresende hinauslaufen. Das sagte Habeck am Dienstagabend in Berlin. Habeck begründete dies mit der Versorgungssituation in Frankreich, wo über die Hälfte der Atomkraftwerke nicht am Netz seien. Dadurch fehlten Strommengen, die Deutschland zum Teil mit Strom aus Gaskraftwerken ausgleiche. „Wenn diese Entwicklung nicht noch in ihr Gegenteil verkehrt wird, werden wir Isar 2 und Neckarwestheim im ersten Quartal 2023 am Netz lassen“, sagte Habeck.

Habeck sagte, er habe sich am Dienstag mit den Betreibern der beiden Atomkraftwerke auf ein Konzept für den Reservebetrieb verständigt. Den Eckpunkten zufolge sollen Isar 2 und Neckarwestheim nach dem Ende ihrer regulären Laufzeit am 31. Dezember in eine Einsatzreserve überführt werden, um einen drohenden Stromnetzengpass in Süddeutschland zu verhindern. Die Betreiber würden „ab sofort alles Erforderliche in die Wege leiten“, damit die Anlagen über das Jahresende hinaus bis längstens zum 15. April 2023 weiter im Markt betrieben werden können. 

Habeck: Isar 2 und Neckarwestheim müssen wohl über Jahresende hinaus am Netz bleiben

Robert Habeck
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck spricht während der Eröffnung der Messe WindEnergy Hamburg. © Marcus Brandt/dpa

Derweil bereitet der Energieversorger EnBW sein Atomkraftwerk Neckarwestheim 2 nach eigenen Angaben bereits für einen möglichen Betrieb bis zum 15. April nächsten Jahres vor. Der Meiler solle aber auf jeden Fall am 31. Dezember heruntergefahren werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Karlsruhe mit.

Sollte die Bundesregierung entscheiden, dass eine weitere Stromproduktion erforderlich ist, werde der Reaktorkern der Anlage mit vorhandenen teilverbrauchten Brennelementen neu zusammengesetzt und wieder hochgefahren. Das solle eine Produktion von bis zu 1,7 Milliarden Kilowattstunden Strom gewährleisten, hieß es. Die Entscheidung darüber solle spätestens Anfang Dezember dieses Jahres fallen.

Eigentlich sollten die drei noch am Netz verbliebenen Atomkraftwerke Isar 2, Neckarwestheim 2 und Lingen im Emsland im Rahmen des Atomausstiegs am Jahresende abgeschaltet werden. Lediglich für den Reaktor Lingen im Emsland soll dies laut dem Wirtschaftsministerium in jedem Fall weiterhin gelten. Zuletzt war allerdings auch publik geworden, dass am Meiler Isar 2 bei längerer Laufzeit Reparaturarbeiten nötig wären. (fmü mit dpa/AFP)

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