1. Mannheim24
  2. Welt

Corona in Deutschland: Spahn kündigt neue Impfstoff-Lieferungen an - RKI-Chef Wieler erklärt hohe Todeszahlen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Patrick Huljina

Kurz vor Silvester gibt es einen neuen Rekord bei den Corona-Todesfällen in Deutschland. Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler äußern sich in einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage.

Update vom 30. Dezember, 12.33 Uhr: Die Bundespressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, RKI-Chef Lothar Wieler und PEI-Präsident Klaus Cihutek ist beendet.

Corona in Deutschland: Spahn verteidigt gemeinsamen europäischen Weg beim Impfstoff

Update vom 30. Dezember, 12.25 Uhr: Gesundheitsminister Spahn erklärt nochmals, dass man sich bewusst für einen europäischen Weg entschieden hat. Bis zum 9. November sei nicht klar gewesen, ob es überhaupt einen wirksamen Impfstoff geben würde. Durch den gemeinsamen Weg habe man es ermöglicht, dass der Corona-Impfstoff auch in kleineren EU-Staaten schnell verfügbar ist.

Abschließend rät PEI-Präsident Cichutek auch Personen, die bereits mit dem Coronavirus infiziert waren, sich impfen zu lassen.

Update vom 30. Dezember, 12.18 Uhr: „Dass wir einen Impfstoff haben ist Anlass zur Freude und zur begründeten Hoffnung“, erklärt Spahn. Durch den Corona-Impfstoff habe man einen großen Schritt auf dem Weg aus der Pandemie gemacht. Der Gesundheitsminister wünscht sich mehr Freude darüber und sieht einen Anlass zur Zuversicht für das neue Jahr.

Corona in Deutschland: Spahn kündigt weitere Lieferungen des Impfstoffs an

Update vom 30. Dezember, 12.12 Uhr: Spahn kündigt an, dass es heute eine weitere Lieferung des Impfstoffs geben wird. Ende der nächsten Woche folgt eine weitere Lieferung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs. Anschließend soll regulär einmal wöchentlich geliefert werden. Der Gesundheitsminister erklärt, dass die Auslieferung des Impfstoffs eine logistische Herausforderung ist. Für viele Hersteller ist der Corona-Impfstoff das erste Produkt.

Update vom 30. Dezember, 12.05 Uhr: „Das Entscheidende ist, die Zahlen zu senken“, erklärt Wieler. Nur dadurch könne man die Risikogruppen auch verlässlich schützen. Viele Leute vergessen, dass sich auch das Pflegepersonal infizieren kann, bemängelt der RKI-Chef. Solange die Infektionszahlen hoch sind, ist auch das Risiko einer Infektion erhöht.

Corona in Deutschland: „Wir haben in dieser Pandemie nichts wertvolleres als Vertrauen“

Update vom 30. Dezember, 12.00 Uhr: „Mit jeder weiteren Zulassung werden wir die Dosenzahl und damit das Impfangebot erhöhen können“, erklärt Spahn. „Wir haben in dieser Pandemie nichts wertvolleres als Vertrauen“, so der Gesundheitsminister. Daher sei es nicht an der Zeit, unverlässliche Ankündigungen zu machen. „Wir tun alles, damit es möglichst schnell geht. Aber es muss sicher schnell gehen“, sagt Spahn.

Man werde in den kommenden zwei, drei Monaten sicherlich noch mit Einschränkungen leben müssen, erklärt der Gesundheitsminister. „Es gibt keinen Weg, der dazu führt, dass das in drei Wochen vorbei ist.“ Der zweite Impfstoff stehe vor der Tür, der dritte sei noch „auf dem Weg zur Tür“, erklärt Spahn den Fortschritt bei den Zulassungen. Man wolle kein Risiko eingehen, durch unverlässliche Ankündigungen Vertrauen in der Bevölkerung zu verlieren.

Corona in Deutschland: Spahn appelliert an Ärzte und Pflegekräfte sich impfen zu lassen

Update vom 30. Dezember, 11.50 Uhr: Durch eine größere Verfügbarkeit an Impfstoffen ist auch ein schnelleres Erreichen der Herdenimmunität möglich, erklärt Gesundheitsminister Spahn. Der Sommer sei ein erstes Ziel für Deutschland. „Wir haben uns bestmöglich vorbereitet.“ Er versichert, dass die Impfkapazitäten künftig weiter hochgefahren werden können.

Update vom 30. Dezember, 11.45 Uhr: „Impfen ist der Weg raus aus der Pandemie“, stellt Spahn nochmals klar. Er appelliert eindringlich an die Pflegekräfte, Ärzte und medizinische Mitarbeiter, sich impfen zu lassen und damit auch ein Vorbild zu sein.

„Der Verlauf der Pandemie hängt stark von unserem Verhalten ab“, stellt RKI-Chef Wieler klar. Je mehr sich die Leute an die geltenden Einschränkungen und Regeln halten, umso schneller ist das Erreichen eines 7-Tage-Inzidenz-Werts von 50 möglich. „Die Mehrheit der Deutschen kann die Eigenverantwortung wahrnehmen“, appelliert er an die Einhaltung der Regeln.

Corona in Deutschland: Spahn und Wieler äußern sich zur Herdenimmunität und Mutationen

Update vom 30. Dezember, 11.40 Uhr: Eine Herdenimmunität könnte bei einer Impfung von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung erreicht werden, erklärt Gesundheitsminister Spahn. Sein Kollege in Großbritannien habe ihm berichtet, dass man durch den Einsatz verschiedener Impfstoffe dort eine Herdenimmunität „by spring“, also zum Frühling erwartet.

RKI-Chef Wieler erklärt, dass die Zahl von 60 bis 70 Prozent eine Daumen-Regel ist. Durch verschiedene Mutationen des Coronavirus könnte sich das ändern. Das RKI werde die Entwicklungen weiterhin beobachten und monitoren.

PEI-Präsident Cichutek versichert, dass durch die aktuell aufgetretenen Corona-Mutationen keine Einschränkungen des Impfschutzes zu erwarten sind. Sollte es nötig sein, könne man dementsprechende Modifizierungen der Impfstoffe vornehmen.

Update vom 30. Dezember, 11.34 Uhr: Die Sicherheit des Corona-Impfstoffs sei auch auf lange Zeit gegeben. Cichutek erklärt, dass bei bereits früh geimpften Personen bislang keine besonderen Auffälligkeiten festgestellt werden konnten. Der PEI-Präsident bezeichnet die Impfung als „Gamechanger“ im Kampf gegen die Pandemie.

Corona in Deutschland: RKI-Chef Wieler erklärt Höchstwert an Todesfällen

Update vom 30. Dezember, 11.31 Uhr: „Die plausibelste Erklärung wäre, dass es verzögerte Meldungen sind“, erklärt RKI-Chef Wieler auf Nachfrage den heute vermeldeten Höchstwert an Corona-Todesfällen. Über die Weihnachtsfeiertage seien weniger Zahlen übermittelt worden. Man werde die aktuellen Zahlen vermutlich im Januar besser einordnen können, so Wieler.

Update vom 30. Dezember, 11.25 Uhr: „Das Schließen im öffentlichen Bereich macht nur Sinn, wenn wir auch im privaten Bereich die Kontakte reduziert“, appelliert Spahn nochmals im Hinblick auf mögliche morgige Silvester-Feiern. Den weiteren Maßnahmen nach dem zunächst geplanten Lockdown-Ende am 10. Januar möchte der Gesundheitsminister nicht vorgreifen. Er verweist auf die Beratungen von Bund und Ländern in der kommenden Woche.

Corona in Deutschland: PEI-Präsident Cichutek ruft zum Vertrauen in den Impfstoff auf

Update vom 30. Dezember, 11.21 Uhr: „Der Nutzen überwiegt weit dem Risiko“, versichert Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). Er lobt die Qualität des Biontech/Pfizer-Impfstoffs. „Es gibt keine besonderen Auffälligkeiten zu berichten“, erklärt Cichutek. Das theoretische Risiko einer Infektionsverstärkung kommt bislang nicht zum Tragen, so der PEI-Präsident.

Nach der Impfung soll eine Wartezeit von 15 Minuten eingehalten werden, um mögliche Impfreaktionen zu beobachten. „Die Daten zur Verträglichkeit des Impfstoffs werden weiterhin in Zusammenarbeit mit dem RKI verfolgt“, versichert Cichutek. „Haben Sie Vertrauen. Ein kleiner Pieks schützt vor einer gefährlichen Infektionskrankheit“, appelliert der PEI-Präsident abschließend.

Corona in Deutschland: RKI-Chef Wieler mit eindringlichem Appell

Update vom 30. Dezember, 11.14 Uhr: Ziel der Impfstrategie sei es, zunächst die Risikogruppen und besonders gefährdete Personen zu impfen. „Dadurch werden auch die Krankenhäuser entlastet“, erklärt Wieler. Er verwies auf das digitale Impf-Monitoring des RKI. Trotz der Impfungen müssen sich dennoch alle weiterhin an die Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln halten, fordert Wieler. Man wisse noch nicht, inwieweit eine Impfung auch eine Infektion verhindert.

Update vom 30. Dezember, 11.11 Uhr: RKI-Chef Lothar Wieler ruft die Bevölkerung zur weiteren Einhaltung der geltenden Corona-Regeln auf. Er erklärt die kritische Lage in den Kliniken und auf den Intensivstationen. „Es erkranken auch immer mehr Ärzte an Covid. Da helfen auch freie Betten nichts“, so Wieler.

Corona in Deutschland: Spahn appelliert an die Bevölkerung - „Impfen ist der Schlüssel“

Update vom 30. Dezember, 11.06 Uhr: Spahn appelliert an die Bevölkerung, den Risikogruppen und Pflegekräften bei der Corona-Impfung den Vortritt zu lassen. Insbesondere Ärzte und Mitarbeiter aus dem medizinischen Bereich bittet er: „Lassen Sie sich impfen.“ Der Gesundheitsminister ruft zum Zusammenhalt auf.

Update vom 30. Dezember, 11.04 Uhr: „Der Impfstart ist gelungen“, bilanziert der Gesundheitsminister. Das sei das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Spahn bezeichnet die Impfkampagne als „nationalen Kraftakt“. Für die kommende Woche kündigt er die Zulassung des Moderna-Impfstoffs an. „Impfen ist der Schlüssel“, so Spahn.

Update vom 30. Dezember, 11.02 Uhr: Bundesgesundheitsminister Spahn ergreift zunächst das Wort. „Wir erleben eine Zeit der Gegensätze“, beginnt er. Er geht zunächst auf die aktuellen Infektions- und Todeszahlen ein. „Wir sind von einer Normalität noch weit entfernt“, stellt er klar. Spahn appelliert im Hinblick auf Silvester an die Bevölkerung, sich an die Regeln zu halten.

Update vom 30. Dezember, 10.59 Uhr: Bei der Bundespressekonferenz äußern sich unter anderem Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland.

Corona in Deutschland: Spahn und RKI-Chef Wieler sprechen in einer PK zur aktuellen Lage

Erstmeldung vom 30. Dezember: Berlin - Einen Tag vor dem Jahreswechsel vermeldete das Robert-Koch-Institut (RKI) einen neuen traurigen Höchstwert. Erstmals sind in Deutschland innerhalb von 24 Stunden mehr als 1000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Insgesamt meldeten die Gesundheitsämter dem RKI 1129 neue Todesfälle. Darüber hinaus verzeichneten die Gesundheitsämter 22.459 Neuinfektionen.

Um 11 Uhr wollen sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und RKI-Chef Lothar Wieler in einer Bundespressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage* in Deutschland äußern. Angesichts dieser scheint eine Verlängerung des aktuellen Lockdowns über den 10. Januar hinaus unausweichlich. Spahn stimmte die Bevölkerung darauf bereits am Dienstagabend in den ARD-Tagesthemen ein. Er sagte, bei der Eindämmung der Corona-Pandemie* sei Deutschland „bei weitem noch nicht da, wo wir hin müssen“.

Deshalb werde es laut Spahn nach dem 10. Januar „ohne Zweifel Maßnahmen geben“*. In welchem Umfang, müssten Bund und Länder bei ihrer geplanten Konferenz am kommenden Dienstag, dem 5. Januar, entscheiden. Dann wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen nach dem geplanten Lockdown-Ende beraten.

Corona in Deutschland: Spahn halt Privilegien für Geimpfte für „richtig und wichtig“

Ein weiteres Thema bei der Bundespressekonferenz wird wohl auch der Start der Corona-Impfungen* in Deutschland sein. Zum Anfang gab es einige Pannen. So kam es beispielsweise zu Problemen bei der Terminvergabe. Spahn erklärte, zu Beginn ließen sich Wartezeiten in den Telefonleitungen leider nicht vermeiden. Er könne nur um Verständnis und Geduld bitten. Da jedes Bundesland ein anderes System habe, herrsche „etwas föderales Durcheinander“.

„Richtig und wichtig“ ist aus Sicht des Gesundheitsministers, Geimpften bestimmte Privilegien, wie etwa Zutritt zu Restaurants, zu gewähren. Das erklärte Spahn bei Bild live. Der privat-gewerbliche Bereich habe in dieser Frage mehr Spielraum. Nach seinem juristischen Verständnis wäre etwa eine Pizzeria nur für Geimpfte „das, was möglich ist“. Im öffentlichen Bereich und bei der Daseinsvorsorge, also etwa in Krankenhäusern, Rathäusern oder dem öffentlichen Nahverkehr, könne man aus seiner Sicht aber keinen Unterschied zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften machen. (ph/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Auch interessant

Kommentare