Wie sicher sind die Roller?

E-Scooter: Experten schlagen Alarm - gravierende Verstöße festgestellt

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Sammeln E-Scooter unsere Daten?

Die E-Scooter überschwemmen seit Monaten das Ruhrgebiet. Doch ganz sorglos sollte man damit nicht sein. Experten warnen vor dem Missbrauch von Daten.

  • E-Scooter: Datenschützer warnen Nutzer
  • Experten fürchten, Daten könnten weiterverkauft werden.
  • Die Anbieter der E-Scooter gehen unterschiedlich mit den Daten der Nutzer um. 

Dortmund - Die E-Scooter in Dortmund, Essen und Co. machen sich nach und nach breit. Die Fahrt mit ihnen macht vielen Spaß, die Roller sollen künftig auch die Mobilität in den Straßen verändern. Weg vom Auto, hin zur Vernetzung zwischen E-Scooter und öffentlichem Nahverkehr, lautet das Ziel.

E-Scooter: Anbieter brauchen Daten von Nutzern

Um sich einen E-Scooter auszuleihen, benötigen die entsprechenden Anbieter Daten - etwa den Standort. Auch die Kreditkartendaten werden für die Bezahlung gespeichert. Und hier lauert die Gefahr, meinen Experten. So sagte Johannes Caspar, der Hamburger Datenschutzbeauftragte, gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe, Anbieter von E-Scootern könnten Standortdaten zum Beispiel an Werbetreibende weiterverkaufen.

Der Sorge des Hamburger Datenschützers bekräftigt Thorsten Strufe, Professor am Lehrstuhl für Datenschutz und Datensicherheit der Technischen Universität Dresden. E-Scooter-Anbieter suchten den Zugang zum Datenmarkt, sagte er den Funke-Zeitungen. Er plädiert dafür, Daten wie das Standortprofil lösgelöst von persönlichen Daten wie Namen, Adresse oder Kreditkarten-Daten aufzubewahren.

Datenschützern in Sorge: Versteckte Klausel bei Anbietern von E-Scootern?

Nicht nur Datenschützer sorgen sich um gespeicherte Informationen der E-Scooter-Nutzer, sondern auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV). Demnach lauerten im Kleingedruckten der Anbieter zahlreiche Klauseln, die laut VZBV rechtswidrig seien. So kritisiert der Bundesverband, dass persönliche Daten ohne die erforderliche Zustimmung des Kunden, zum Beispiel für Werbezwecke, genutzt werden. 

Außerdem warnen die Verbraucherzentralen davor, dass Anbieter von E-Scootern versuchen würden, Risiken und Verantwortung auf die Nutzer abzuwälzen. So sollen Kunden unter anderem für Schäden aufkommen, die sie nicht verursacht haben. Zuletzt gab etwa Lime bekannt, Strafen fürs Falschparken an seine Nutzer weitergeben zu wollen, wie RUHR24.de* berichtete.

Unterdessen kritisiert der Verbraucherzentrale Bundesverband gegenüber den Funke-Zeitungen fragwürdige Datenschutzerklärungen mancher Anbieter. Es gäbe den Grundsatz, dass nur Daten verwendet werden dürften, die für den Vertrag relevant seien. Darüber hinaus gespeicherte Daten müssten von Nutzern nicht nur über die gelesenen AGBs, sondern über eine separate Bestätigung (z.B. eine E-Mail) eingewilligt werden.

Auch von der Stiftung Warentest, die jüngst eine Probefahrt mit den E-Scootern abbrach, kommen besorgende Informationen zur Datennutzung von E-Scooter-Anbietern. IT-Experten werteten für die Stiftung den Daten­strom zwischen den Apps und Servern im Internet aus, und fanden heraus, dass alle geprüften Verleih-Apps (also Circ, Lime, Tier und Voi) sowohl in der iOS- als auch in der Android-Variante mehr Daten senden, als für ihre Funk­tion notwendig ist.

E-Scooter-Anbieter gehen unterschiedlich mit Daten um

Unterdessen geben die E-Scooter-Anbieter an, unterschiedlich mit dem Thema Daten umzugehen. Circ bestreitet den Verkauf von Daten gegenüber Funke etwa, Tier gibt an, sie in einer Cloud von Google und Amazon sicher zu speichern. 

Lime dagegen lässt sich einen Spielraum offen. Man erhebe Daten zu einer Person, "wenn wir die Dienste von Dritten wie etwa Marketing- und Werbepartnern in Anspruch nehmen." Tier unterdessen bettet auf seiner Webseite unter anderem Cookies von Facebook und Google ein. 

Für Nutzer der E-Scooter lohnt am Ende also ein Blick in die Datenschutzrichtlinien.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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