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Team Trump träumt schon jetzt von dritter Amtszeit

US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump
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Für immer im Weißen Haus? US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump, hier auf dem Weg zum „Congressional Ball“.

Donald Trump forever oder zumindest bis 2024? Seine Anhänger kokettieren damit, in der US-Verfassung ist das nicht vorgesehen.

  • Donald Trump: Präsident auf alle Zeit?
  • Mike Huckabee träumt von Donald Trump 2024
  • US-Verfassung verbietet drei Amtszeiten

Noch bevor US-Präsident Donald Trump möglicherweise zum zweiten Mal gewählt wird, beschäftigen sich seine Anhänger schon mit einer dritten Amtszeit. Die ist laut US-Verfassung zwar nicht möglich, das scheint Mike Huckabee aber nicht weiter zu stören.

Der ehemalige Gouverneur des Bundesstaates Arkansas trat bei Fox News Moderator und Trump-Fan der ersten Stunde, Sean Hannity, auf. Kurz vor dem Auftritt kündigte Huckabee via Twitter an, er werde in der Sendung „erklären, warum Donald Trump berechtigt ist, eine dritte Amtszeit“ anzutreten.

Donald Trump: Huckabee glaubt an dritte Amtszeit

Doch in Trumps Fall liegt die Sache laut Huckabee anders. Die „illegalen Versuche von [FBI-Direktor James] Comey, den Demokraten und der Medien“ würden eine Wiederwahl Trumps 2024 legitimieren. Nicht nur das: Laut eigener Aussage sei Huckabee bereits gefragt worden, ob er Trumps Wahlkampagne 2024 leiten würde. Er fühle sich geehrt und habe nun ja viel Zeit, zu planen.

OB Huckabee damit einen Witz machen wollte, ist nicht bekannt. Wohl aber, dass er nicht der Erste aus dem Team-Trump ist, der offen mit Verfassungsbruch kokettiert. Ein anderer ist Donald Trump selbst. Im September 2019 veröffentlichte Donald Trump auf Twitter ein Foto, auf dem ein rotes Schild mit dem Aufdruck „Trump - Keep America Great! 2024“ zu sehen ist. 

Der Tweet löste eine lebhafte Debatte in der amerikanischen Öffentlichkeit aus, Trumps Unterstützer mutmaßten, der amtierende US-Präsident habe auf eine mögliche Kandidatur seines Sohnes Donald Trump Jr. angespielt.

US-Präsidenten: Nur Roosevelt war dreimal Präsident

Eigentlich verbietet der 22. Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung, dass ein Präsident drei Amtszeiten absolviert. Nachdem der Kongress den Artikel im Jahr 1947 eingebracht hatte, wurde er am 27. Februar 1951 ratifiziert. Bis dato galt es als ungeschriebenes Gesetz, dass kein Präsident von sich aus dreimal kandidieren würde. Diese Tradition ging zurück auf George Washington, den ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. 

Gebrochen wurde sie erstmals von Franklin D. Roosevelt, der im Jahr 1940 - mitten im Zweiten Weltkrieg - per Wahlsieg eine dritte Amtszeit antrat. 1944 wurde er sogar noch ein viertes Mal gewählt, starb jedoch am 12. April 1945 im Amt. Danach wurde aus der Tradition ein Verfassungszusatz.

Donald Trump und dritte Amtszeit: Er macht doch nur Spaß - oder?

Donald Trump selbst betont immer wieder, dass er nur über eine dritte Amtszeit rede, um die Demokraten und liberalen Kräfte des Landes zu provozieren. Gleichzeitig betont der US-Präsident aber auch immer wieder, eine dritte Periode würde ihm zustehen, weil das FBI mit seinen Ermittlungen und nun der Impeachment-Prozess ihm viele Jahre Regierungszeit geklaut hätten.

Andere Kommentatoren befürchten indes, Trumps Späße würden in Wahrheit einen klaren Plan verfolgen: das Konzept der dritten Amtszeit bereits jetzt in die Diskussion zu bringen, damit es dann - im Jahr 2024 - nicht mehr abwegig klingt.

Derweil hat ein Geschäftspartner von Rudy Giuliani vor dem Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump die Vorwürfe in der Ukraine-Affäre erhärtet.

Eine Umfrage von der Washington Post zeigt, dass die meisten US-Amerikaner an eine Wiederwahl von Donald Trump glauben. Wählen würden sie trotzdem jemand anders.

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